Pressestimmen
Bretschneiders Studie und ihre Ergebnisse dürften für die Erforschung der Geschichte der Einsperrung hierzulande Modellcharakter haben. An ihr wird bei der Beschäftigung mit dem Thema niemand mehr vorbeikommen. Innovativ wie fundiert vermag es der Verfasser, ein doch grundlegend anderes Bild von der Einsperrung im 18. und 19. Jahrhundert als das bisher vorherrschende zu zeichnen. Gewissermaßen en passant wird man zudem informiert über die Einbettung der Strafanstalten in die allgemeine sächsische Geschichte. Insgesamt sind nicht nur seine Ergebnisse neu, sondern auch sein methodisch-theoretisches Instrumentarium kann zur Nachahmung empfohlen werden, etwa auch für die Betrachtung jüngerer Vollzugssysteme. Die Kombination aus Struktur und Diskursanalyse sowie Untersuchung von sozialer Praxis wird stringent durchgehalten und ist durchweg überzeugend. Dem Leser werden die Untersuchungsergebnisse zudem in einem Schreibstil und mit einer sprachlichen Ausdruckskraft offeriert, die an keiner Stelle Langeweile aufkommen oder gar die nötige Präzision vermissen lassen. Darüber hinaus ist ein reichhaltiger Anhang vorhanden: Karten, Übersichten und Grafiken, Bildtafeln, ein umfangreiches Literaturverzeichnis sowie ein Sachregister runden den überaus positiven Gesamteindruck ab. (H-Soz-u-Kult, 17.12.2008) Ein Standardwerk der Gefängsnisgeschichte im deutschsprachigen Raum liegt damit vor. (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschhichte, 3/2009) Gefangene Gesellschaft
Kurzbeschreibung
Die vorliegende Studie untersucht die Entstehung der modernen Strafanstalt und überschreitet dabei die Epochenschwelle um 1800. Sie beginnt bei den Versuchen des frühmodernen Territorialstaats, mit der Errichtung von Zucht- und Arbeitshäusern Armut und abweichendes Verhalten in den Griff zu bekommen, und verfolgt die Wandlungsprozesse, aus denen die Strafanstalt modernen Zuschnitts hervorging. Die Studie nimmt gesellschaftliche und rechtliche Diskurse und die institutionellen Prozesse der Anstaltsgestaltung in den Blick. Einen besonderen Schwerpunkt legt sie auf die Alltagspraxis der Einsperrung.