Robert Goddards: "Gefangen im Licht" handelt - wie zahlreiche andere Goddard-Romane - von der Liebe eines nicht gerade erfolgreichen Ich-Helden zu einer geheimnisvollen Frau, die urplötzlich verschwindet. Der Photograph Ian begegnet in Wien einer geheimnisvollen Unbekannten, die sich nicht gerne fotographieren lässt. Er verliebt sich in sie und bittet sie, ihren Mann zu verlassen und seine Frau zu werden. Die geheimnisvolle Unbekannte, die sich Marian nennt, willigt auch zunächst ein. Doch als Ian wieder in London ist, ruft sie ihn an: sie habe es sich anders überlegt, sie komme nicht. Ian, der sich wegen der erwarteten neuen Liaison von seiner Frau und Tochter getrennt hat und bei einem Freund untergekommen ist, ist vollkommen verzweifelt. Er beginnt, die Unbekannte zu suchen, zumal die von ihm geschossenen Fotographien "schwarz", d.h. unbrauchbar gemacht worden sind. Warum ist dies geschehen? Wer ist die geheimnisvolle Frau wirklich? Auf der Suche nach ihr stösst er in die Vergangenheit der Fotographie vor und begibt sich in Gefahr...
Nun ist Goddards Buch durchaus spannend geschrieben. An seine Erstlingswerke: "Dein Schatten, dem ich folgte" oder: "Nimm niemals Abschied" kommt das Buch nicht heran. Die Charaktere sind flach und zu dualistisch schwarz-weiß gezeichnet, die Dialoge leider nichtssagend und die ganze Story wirkt schlicht an den Haaren herbeigezogen. Ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass Goddard ziemlich lustlos ein Erfolgsrezept, welches im übrigen enorm an Hitchcocs "Vertiko" erinnert, übernommen hat. Diese schnelle Gangart bemerkt man. Mit den Charakteren aus "Dein Schatten, dem ich folgte" konnte man "mitleiden", "mitfiebern." Hier jedoch stellt sich relativ schnell Langeweile ein. Für nichts und wieder nichts gibt Ian seine Familie auf? Sympathie für den gebrochenen Ich-Helden kann hier nicht aufkommen - im Gegensatz zu den anderen genannten Werken Goddards. Schade, für mich eine vertane Chance.