Dieses Buch bietet nicht nur die Geschichte Afghanistans über mehrere Jahrzehnte - in zwei zeitlich getrennten Abschnitten erzählt von zwei Schwestern, sondern auch die Geschichte der Unterwerfung der afghanischen Frauen, die sich auch im europäischen und amerikanischen Kulturkreis nicht aufheben lässt.
Man erfährt zunächst viel über das Leben einer afghanischen Großfamilie, die der schleichenden islamischen Radikalisierung unterworfen wird und wie die Frauen unter dem immer starrer werdenden islamischen Regiment zunehmend zu leiden haben. Man erfährt auch, dass bereits das Leben unter den Mudschahedin im wahrsten Sinne lebensgefährlich war und die Taliban für die afghanischen Frauen nur noch den letzten Schritt zum Leben in der endgültigen Hölle bedeuteten.
Daneben zeigt aber die Geschichte der älteren Schwester, die schon Ende der 70er Jahre nach Europa und später Amerika flüchten kann, dass sich die Erziehung nicht abschütteln lässt. Es tut weh, zu lesen, wie eine selbständige und intelligente Frau, welche Mann und Kinder ernährt, von ihrem Mann, der sich mit der neuen Rolle seiner Frau nie abfinden kann, immer wieder geschlagen und gedemütigt wird und sich immer wieder unterwirft.
In jedem Fall bietet das Buch einen Einblick in eine fremde Kultur, der das Lesen lohnt.