Mitte der 50er Jahre befand sich Hollywoods Filmproduktion durch den Vormarsch des Fernsehens in einer Krise. Verschiedene Konzepte kamen zum Einsatz, um die Menschen wieder in die Kinos zu locken: die Etablierung eines neuen Starsystems, die Verwendung neuer Breitwandformate und der Einsatz von 3D-Technik. Meist waren stereoskopische Filme genau wie die heutigen Jahrmarktsattraktionen auf blanke Schaueffekte ausgelegt. Nicht so *Gefahr aus dem Weltall*, der nur knapp gegen den ebenfalls sehenswerten *Das Kabinett des Professor Bondi* im Wettrennen um den ersten 3D-Spielfilm unterlag.
Es ist zu schade, daß Universal sich nicht bemüht hat, eine anaglyphe Version mit Rot-Grün-Brille der DVD-Veröffentlichung beizulegen. Die Bildkompositionen schreien förmlich danach, aus dem Bildschirm herauszuwachsen. Aber auch so ist *Gefahr aus dem Weltall* in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Film. Neben *Fahrenheit 451* eine der wenigen gelungenen Bradbury-Verfilmungen. Der erste Film mit einer subjektiven Kameraperspektive von Außerirdischen. Und vor allem ein Film, der seiner Zeit voraus war, kommentiert er doch die Welle von kommunistischen Unterwanderungsfilmen wie *The Blob* oder *Invasion of the Bodysnatchers*, bevor sie ihren Höhepunkt erreicht hatte. Er ist ein Menetekel für die destruktive Macht des Mißtrauens und so auch als Gegenentwurf zum antikommunistischen Wüten der McCarthy-Ära lesbar.
Wie so häufig in seinen Werken zeichnet Arnolds Film eine Liebe zu allen Lebewesen und ein bewunderswertes Gespür für die bildliche Darstellung des Nichtdarstellbaren aus. In *Gefahr aus dem Weltall* ist es die Inszenierung der mysteriösen Weiten der Wüste und die faszinierende Sichtbarmachung der Außerirdischen. Dabei sind nicht die Plastikmodelle der einäugigen Aliens gemeint, die sich in ihrer Skurrilität kaum von den Monstern aus *Die Teufelswolke von Monteville* oder *Astaron - Brut des Schreckens* unterscheiden. Nein, eigentlich sollten die Außerirdischen gar nicht zu sehen sein, so daß Arnold durch eine Reihe grandioser inszenatorischer Einfälle ihre Anwesenheit spürbar werden läßt. Zu schade, daß am Ende sich das Studio durchsetzen konnte und doch noch die Aliens auf den Bildschirm brachte. Wie gesagt, nicht nur heute sind Schaueffekte Trumpf.
Die DVD ist wie die anderen neueren Arnold-Veröffentlichungen erfreulich, ohne zu überraschen. Als einzige DVD der Reihe enthält sie Bonusmaterial, wobei das Feature *The Universe according to Universal* und ein Audiokommentar von Filmhistoriker Tom Weaver, der schon die Universal-Monster-Serie fachmännisch bereicherte, hervorzuheben ist. Beide sind allerdings englischsprachig.
Da demnächst keine bessere Veröffentlichung im In- und Ausland in Sicht ist, kann man ohne Bedenken hier zugreifen.