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Paul Ekman stellt dem Leser die Welt der Emotionen durch den Filter seiner jahrelangen Erfahrung vor und man kann sich kaum einen besseren Führer durch das scheinbare Wirrwar der oft unkontrollierbaren Gefühle vorstellen: Mit viel Einfühlungsvermögen, einfachen Beispielen und klaren Beschreibungen nimmt er uns mit auf eine Reise um die Welt und durch uns hindurch. Insgesamt 9 Kapitel zu Themen wie die Emotionsunterschiede in den Kulturen, die Ursachen und Steuerung der Emotionen, die Grundlagen des emotionalen Verhaltens bis hin zu den einzelnen Gefühlskategorien wie Ärger und Zorn, Trauer und Verzweiflung, Überraschung und Angst, Ekel und Verachtung sowie positive Emotionen und einer Zusammenfassung bis hin zu einem Test für das Lesen von Gesichtern - die Tour d' Emotions ist gelungen und vermittelt für Interessierte und bereits Informierte einen Gesamtüberblick über das oft stiefmütterlich behandelte Gebiet der Emotionen. Ein Buch zum Verstehen. Ein Buch, das Mann und Frau lesen sollte. --Wolfgang Treß -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Emotionale Gesichtsausdrücke sind das Thema und die Leidenschaft von Paul Ekman. Er ist Professor an der University of California in San Francisco und einer der bekanntesten amerikanischen Psychologen. Und Paul Ekman ist der Vater von Eve. Er hat tausende Aufnahmen von seiner Tochter gemacht, um emotionale Gesichtsausdrücke zu visualisieren. Dieses Buch ist nun die Quintessenz einer 40-jährigen Forschungstätigkeit, das eine Brücke von der Forschung zur Praxis schlägt und nebenbei wohltuend unprofessoral daherkommt. "Gefühle lesen" ist eine faszinierende Entdeckungsreise in die Welt der Emotionen, eine Welt, die uns so nah und doch so fremd ist. Denn Emotionen sind so etwas wie die Stiefschwester unseres Bewusstseins, ein Schmuddelkind, das dazwischenfunkt, wenn der hehre Geist auf rationalen Pfaden um Entscheidungen ringt. Lange Zeit galten Emotionen als Störfaktor in einer rationalen Welt. Als Ekman mit seinen Studien über Mimik und Emotionen begann, war er - wie übrigens die überwiegende Mehrheit seiner Wissenschaftlerkollegen auch - davon überzeugt, dass Gesichtsausdrücke kulturell geformt seien. Doch zu seiner eigenen Überraschung fand er bei seinen ausgedehnten Forschungsreisen, die ihn bis zu den letzten, fern der Zivilisation lebenden Ureinwohnern im australischen Busch führten, keinen einzigen Gesichtsausdruck, der ihm neu und unbekannt gewesen wäre. Obwohl ein menschliches Gesicht mehr als 10.000 Ausdrücke annehmen kann. Nie gab es einen Fall, in dem ein Gesichtsausdruck in unterschiedlichen Kulturen falsch verstanden wurde. Ekmans Studien wiesen nach, dass die menschlichen Gesichtsausdrücke tatsächlich universal gültig sind.
Er fand auch heraus: Das Maß, in dem Emotionen unser Verhalten und unsere Entscheidungen bestimmen, wurde lange Zeit unterschätzt. Denn die Entscheidungen trifft nicht die kühl kalkulierende Ratio, die Emotionen sind schneller. Dennoch sind wir nicht Sklaven unserer Emotionen. Wir leben nicht "im Würgegriff unserer Gefühle", ist sich der Autor sicher. Ekman ist kein Emotionspessimist, sondern glaubt an die Fähigkeit des Menschen zur Weiterentwicklung seiner Möglichkeiten. Konkret: Wir können lernen, mit unseren Emotionen besser umzugehen und sie zu nutzen, um ein tieferes Verständnis und eine verbesserte Kommunikation mit unseren Mitmenschen zu erreichen.
Den freien Willen gibt es offensichtlich nicht geschenkt, sondern nur gegen harte Arbeit - an sich. (c)changeX Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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