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Gefängnis-Notizen -
 
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Gefängnis-Notizen - [Broschiert]

Egon Krenz
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Das Neue Berlin; Auflage: 1 (1. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 336001801X
  • ISBN-13: 978-3360018014
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 421.650 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Egon Krenz
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Bereits die Ankündigung des Buches veranlasste Nachrichtenagenturen zur Verbreitung von Meldungen. »Genosse Knacki packt aus.« Krenz packt in seinem Buch nicht aus, sondern schreibt über seine Erfahrungen mit der deutschen Justiz und über sein Leben in drei Vollzugsanstalten. Anfang 2000 wurde er für 4 Jahre inhaftiert. Der einstige Staatschef teilte seine Zelle mit Mördern, Betrügern und Schlägern, erlebte Solidarität und Ablehnung, erfuhr Zu- und Widerspruch. Daneben führte er die juristische Auseinandersetzung, die in eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mündete. Daraus macht er seine »Gefängnis-Notizen«, die im gleichen Verlag erscheinen wie 15 Jahre zuvor Erich Honeckers »Moabiter Notizen«, die ein Bestseller waren.

Über den Autor

Egon Krenz, geboren 1937, Schlosserlehre und Lehrerausbildung. Nach Besuch der Parteihochschule in Moskau von 1964 bis 1967 wurde er Vorsitzender der Pionierorganisation und war von 1974 bis 1983 FDJ-Chef. Im Herbst 1989 wurde er Nachfolger Erich Honeckers als Generalsekretär des ZK der SED und Staatsratsvorsitzender. 1997 wurde er wegn der Todesschüsse an der deutsch-deutschen Grenze zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Heute lebt er in Dierhagen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mauer(fall)opfer Krenz (?) 18. Dezember 2009
Von Fernossi
Format:Broschiert
Schriftstellerisch gibt es nicht viel zu sagen - das Buch liest sich fluessig, es glaenzt weder durch besondere sprachliche Geschliffenheit, noch faellt es aufgrund gezierter Saetze oder Spruenge negativ auf.

Leider beschaeftigt sich Krenz allerdings fast ausschliesslich mit seiner vermeintlich ungerechten Behandlung und Schwachpunkten des Kapitalismus. Es ist zwar bekannt, dass Krenz anders als Schabowski den Sozialismus nicht schlecht reden will, aber dass er nun - abgesehen von Laecherlichkeiten (an allem waren der Westen oder Verraeter in den eigenen Reihen schuld) - so rein gar nichts Inhaltliches zu den Gruenden fuer das Scheitern des DDR-Sozialismus schreibt, ist enttaeuschend. Im Gegenteil, Krenz bringt es z.B. fertig "Spur der Steine" als eines seiner Lieblingsbuecher zu benennen und dabei vollkommen auszublenden, dass die Verfilmung nicht gezeigt werden durfte.

Sicherlich hat Krenz auch in einigen Punkten Recht und der Prozess gegen ihn war gewiss kein Ruhmesblatt der bundesdeutschen Justizgeschichte. Aber seine Versuche, mit Verweis auf die positiven antifaschistischen Anfaenge der DDR und die Einmischung des Westens saemtliche Fehlentwicklungen relativieren zu wollen, seine staendigen z.T. unpassenden Vergleiche, nur um Schwaechen der DDR nicht einzugestehen, sein DDR-Diktus (z.B. die Bezeichnung seiner Gegner als "Antikommunisten" und seiner Unterstuetzer als "Antifaschisten") u.v.a.m. stossen unangenehm auf.

Dass sich ein Staatsoberhaupt der in diesen Bereichen alles andere als vorbildlichen DDR ueber vermeintlich fehlende Pressefreiheit und schlechte Haftbedingungen echauffiert, ist - gelinde gesagt - irritierend.

Nichts gegen berechtigte Kritik an der BRD, aber nicht von einem Mann, der in keiner Phase bereit ist, sich mit den - weitaus schlimmeren und teilweise von ihm verantworteten - Unzulaenglichkeiten in der DDR auseinanderzusetzen.

Insgesamt also ein Buch, aus dem viele etwas entnehmen koennen: DDR-Nostalgiker und Altkommunisten duerfen sich in ihrer Denkfaulheit bestaetigt fuehlen; Kapitalismuskritiker erhalten Unterstuetzung aus einer (wenn auch zweifelhaften) Quelle; und dann gibt es diejenigen, die sich nach der Lektuere erneut gluecklich schaetzen werden, dass dieser selbstgerechte Betonkopf nach nur einem Monat die Fuehrung der DDR wieder abgeben musste.

Aergerlich nur, dass Krenz fuer jedes verkaufte Buch Tantiemen bekommt ...
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40 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeitgeschichtliches Dokument 20. Februar 2009
Von caocoa
Format:Broschiert
Nun, es gibt ja Stimmen in der Republik - in dieser unserer heutigen, 2. Berliner Republik (die DDR war die 3., die Weimarer die 1.) - diese Stimmen sagen: Jene, die damals - also vor 20 Jahren das Sagen in der DDR hatten und noch leben - die sollen doch endlich mal lernen, dass nun eigtl alles besser ist als es in der DDR war und - und das unterschreibt man gerne mit grossen Lettern in der Presse: Betonköpfe, Ewiggestrige, sollen doch endlich ruhig sein oder eben ein Einsehen haben.
Egon Krenz tut dies nicht. Egon Krenz lebt in einer kleinen Hütte mit seiner Frau am Meer und ist heute alles andere als ein "Bonze". Und er hat ein Anliegen. Nicht zu schweigen, sondern in zeitgeschichtlicher Aufarbeitung seine Sicht der Dinge und der Umstände deutlich zu machen. Dafür hat er kein Podium in Form einer Talkshow, keine Kolumne in der BILD und auch keine unzensierten Interviews im Rundfunk.
Er gilt schliesslich als Ewiggestriger, und über dieses Gestern solle er doch bitte schweigen.
Dies tut er nicht, und es ist schlussendlich in diesem Buch für mich eines deutlich geworden: Geschichte lebt von Geschichten.
Ich habe Gerhard Schröder gelesen, ich habe Oskar Lafontaine gelesen, ich habe Rochus Misch gelesen. Und nun Egon Krenz.
Ich habe das Buch verschlungen, weil ich diesem Mann glaube, weil er nichts zu verlieren hat, was er nicht schon verloren hätte.
Haus & Hof, Amt & Geld, Würde & ...den Anstand sich zu Wort zu melden, in dieser Zeit wo die Wirtschaftskrise andere Opfer kennt. Es geht nicht mehr um eine Freiheit in der man zwar Reisen könnte, aber viele nicht können.
Es geht nicht mehr um Meinungsfreiheit in einer Gesellschaft in der Meinungsmache mit Meinungsmasse einhergeht.
Es gibt zwei kritische Sätze von mir zu diesem Buch: Es fehlt die solidarische Hand mit denen die damals Opfer waren. Bert Brecht hat einmal geschrieben, die nachkommenden Generationen mögen die Freundschaft pflegen zu denen die Menschen in der Nachkriegszeit nicht imstande sein wollten und konnten und ihrer dann gedenken.
Ich denke es ist nicht damit getan, etwas zu bereuen. Es hilft vielmehr jemanden verstehen zu lernen und dadurch vom Sitz des Richters auf den des interessierten Lesers zu rutschen. In diesem Sinne hat mich das Buch gefesselt, und so empfehle ich es zu lesen: was hätte Ich getan, mit soviel Macht ausgestattet und doch Grenzen erfahren müssen. Dabei und bei der zeitgeschichtlichen Aufarbeitung hat mir das Buch geholfen. Es half mir die Zusammenhänge mit der Sicht eines jetzt 71 jährigen für die damaligen Verhältnisse besser einzuordnen. Es löst bei mir einen ganz anderen neuen Gedanken aus: ob Gefängnis nicht ein Relikt aus einer viel dunkleren Zeit sein sollte und Isolationshaft, wie noch heute betrieben nicht auch eine Form der Folter darstellt. Gefängnis - ob nun Bautzen 1988 oder Berlin 2001- alles macht den Menschen klein und eine Genugtuung, dass E Krenz nun sitzen musste kann ich nicht verspüren. Er war nur einer von 16 Millionen, Opfer wie Täter auch. Ich kann das Buch daher empfehlen - bei mir hat es Klick gemacht.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Selbstbeweihräucherung? 17. Februar 2010
Format:Broschiert
Kontrolliert und wohlüberlegt schildert Herr Krenz sein Scheitern.
Dass er bei seiner zementierten Meinung bleibt, kann man ihm nicht vorwerfen. Fast nötigt mir seine Haltung Respekt ab. Die Titulierungen "Betonkopf" und "Ewiggestriger" scheinen mir hier etwas billig.
Wenngleich er recht hat, dass sich die deutsche Justiz bei den gegen ihn und seine ehemaligen Genossen angestrengten Prozessen nicht mit Ruhm bekleckert hat, so vermisse ich doch von seiner Seite deutlichere Worte des Bedauerns gegenüber den Opfern der DDR.
Vielleicht wäre so eine Art Interview-Buch die bessere Lösung gewesen, da man einmal gestellten Fragen schwerlich ausweichen kann.
Fast schockiert und ungläubig habe ich seine Ausführungen zur Rolle von Herrn Gorbatschow gelesen. Diesbezüglich scheint mir die Analyse von Herrn Schabowski zutreffender, obwohl Herr Gorbatschow dort ebenfalls nicht gut wegkommt.
Trotz allem ein interessantes Buch, da es von einem Menschen geschrieben worden ist, der noch immer von der Möglichkeit und Richtigkeit einer sozialistisch-kommunistischen Gesellschaftsordnung überzeugt ist.
Eine Diskussion mit Herrn Krenz wäre wohl recht spannend...
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