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Kundenrezensionen

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am 28. Februar 2012
Ich als große Pferdeliebhaberin und langjährige Reiterin musste mir diesen Film natürlich gleich am ersten Tag im Kino ansehen. Ich hatte vorsorglich Taschentücher mitgenommen, da ich speziell bei Filmen, wo es um Tiere geht sehr nah am Wasser gebaut bin.
Alleine die erste Begegnung zwischen dem Jungen (dessen Name mir jetzt entfallen ist) und Joey, dem Pferd, hier noch als Fohlen, hat etwas so bewegendes, das wohl nur Jemand verstehen kann, der die magische Verbindung zu einem Pferd kennt. Schon da flossen die ersten Tränen.
Richtig schlimm wurde es für mich allerdings ab da, wo Joey im Krieg ist und man in schockierenster Genauigkeit zusehen muss, für was Pferde im 1. WK missbraucht wurden, als Lastentiere, ohne Rücksicht auf Verluste, man ging wortwörtlich über Leichen. Die Verbindung zwischen Joey und seinem Gefährten, dem Rappen, ist perfekt inszeniert und erlebt seine Krönung in der Szene, als der Rappe vor einem Panzer eingespannt werden soll, Joey aber erkennt, dass dieser zu schwach ist und sich stattdessen anbietet.
Die wohl grausamste Szene ist die, in der sich Joey am Schlachtfeld im Stacheldraht verfängt, aber selbst da zeigt sich, dass Menschen in Anbetracht dessen, dass ein unschuldiges Tier leidet, dazu fähig sind, ihr Kriegsbeil zumindest kurzzeitig zu begraben, um dem armen Pferd zu helfen. Allerdings muss ich zu meinem größten Bedauern stark anzweifeln, dass reale Menschen tatsächlich so gehandelt hätten und das Pferd einfach verenden ließen.

Der Film ist in meinen Augen perfekt inszeniert, die Musik unterstreicht jede Szene malerisch und die Story ist einfach nur herzzereißend und erschütternd zugleich. Natürlich ist es vorhersehbar, dass Joey überlebt und am Ende zu seinem wahren Besitzer zurückfindet, nach ewigem Leiden beiderseits, aber der Hintergrund der Geschichte, nämlich der 1. WK ist grauenhaft genug, als man dem Autor das sehr vorhersehbare Happy End verzeiht. Ich kann abschließend nur sagen - 2 1/2 Stunden mögen für manche lang sein, für mich, war es keine Sekunde zu lange, es ist mir jedenfalls nie so vorgekommen, dennoch habe ich das Ende sehnlichst erwartet, weil ich wusste, dann sind sie beide, Pferd und Reiter in Sicherheit, denn mag dieser Film natürlich fiktiv sein, es haben sich solch ähnliche Szenen bestimmt in Wirklichkeit abgespielt. Denn

"Solange der Mensch denkt, dass ein Tier nicht fühlen kann, solange muss das Tier fühlen, dass der Mensch nicht denken kann."

Fazit: 100&ige Kaufempfehlung, ich habe ihn jedenfalls schon auf meinem Wunschzettel vermerkt.
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. Februar 2012
Worum es geht:
Der alte Farmer Ted ist ein Trinker und ein Spieler. Er kann seinen Hof kaum bewirtschafen und kaum seine Frau und seinen Sohn ernähren.
Eines Tages, am Markttag, kauft er aus einer Laune heraus einen jungen Hengst vor der Nase seines Pächtern.
Sein Sohn beginnt eine tiefe und innige Liebe zu dem Pferd zu entwickeln und glaubt, dass sie zusammen alles schaffen können - doch der Krieg bringt dunkle Schatten am Horizont.
Als Ted Joey an einen Soldaten verkauft, beginnt eine abenteuerliche Reise. Joey geht durch die Hand eines englischen Soldaten, zwei deutscher Deserteure, einer jungen Französin zurück als Zugpferd zu den Deutschen.
Doch Albert, sein alter Besitzer hat sich auf die Suche nach ihm gemacht...

Also. Die meisten schrecken vor diesem Film zurück, weil er ja ein "Pferdefilm" ist. Tatsache ist, das Pferd ist nur ein Bote, der die Sinnlosigkeit des Krieges durchläuft. Die Sympathien der Zuschauer werden abwechselnd an alle Parteien dieses Krieges verteilt.
Ich habe den Film als unglaublich tiefgreifend empfunden. Spielberg zeigt ein weiteres Mal sein unglaubliches Talent für atemberaubende Bilder und bildhafte und versteckte Hinweise an die Zuschauer.

Die Szenen wechseln zwischen den Wundern des alltäglichen Landlebens in den faszinierenden Gegenden von Frankreich und England hin zu dem Elend, dem Irrsinn und der Angst in den Schützengräben.
Einige Szenen sind mir tief in Erinnerung geblieben; die verstandlose Flucht des Pferdes quer durch verfeindete Lager, besonders auch die Begegnung des Deutschen mit dem Engländer, die sich gemeinsam in Gefahr begeben, um einem verletzen Pferd zu helfen.

Ich bin noch immer zutiefst Beeindruckt von der Eindringlichkeit der Bilder um den Wahnsinn des Krieges, der von hohen Tieren angefangen wird und die Menschen alles kostet.
Ich kann nur jedem, der sich mal wieder etwas tiefgründigere Kost zu Gemüte führen möchte, empfehlen und ich empfehle auch dringend ins Kino zu gehen, um sich den Film anzuschauen. Die faszinierenden Bilder kommen, glaube ich, ausschließlich dort richtig zur Geltung. Nichts destotrotz lohnt sicherlich auch der Kauf der DVD, da das Thema (leider) wohl immer aktuell sein wird.
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TOP 1000 REZENSENTam 23. Dezember 2012
Als Vorlage für den neuen Spielberg Film "Gefährten", der im Original "War Horse" heißt, diente das gleichnamige Kinderbuch von Michael Morpurgo aus dem Jahr 1984.
Wenn am Ende des Film das monumentale Bild auf der Leinwand zelebriert ist, dann hat man 145 märchenhafte Filmminuten erlebt: Die Liebe, den Hass und die bewegendsten Momente eines Lebens und vor allem einer großen Freundschaft.
Klar, natürlich trägt Steven Spielberg gegen Ende emotional noch mächtig auf, wie wenn das Szenario nicht schon rührend und bewegend genug wäre...es muss noch was draufgesetzt werden. Da möchte man am liebsten "aufhören" rufen, denn die Taschentücher sind doch schon alle verbraucht...grins. Aber Spielbergs Overkill hört eben erst mit dem überlebensgroßen Bild ala "Gone with the wind" auf.
Die Bilder, die wie geschaffen für die große Leinwand sind, hat Janusz Kaminski geschaffen - eine Oscarreife Leistung. Trotzdem wurde er bei den Academy Awards von Robert Richardson (Hugo Cabret) geschlagen.
Der Film erzählt in epischer Breite von der Freundschaft zwischen Tier und Mensch und beginnt im Jahr 1912. Der Teenager Albert Narracott (Jeremy Irvine) lebt mit seinen Eltern Ted (Peter Mullan) und Mutter Rose (Emily Watson) auf einer Farm in Devon, England.
Pferde haben es ihm besonders angetan, er beobachtet die Geburt eines jungen Halbbluts und verfolgt auch immer wieder wie das kleine Fohlen heranwächst. Mit der Zeit wird es etwas zutraulich, doch es braucht noch seine Mutter.
Und genau dieses Pferd wird von Alberts Vater bei einer Pferdeauktion gekauft, obwohl er doch eigentlich einen guten Ackergaul gebraucht hätte. Aber er wollte dem Gutsbesitzer und Vermieter Herr Lyons (David Thewlis) zeigen, dass auch er sich ein stolzes Pferd leisten kann.
Nun wirds aber eng mit der Pacht und obwohl der Junge und Joey, das Pferd gemeinsam trainieren, auch für die Landwirtschaft am Pflug schuften...am Ende muss der Vater beim Kriegseintritt das Pferd verkaufen.
So wechselt Joeys Besitzer im Lauf des Krieges, auch der junge Kavallerie-Offizier Captain James Nichols (Tom Hiddleston) ist stolz auf das edle Pferd, doch er verliert es an die Deutschen, wo es den beiden jungen Soldaten und Brüdern Michael und Günter (Leonard Carow/David Kross) zur Flucht dient....
Spielberg ist halt ein Meister des Gefühlkinos. Die Geschichte ist sehr einfach, für jeden verständlich und hat auch - trotz des Grauens, dass der Film zeigt - schöne Botschaften, wie etwa die Macht der Freundschaft. Aber auch sind es Bilder, die traurig machen und aufzeigen, zu was für Grauen der Mensch fähig ist.
Sehr bewegend ist vor allem die Szene in den Schützengräben und dem Pferd im Niemandsland. Fernab vom Kriegsgetümmel entsteht auf beiden Seiten eine Hilfsbereitschaft für das Tier, die beiden Soldaten Collin (Toby Kebbell) und Peter (Hinnerk Schönemann) sind für einige Momente ausserhalb von Feindschaft.
Natürlich muss man ein Faible für solche etwas altmodischen Tränendrücker haben, mich hat der Film aber schon irgendwie erreicht, auch wenn es nur ein etwas grausames, aber hoffnungsvolles Märchen bleibt. Er erinnert etwas an Willam Wylers "Lockende Versuchung" - nur halt mit Pferd.
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am 10. März 2012
Die Geschichte eines Jungen, der ein Pferd trainiert, einreitet und lieb gewinnt. Aus Geldmangel muss der Vater das Pferd an die Armee verkaufen und aus Trotz und Frust, meldet sich der Junge Mann ebenfalls. Das Pferd erlebt den Krieg, die Menschen und den Tod - genau wie auch der junge Mann. Sie verlieren sich und die Frage ist, ob sie sich jemals wiedersehen werden.

Ich - als Mann - finde den Film in grandiosen Bildern festgehalten beeindruckend. Natürlich wird hier übertrieben auf die Tränendrüse gedrückt und die Freundschaft zwischen Mensch und Tier über alles Andere gestellt, was in Ansätzen auch realistisch sein dürfte. Der Krieg zeigt sein hässliches Gesicht, vor allem auf der persönlichen Ebene. Natürlich ist der Film nicht brutal, auf Grund der Zielgruppe wäre alles andere auch dämlich gewesen.

Fazit:
Krieg und Liebe, Pferd und Mensch, Spielberg wie er leibt und lebt. Großes Kino mit Gefühl und Dramatik in bester Hollywood-Tradition. Ansehen...
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VINE-PRODUKTTESTERam 8. März 2012
Ein Pferdefilm, der während des 1. Weltkriegs spielt. Hm, kann das was sein? Lohnt es sich, so etwas anzuschauen? Die Trailer waren meines Erachtens nach schon sehr vielversprechend.
Kriegsfilme sind ja eigentlich nicht so mein Ding, aber die Altersfreigabe von 12 deutete auch darauf hin, dass hier der Zuschauer von den meisten der Gräueltaten verschont bleibt und so ist es dann auch. Natürlich gibt es viele Tote, beinahe alle Charaktere, die man etwas näher kennen lernt, sind am Ende tot und viele der Statisten müssen sterben. Dabei gibt es aber wenig Blut zu sehen, was ich persönlich als sehr angenehm empfunden habe, denn es wird gleichzeitig keineswegs verharmlost, was wirklich geschehen ist.
Zu Albert und seinem Pferd Joey baut man schnell eine Beziehung auf, fühlt mit ihnen, lacht mit ihnen, kämpft mit ihnen und weint auch mit ihnen. Es ist auf jeden Fall angebracht Taschentücher mitzunehmen, um an zwei bis drei Schlüsselszenen schamlos auch einige Tränen zu verdrücken. Es geht einfach nahe ans Herz, was man dort auf großer Leinwan sieht.
Hinweg sehen muss man über einige Punkte, die übertrieben sind. Albert und sein Pferd schaffen oftmals das Undmögliche und Joey ist deutlich intelligenter, als es für ein Pferd normalerweise möglich ist, sodass man ab und zu schon denkt: "Naja, nicht ganz logisch... aber was solls."
Dieser Film ist, sobald das Pferd sich dann im Krieg befindet, ein Wechselbad der Gefühle. Mal sieht es wirklich schlecht für ihn aus, dann scheint er wie durch ein Wunder wieder gerettet. Das Glück wendet sich wieder und er wird im Krieg erneut zugrunde gerichtet.
Zwischen all der Dramatik und der sehr ernsten Thematik ist es aber trotzdem immer wieder auch gelungen Szenen einzubauen, die den Zuschauer lächeln lassen, ohne dass sie unfreiwillig komisch wirken.

Für mich war dies ein sehr gelungener Film mit einer ungewöhnlichen Perspektive auf einen Krieg. Obwohl es einige Ungereimtheiten gibt, bin ich gewillt darüber hinwegzusehen und habe Albert und Joey in mein Herz geschlossen. Ich empfehle diesen Film somit gerne weiter.
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am 26. Februar 2012
ich habe seid Jahren kaum einen vergleichbar guten, tiefgehenderen und mitreißenden Film gesehen.
Sehr sehr beeindruckender Film. Meisterleistung für das Pferd und so muß Kino sein ! Respekt ! Emotional auch als Mann..
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am 18. Januar 2016
Spannung, Kulisse, Unterhaltung verdienen volle 5 und wenn es die gäbe sogar 6 Sterne. Kurz und knapp wird ein Teil des harten und traurigen Leben eines Pferdes beschrieben. Tolles Thema, da Pferde es in Kriegszeiten oft wirklich hart hatten. Wie viele schindete man - allerdings schindete man auch den Menschen, um es zu guter Letzt dann zu schlachten, weil man selbst am verhungern war. Und das obwohl die Pferde treu und anspruchslos ihren aufgezwungenen Dienst taten.

Erst zeitig von der Mutter getrennt, dann versteigert, missbraucht als Ackergaul und schließlich in die Wirren des 1. Weltkriegs hineingezogen. Auch dort wechselt es die Besitzer, mal gehört es französischen Zivilisten, mal britischen mal deutschen Militär.

Was mir nicht gefallen hat ist wieder einmal die Darstellung der Deutschen, brutal, herzlos, unsympathisch. Wann lernt man es wohl, es gibt im Krieg kein schwarz und weiß - nur grau.

Dafür würde ich eigentlich sogar 2 Sterne abziehen, wegen der ansonsten tollen Unterhaltung, die hinsichtlich der Beziehung Pferd - Mensch manchmal den Bogen auch überspannt, halte ich 4 für angebracht. .
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am 21. Februar 2012
Ein sehr schöner Film, der Mut, Freundschaft, Zielstrebigkeit, Ehre, Loyalität und Ehrlichkeit als Werte hervorhebt.
Dennoch sollte man vorsichtig sein, diesen Film pauschal als Familienfilm zu positionieren. Die Bilder und Szenen sind nicht für Kinder aller Altersklassen geeignet, FSK 12 voll gerechtfertigt und auch wenn keine besonders blutigen realistischen Szenen vorkommen, zeigt sich dennoch kriegstypisches brutales Töten.
Zu Beginn fühlt man sich wie in einem klassischen Black Beauty oder Fury Film, im Laufe der Zeit wandelt sich das Ganze aber in eine Form von "Im Westen nichts Neues"...hier muß das Pferd dann als "den Besitzer wechselndes Stiefelpaar" herhalten.
Der Film vereint aber alle Elemente die einen guten Film ausmachen, Spannung, mehrere Höhepunkte, mehrere Helden und Geschichten, Längen habe ich zu keiner Zeit verspürt, die Kameraeinstellungen bieten teils sehr schöne Aufnahmen und gute bis teils unwirkliche Lichverhältnisse mit einem am Schluß mehr amerikanischem Westernfarbenspiel als einem englischen Sommerabend.
Meiner Meinung nach voll empfehlenswert mit guten Charakteren, auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass sich dort irgendwo eine Oskar-reife Leistung verbirgt, aber das ist auch kein zwingender Garant für einen guten Film, oder?
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am 16. September 2012
... hat mich -Gefährten- von der Vorfreude in die Realität zurückgeholt. Steven Spielberg, von mir hoch geschätzt, hat aus Michael Morpurgos Jugendroman eine Seifenoper in Cremefarben gemacht. Dabei hat der Regisseur aus Ohio sich ganz bewusst an traditionelle Verfilmungen der 40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts gehalten. Bei Außenaufnahmen, die wie im Studio produziert wirkten, oder Filmsequenzen, die in unnatürlichen Farben geradezu ertranken, sah ich immer wieder die Lassie-Verfilmung -Heimweh- vor mir. Und die ist aus dem Jahr 1943. Nun mag es sein, dass sich Spielberg damit einen Kindheitstraum erfüllte und es eine Menge Zuschauer gibt, die sich freuen so etwas Altbackenes mal wieder anschauen zu dürfen; ich gehöre definitiv nicht dazu. Morpurgos schlichter Roman ist sicher nicht dazu angetan, den Pulitzer Preis einzukassieren, aber der Stoff hat einen Funken Magie, den Spielberg in seiner Verfilmung auch nicht ansatzweise einfangen konnte. Ich finde das schade, denn da wäre soviel mehr möglich gewesen...

Der junge Albert lebt auf einem Bauernhof in England. Nach einem Kneipenabend kommt sein Vater mit einem gekauften Fohlen nach Hause. Das Tier soll auf dem Hof helfen. Albert verliebt sich von Anfang an in das Tier; sein Vater entwickelt eine Antipathie gegen Joey; wie Albert das Fohlen genannt hat. Albert bildet Joey aus und macht ein gutes Arbeitspferd aus ihm. Zu Beginn des 1. Weltkriegs verkauft Alberts Vater Joey an die Armee. Das Pferd landet in Schlachten der Kavallerie auf dem Kontinent, verliert seinen Reiter, wird von den Deutschen gefangen genommen und muss Verletzte transportieren. Zusammen mit dem Pferd Topthorne landete Joey schließlich auf einem Hof bei der kleinen Emilie. Jetzt scheint alles besser zu werden. Emilie liebt die Pferde und Topthorne und Joey sind unzertrennlich. Doch der Krieg geht weiter und die Pferde finden sich alsbald vor einen Kanonenwagen gespannt wieder. In der Schlacht entscheidet sich das Schicksal von Topthorne und Joey. Ob es da noch Sinn machte, dass Albert "seinem" Joey hinterhergefahren ist? Er hat sich verpflichten lassen, um Joey zu finden. Doch nicht nur er allein sucht das treue Pferd...

Diese Geschichte hat etwas. Spielberg nutzt die Chance jedoch nicht, das filmisch umzusetzen. Er lässt wichtige Teile der Handlung weg(z.B. Joeys Anfänge auf dem Hof mit dem Ackerpferd Zoey) und "bläst" andere Ereignisse unnötig auf. Herausgekommen ist dabei ein Film der, wenn sie mich fragen, vor 60 Jahren ein Welterfolg geworden wäre, heute aber komplett aus der Zeit erscheint. Wenn sie sehen möchten, in welcher Art und Weise man aus dieser Story einen Klasse-Film hätte produzieren können, dann schauen sie sich einfach den offiziellen Trailer an. Der verspricht alles, was der Film leider nicht halten kann. Aber sie wissen ja: Sie dürfen und können das natürlich komplett anders sehen und entscheiden letztendlich selbst, wie Spielberg Joeys Odyssee auf die Leinwand gezaubert hat. Mich hat das Ergebnis jedenfalls ernüchtert...
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am 30. August 2012
Eines muss ich gleich zu Beginn sagen: Ich bin ein Pferdemann! Durch und durch! Ohne Pferde hätte mein Leben keinen Sinn. Jede freie Minute verbringe ich seit über 40 Jahren mit Pferden, stecke alles Geld in dieses "Hobby" - ein besseres Wort gibt es ja nicht dafür.

So, und aus dieser Sicht schreibe ich die Kritik. Es geht um die Geschichte zweier Pferde, welche zueinander stehen. Das sind die "Gefährten" in diesem Film.

Durch die Wirrungen des 1. Weltkrieges finden sie zueinander, stehen füreinander ein.

Aus der Sicht dieser beiden Pferde, insbesondere aus der Sicht von Joey, erlebt man dieses von Spielberg wahrhaft eindrucksvoll und mit viel Mühe in Szene gesetzte Kriegsdrama.

Ich glaube, dass dieser FIlm deshalb für Pferdefreunde und für Menschen, welche einfach einen spannenden Film sehen möchten, durchaus sehenswert ist.

Dennoch habe ich einige erhebliche Kritik an diesem Film, und zwar aus historischer Sicht:

So, wie auch schon bei Schindlers Liste, differenziert Spielberg in wiederholter, geradezu naiver Weise, in Gut und Böse. Auf der einen Seite, der gute Engländer, der gute Franzose, welcher in den Krieg zieht, oder diesen ertragen muss, auf der anderen Seite der böse Deutsche, welcher Zigarrenrauchend, mit besonderer Vorliebe, andere quält, Tiere ohne nennenswerten Grund erschießt und überhaupt eigentlich die Ausgeburt des Bösen ist.

Ich würde Spielberg mal dringend zu einer intensiven Geschichtshistorie raten, damit er lernt, wie es eigentlich zum 1. und zum 2. Weltkrieg kam, insbesondere den Hintergrund der Versailler Verträge würde ich ihm gerne ans Herz legen. Aus diesem Grund möchte ich ihm auch zum Ken Folletts Buch, "Sturz der Titanen" raten, in welchem ein Engländer (man glaubt es kaum) erstmals die historischen Wahrheiten korrekt wiedergegeben hat.

Wenn wir schon bei historischem Humbug sind, dann möchte ich einfach auch mal darauf hinweisen, dass 1914 eine arme Bauernfamilie in England NIEMALS am hellichten Tag das Licht in der guten Stube brennen gelassen hätte, dass zu Beginn des Krieges kein deutscher Soldat mit Eisenrem Kreuz auf der Brust herumgelaufen wäre. Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass Steckrüben üblicherweise im Herbst gepflanzt werden und dann im kommenden Jahr geerntet werden .... ja, undundund ... es stimmt einfach so gut wie nichts, was korrekt hätte dargestellt werden können, wenn Spielberg sich einfach mal die Mühe machen würde, anständig zu recherchieren ... aber das hat er offensichtlich nicht nötig.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht auf die vielen Unzulänglichkeiten in der Darstellung des "Horsemanship" eingehen, auf die völlig absurde Ausbildung von Joey und die Tatsache, dass hier kurzerhand ein Fohlen durch ein - für einen Pferdefreund sofort erkennbar - völlig anderes Pferd ersetzt wird, obwohl man dies ganz einfach hätte vermeiden können, wenn man Liebe fürs Detail gehabt hätte. Ein angeblich 1jähriger, welche mindestens 3 Jahre alt ist, auf die Tatsache, dass ein Pferd mit hohem Vollblutanteil nie und nimmer einen steinigen Acker pflügen könnte, ... ach, ich weiß gar nicht, was ich hier noch alles bemängeln soll.

Spielberg hat es vermasselt!

Eigentlich eine gute Geschichte, mit Inhalt, aber derart stümperhaft umgesetzt, dass ich beim besten Willen nicht mehr als 3 Sterne geben kann. Es hätte ein Klassiker werden können.
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