Über dieses Buch bin eher zufällig gestoßen, als ich las, dass es die Vorlage für Stephen Spielbergs neuen Film werden würde. Neugierig geworden las ich es und ich konnte schnell verstehen, warum Spielberg dieses Juwel verfilmen will.
Der Held des Buches ist Joey, ein Pferd, das als Kavalleriepferd im 1. Weltkrieg eingesetzt wird und dabei mehrfach seine Besitzer und damit die Fronten wechselt. Aus dem Blickwinkel des Pferdes erzählt die Geschichte vom Grauen und von der Sinnlosigkeit des Krieges. Joey zieht Ambulanzwagen, transportiert Munition und wird immer wieder in das für ihn unverständliche und bedrohliche Kriegsgeschehen gezogen. Dabei unterscheidet das Pferd Freund und Feind nicht nach der Farbe der Uniformen, sondern danach, welche Menschen ihm mit Güte und Sanftheit und welche ihm mit Brutalität begegnen.
Parallel zu Joeys Geschichte wird die von Albert erzählt, dem kleinen Farmjungen, der mit Joey aufgezogen ist und sich auf die Suche nach seinem geliebten Pferd macht. Diese Suche endet im Niemandsland zwischen den Schützengräben, wo Joey eines Tages verletzt liegt und von Albert gefunden wird. Zu Alberts Erstaunen schweigen plötzlich die Waffen und Soldaten aller Armeen beteiligen sich an der Rettung des Pferdes und beweisen damit, dass sie sich trotz des Kriegshorrors ihre Menschlichkeit zumindest gegenüber einem Tier bewahrt haben. Tragisch ist, dass sie trotz dieser gemeinsamen Rettungsaktion kurz danach wieder versuchen werden, sich zu töten.
Michael Morpurgo ist ein bekannter englicher Kinderbuchautor und auch War Horse, so der Originaltitel, ist eigentlich ein für Kinder geschriebenes Buch . Die Botschaft des Buches und diee unsentimentale aber dennoch sehr poetische Schreibweise Morpurgos machen daraus einen der bewegendsten Antikriegsromane, die ich kenne.
Auf die Verfilmung durch Spielberg bin ich gespannt.