Während einer Verfolgung durch wütende Bauern, wird Marioette von ihren beiden Begleitern getrennt und ist dem wütenden Mob ausgeliefert. Doch zum Glück kann sie entkommen und kommt zum Schluss bei dem (leicht boshaften) Mädchen Yuna und ihrer Großmutter unter.
Doch eine Verschnaufpause ist ihr nicht gegönnt, geht der Kampf gegen die "Schwarze Kraft" doch weiter und dieses Mal werden die Gefährten in eine epische Quest verstrickt, die ihre kühnsten Vorstellungen vergleichsweise nichtig erscheinen lassen dürften. Dabei sind sie nicht die einzigen, die sich auf die Reise machen.
"Die drei Augen der blaugrünen Stadt" hat nicht nur den längsten, wenn nicht gar kompliziertesten, Titel der Trilogie um das Außenseitertrio, sondern auch die komplexeste Geschichte. Bourgeon lässt seine Figuren auf mehrere Ebenen (zeitlich, wie auch räumlich) agieren, wirft mit Symbolen und Anspielungen um sich (und sollten es keine sein, so besaß er zur Entstehungszeit dieses Albums zumindest eine blühende Fantasie!) und führt dies nach und nach zusammen, um am Ende den Leser doch seinen eigenen Interpretationen zu überlassen.
Ist dies schlecht?
Es kommt darauf an, ob einem eine solche Erzählweise gefällt oder nicht.
Wenn man es gerne klar und einfach hat, so wird einem der Band sauer aufstoßen und man muss ihn als notwendiges Übel sehen, bis man den epischen dritten Band lesen kann (oder man überspringt Band 2 einfach dreist, da er insgesamt doch für sich alleine steht).
Denkt man jedoch gerne mit und ist vielleicht ein Kenner der mittelalterlichen Folklore, so dürfte man mit angemessen viel Fachwissen bestimmt seine wahre Freude an der Geschichte haben.
Und wenn einem all dies schlichtweg egal ist, so bekommt man zumindest eine recht abgedrehte Geschichte mit wunderschönen Bildern serviert, denn zumindest zeichnerisch ist auch "Die drei Augen der blaugrünen Stadt" immer noch eine wahre Pracht und scheinbar sogar eine kleine Verbesserung, im Vergleich zum ersten Band.
Trotzdem sei hier auch angemerkt, dass Bourgeon bei aller Fantasie es auch schafft, die verschiedenen Stränge zu einem sauberen ganzen zusammenzuführen und "Die drei Augen der blaugrünen Stadt"(was für ein Titel...) zumindest vom handwerklichen Teil der Geschichte her, ein schöner Band geworden ist, auch wenn leider die charakterliche Entwicklung der Figuren hinten anzustehen hat, da der Plot eindeutig Vorrang besitzt.
Auch die Aufmachung des Splitterverlages kann sich wieder mit guten Papier und stabiler Bindung sehen lassen und als nettes Bonusmaterial gibt es wieder Artworks und als weiteres Schmankerl den kompletten "Gesang der Reihen" (der thematisch durch den ganzen Band zieht und vielleicht sogar einige Hinweise auf des Rätsels bietet).
Insgesamt also ein weiterer schöner Band, der vier Sterne verdient hätte, jedoch noch einen fünften erhält, da er mir persönlich sehr zugesagt.