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Gefährliches Pflaster. Kriminalität im Römischen Reich
 
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Gefährliches Pflaster. Kriminalität im Römischen Reich [Taschenbuch]

Marcus Reuter , Romina Schiavone
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 540 Seiten
  • Verlag: Verlag Philipp von Zabern; Auflage: 1 (27. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3805343825
  • ISBN-13: 978-3805343824
  • Größe und/oder Gewicht: 27,6 x 21,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 192.336 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Antike war ein gefährliches Pflaster. Korruption, Grabschändung, Raub oder Mord in einer Welt ohne Polizei im heutigen Sinn tat man gut daran, auf der Hut zu sein. In 29 Beiträgen bringt der reich bebilderte Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung in Xanten eine Vielzahl archäologischer Zeugnisse und Textquellen zum Sprechen. Dem Leser wird vor Augen geführt, welchen Verbrechen die Menschen in römischer Zeit ausgesetzt waren und wie sie sich davor schützten, wie der Staat gegen die Täter vorging und welche Strafen sie erwarteten. So entsteht nicht nur ein umfassendes Bild der Kriminalität im Römischen Reich, Vergleiche mit der heutigen Justiz und Polizeiarbeit machen die zeitlose Aktualität des Themas deutlich.

Über den Autor

Die Herausgeber: Dr. Marcus Reuter, geb. 1966, studierte Provinzialrömische Archäologie, Alte Geschichte sowie Vor- und Frühgeschichte an den Universitäten Freiburg und Wien. Er ist Leiter des LVR-Römer-Museums im Archäologischen Park Xanten. Romina Schiavone M. A., geb. 1979, studierte Vor- und Frühgeschichte und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main. Sie ist freiberufliche Archäologin und Kuratorin der Sonderausstellung Gefährliches Pflaster Kriminalität im Römischen Reich .

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Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
"Nullum crimen sine lege, nulla poena sine lege."
(Bis heute gültige römische Rechtsgrundsätze)

"Gefährliches Pflaster. Kriminalität im Römischen Reich" ist der Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung, die zwischen dem 8. Juli 2011 bis zum 12. Februar 2012 im LVR-RömerMuseum in Xanten stattfindet.

In ihrem Vorwort weisen die beiden Herausgeber des Bandes, Dr. Marcus Reuter Romina Schiavone M. A., darauf hin, dass das hochentwickelte römische Rechtswesen in vielen Bereichen bis in unsere Gegenwart fortlebt. Demgegenüber hatte es jedoch im Römischen Reich zu keinem Zeitpunkt eine reguläre Polizei gegeben, die für die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit sorgte und die Menschen vor kriminelle Übergriffen schützte. Über viele Jahrhunderte blieb dies weitgehend eine Privatsache. Die strafrechtliche Verfolgung von Kriminaldelikten war nicht normiert, so dass diese nicht nur unterschiedlich ablief, sondern auch von einem provisorischen Charakter geprägt war....

....aufgrund eines fehlenden Strafverfahrensrechtes ist es nicht verwunderlich, dass man in einer Vielzahl zeitgenössischer Quellen Hinweise zur weiten Verbreitung von Kriminalität finden kann. Ein besonderes Interesse bei der Forschung hat das Räuberunwesen gefunden, so dass hierzu inzwischen eine ansehnliche Zahl von Arbeiten vorliegt. Obwohl Falschspielerei, Betrugsdelikte, Diebstähle und andere Verbrechen (im kriminologischen Sinn) sicherlich weitaus häufiger vorkamen als Raubstraftaten, sind diese in der Wahrnehmung der Forschung weniger präsent.

Zur Erlangung eines realistischen und differenzierten Bildes der Kriminalität und Strafverfolgung im Römischen Reich wurden daher neben Archäologen und Althistorikern auch Spezialisten aus den Disziplinen Numismatik, kunsthistorische Bau- und Forschungsgeschichte, Papyrologie, Anthropologie und der Rechtsgeschichte herangezogen. Diese Spezialisten kommen in insgesamt 29 Kapiteln zu Wort. Die einzelnen Beiträge sind zwischen acht bis achtzehn Seiten, im Durchschnitt ca. 10 Seiten lang. Neben Graphiken und Farbfotografien, weisen alle Artikel zum Abschluss neben der Auflistung von Anmerkungen/Fußnoten/Quellen und einem Literaturverzeichnis auch die Beschäftigungsstelle, die Email-Adresse und mitunter auch die Anschrift des jeweiligen Autors vor.

Der erste - mit 85 Seiten kleinste - Teil des Bandes befasst sich mit dem Sicherheitsbedürfnis der provinzialrömischen Bevölkerung. Hier lassen Spuren des Sicherheitsdenkens in der Architektur auf ein "introvertiertes Wohnen" schließen. Neben Sicherungen wie Schlüssel und Schloss verbesserte auch ein vermeintlich göttlicher Schutz durch Statuetten das subjektive Sicherheitsempfinden. Auf Reisen waren hierfür die Wegegöttinnen zuständig.

Mit seinen 135 Seiten ist der zweite Teil des großformatigen Softcovers ganz der Phänomenologie der unterschiedlichen Verbrechen gewidmet. Eine besondere Methode waren die rituell geschriebenen und niedergelegten "Gebete um Gerechtigkeit" oder "Rachegebete", mit denen das eigene Anliegen zur Sache einer Gottheit gemacht werden sollte. Bei solchen "Fluchtäfelchen" ging es meistens um persönliche Konkurrenz. Falschmünzerei, Falschspielerei waren ebenso verbreitet, wie jene die heute unter den Begriff Amtsdelikte fallen. Die Vielfalt religiöser Delikte lag in den Vergehen gegen die Götter. Die Strafbarkeit von Sexualdelikten hat sich, mit Ausnahme des Ehebruchs, bis heute gehalten. Die Fälle des "Violatio sepulchri" (Grabfrevel) sind in der Gegenwart weitaus weniger festzustellen, während das Phänomen des Straßenraubes auch heute noch vor allem in den Großstädten präsent ist. Für Gewaltverbrechen wie Mord und Totschlag legen römische Grabinschriften Zeugnis ab. Während die Piraterie heute wieder in Mode gekommen ist, haben die Delikte nach dem heutigen "Wehrstrafgesetz" gegenüber jenen im römischen Imperium stark abgenommen.

Der dritte Teil befasst sich auf 159 Seiten mit der Strafverfolgung und der Rechtsprechung. Neben den Aspekten zu den kriminologischen Teildisziplinen Viktimologie und Pönologie, gibt es hierbei auch Beiträge zur forensischen Kriminalistik, wie die Nachweismöglichkeiten von Verbrechen und Strafen an menschlichen Skelettresten. Darüber hinaus wird die Stellung der Frau und die der Kaiser im römischen Recht dargelegt.

In einem 18seitigen Ausblick werden zunächst das römische und heutige Strafrecht einem Vergleich unterzogen, bevor Jürgen Bock mit der Arbeit der Polizei in Nordrhein-Westfalen die heutige Verbrechensbekämpfung anhand von Zahlen, Fakten und Daten aufzeigt.

3 Seiten Anhänge mit einer umfangreichen Auswahlbibliographie, Abkürzungsverzeichnisse der zitierten antiken Autoren und Schriften sowie der Lexika, Corpora und Begriffe, jeweils ein antikes und modernes Ortsregister, ein Personenregister und ein Sachregister.

"Gefährliches Pflaster. Kriminalität im Römischen Reich" ist ein gewichtiges und sehr anschauliches Werk, das jedem an Kriminologie, Kriminalistik und Jurisprudenz Interessierten empfohlen werden kann, gleichgültig ob er die Ausstellung besucht hat oder nicht. Abschließend bleibt zu hoffen, dass die Ausstellung später auch in den kooperierenden Museen, Archäologisches Museum Frankfurt, Limes Museum Aalen, LVR-LandesMuseum Bonn, Archäologischer Park Carnuntum (Niederösterreich/A); Vindonissa-Museum Brugg (Aargau/CH).

5 Amazonsterne für ein gelungenes interdisziplinär-wissenschaftlich Werk.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gefährliches Pflaster... 8. August 2011
Von Amazon bestätigter Kauf
Wer schon mal ein römisches Castell besucht hat und sich für römische und germanische Geschichte interessiert, sollte auch dieses Buch zur Austellung ins Auge fassen.

Sehr empfehlenswert, auch weil faktenorientiert mit wissenschaftlicher Nüchternheit geschrieben.
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