Die Journalistin Barbara Barkhausen hat mit dem Buch 'Gefährliches Australien' ein sowohl kenntnisreiches wie auch sehr unterhaltsam zu lesendes Werk auf den Markt gebracht, dass eine echte Marktlücke füllt. So beschäftigen sich zwar viele Werke über die Fauna Australiens oder auch Reiseführer mit der giftigen und bissigen Tierwelt des fünften Kontinentes, doch bis dato gab es kein Buch, in dem man nicht neben diversen Warnhinweisen auch einiges Überraschende über die Giftstoffe selbst erfahren konnte.
Barkhausen verzichtet darauf eine kleine Fauna-Horrorschau zu machen. Das Buch zeigt zwar wie Verletzungen durch Bisse von Schlangen und Haien aussehen, ist aber alles andere als ein Gruselkabinett. Down Under ist ein Paradies für Krokodile, Spinnen, Haie, Giftschlangen, Quallen und Schnecken. Nichts scheint sich besser als Australien-Mitteilung in deutschen Medien zu verkaufen als eine Nachricht über Unfälle mit diesen Tieren. Fast jeder Haiangriff schafft es bis in die bunten Seiten der Tagespresse und der Online-Magazine. Barkhausen bleibt da bei den Fakten und startet das Buch nach einer erfreulich kurz gehaltenen Einleitung mit einem Kapitel über Gift und Gegengift in dem man gleich mal dafür sensibilisiert wird, dass auch die Gifte etwas Gutes haben können. Im dritten Kapitel stellt Barkhausen den Spinnenexperten Joel Shakespeare vor ' ein Spinnenmelker. Weitere Exkurse in nachfolgenden Kapitel widmen sich Peter Mirtschin, dem Besitzer einer Schlangenfarm in Südaustralien, Craig Adams, der im Australian Reptile Park arbeitet und weiteren Wissenschaftlern die sich mit Tiergiften beschäftigen. Barkhausen stellt auch Rodney Fox vor, der 1963 von einem weiße Hai gebissen wurde und heute in Südaustralien Touristen Haie auf Touren nahe bringt wird.
Wer sich ernsthaft mit Australiens gefährlichen Tieren beschäftigt, ist mit diesem Buch bestens beraten. So erfährt der Leser, dass die meisten Unfälle mit Gifttieren durch Schlangenbisse hervorgerufen werden. Jedes Jahr werden zwischen 1500 und 3000 Menschen von Schlangen gebissen, rund 200 bis 300 brauchen die Injektion eines Gegengiftes, Todesfälle mit Schlangen werden im Schnitt zwischen ein und zwei registriert. Auf der Unfallskala folgen dann schon Bienen, Wespen und Hornissen. Sehr nützlich auch die Zusammenstellung von Adressen, wo in Australien diese gefährlichen Tiere ohne Risiken beobachtet und erlebt werden können.
Das gesamte Buch liest sich spannend und unterhaltsam, man merkt der sehr sachkundigen Autorin die Begeisterung für das Thema an und der Funke springt unzweifelhaft über. Es ist zuweilen hervorragend bebildert und in einem ansprechend-modernen Layout und hochwertigem Druck umgesetzt worden. Für die Diagonalleser werden informative Häppchen herausgehoben und 'Wussten Sie schon'-Boxen dienen als 'Durchblätterstopper'. Aufgrund des Formats ist es weniger als 'Tierweltführer vor Ort' gedacht sondern eher für zuhause vor oder nach einer Reise.
Fazit: Sehr zu empfehlen - auch zum Abbau von Ängsten