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Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert
 
 
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Gefährliche Zeiten: Ein Leben im 20. Jahrhundert [Gebundene Ausgabe]

Eric Hobsbawm , Udo Rennert
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 504 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (4. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446203753
  • ISBN-13: 978-3446203754
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 456.382 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Eric J. Hobsbawm
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Biografien enden für gewöhnlich mit dem Tode des Protagonisten. Autobiografien, so Eric Hobsbawm am Ende seines Werkes ironisch, besitzen keinen solchen natürlichen Abschluss. Und dennoch setzt eine dramatische Zäsur in der Weltgeschichte den tragischen Schlussstein zu diesem lang erwarteten Erinnerungswerk. In einem Londoner Krankenhaus liegend, verfolgte der Historiker im Fernsehen die Terrorakte des 11. September. Resigniert musste er feststellen, dass dieses Ereignis Sinnbild all dessen war, was das 20. Jahrhundert an Schlechtem gebracht hatte: Massaker; hoch entwickelte, aber unzuverlässige Technik; schließlich der globale Kampf zwischen der Welt Gottes und der des Satans.

"Es gibt kaum einen besseren Ort als ein Krankenhausbett, um über die außergewöhnliche Flut orwellscher Wörter und Bilder nachzudenken, die über die Bild- und Druckmedien über uns hereinbricht, dazu gedacht, zu täuschen, zu verbergen und irrezuführen!" Es ist kennzeichnend für den Skeptiker und linken Humanisten, der im Jahr der Russischen Revolution geboren wurde, die Dinge ruhig und unaufgeregt in ihrem historischen Kontext zu sehen.

Als englisch-jüdischer Staatsbürger 1917 in Alexandria geboren, übersiedelt Hobsbawm mit Familie nach Wien (wo der Autor und seine Schwester durch den frühen Tod der Eltern zu Waisen werden). Es folgen die Berliner Jahre 1931-1933 und der Beitritt zur kommunistischen Bewegung -- brisante Zeiten, die kurz nach Hitlers "Ermächtigungsgesetz" mit der Emigration in die neue Heimat England enden. Hier wird der Chronist und Deuter des 20. Jahrhunderts geboren. Hobsbawm, der zeitlebens mit den kommunistischen Idealen liebäugelt, bleibt ein Widerständler -- vor allem aber ein Humanist. Dass ihm neben all den komplizierten historischen Zusammenhängen noch Zeit bleibt, dem Leser seine Familie und seinen geliebten Jazz nahe zu bringen, lockert die Lektüre angenehm auf.

Gemessen an Hobsbawms genereller Neigung zum britischen Understatement, hat der deutsche Verlag diesem bedeutenden Geschichtsschreiber mit dem unnötig reißerischen Titel keinen Gefallen getan. Hobsbawm selbst schienen im englischen Original Interesting Times durchaus zu genügen. Spannende Zeiten waren es selbstredend. Der Leser sollte sich zu diesem gewaltigen Geschichtsbogen Zeit nehmen. Es geht um nichts weniger als um das Verstehen des Hier und Heute. --Ravi Unger

Pressestimmen

"Was nicht nur die Historiker bewundern, sondern eine weltweite Lesergemeinde schätzt, ist seine Fähigkeit, Epochen und Entwicklungen im großen Überblick, im großen Zusammenhang fasslich zu erklären." Claudia Kühner, Tages-Anzeiger Zürich, 06.11.03

"Es ist unmöglich, auch nur annähernd den Reichtum dieses Buches zu referieren: den Reichtum an Analysen, an Porträts, an Selbstreflexion der historischen Wissenschaft ... und, was bei einem so langen Leben verwunderlich ist, an skurrilen ebenso wie tragischen Geschichten ..." Jochen Schimmang, Die Welt, 09.08.03 "Hobsbawm gilt zu Recht als einer der bedeutendsten Historiker der Gegenwart ... Die ironische Distanz des jungen Studenten sich selbst gegenüber - sie kennzeichnet auch die Autobiografie des alten Gelehrten. Und das unterscheidet sie recht vorteilhaft von den Memoirenwerken mancher anderer Intellektueller ... Manchmal wird Hobsbawm, der so wunderbar pointieren kann, direkt geschwätzig ... Der eindrucksvolle Lebensbericht eines großen Gelehrten, der Rechenschaft ablegt über sein Jahrhundert der Extreme." Volker Ullrich, Die Zeit, 14.08.03 "Ein brillanter, origineller Historiker, ein spannender und widersprüchlicher Mensch, skeptisch in seinen Ansichten, treu in seinen Überzeugungen ... Wortreich und temperamentvoll lässt er Atmosphären, Milieus und Mentalitäten wieder aufleben und stellt über Zeit, Raum und Disziplinen hinweg Zusammenhänge her, die oft überraschend, fast immer unorthodox und auf jeden Fall bedenkenswert sind." Klara Obermüller, Neue Zürcher Zeitung, 02.11.03 "Die zur Weltgeschichte passende Lebensgeschichte - und zugleich für sich fesselnd genug." Christian Esch, Berliner Zeitung, 22.09.03 "Hobsbawm ist ein wunderbarer Schriftsteller: eine klare, schnörkellose Sprache verbinden sich mit einem ebenso ironischen wie mitfühlenden Geist ... Seine Autobiografie ist durchkomponiert wie ein Musikstück und liest sich spannend wie ein Roman." Jochen Schimmang, Die Welt, 09.08.03

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein ungewöhnlicher Mensch 20. Februar 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Die Vita von Eric Hobsbawm ist so außergewöhnlich, dass sich schon aus diesem Grund die Lektüre lohnt: In Agypten 1917 als Kind eines britischen Beamten und einer Österreicherin geboren, in Wien aufgewachsen, in Berlin Anfang der 30er Jahre zur Schule gegangen und politisiert, nach Großbritannien emigriert und hier dann der langsame Aufsteig zum heute allseits anerkannten Historiker, der früh die Sozialgeschichte entdeckt hat.
Man lernt in diesem Buch etwas über eine heute ferne Generation, was es bedeutete, als britischer Kommunist die Republik im Spanischen Bürgerkrieg zu unterstützen, der Kampf gegen den Krieg, die Marginalisierung im Kalten Krieg, die Hobsbawms wissenschaftliche Karriere um Jahrzehnte zurückwarf. In einem Alter, als andere sich schon fest im akademischen Betrieb etabliert hatten fing es für Hobsbawm erst so richtig an. Gottlob hat er ein gesegnetes Alter erreicht.
Man findet in der Autobiografie zwar mache Versatzstücke aus anderen Werken, wer die jedoch erkennt ist ohnehin ein absoluter Fan und dem macht dies nichts aus.
Hobsbawm galt in der 68er Linken als etwas weniger langweiliger Kommunist der alten Schule - eine Abneigung die Hobsbawm erwidert. Politisch ist Hobsbawm eben nicht ganz so einfach: Nie aus der moskautreuen kommunistischen Partei Großbritanniens ausgetreten (er hat sie ganz einfach überlebt) empfindet er heute die Wahlniederlage von Neil Kinnock als den traurigsten politischen Abend seines Lebens. Was angesichts dessen, was Hobsbawm so alles erlebt hat doch einigermaßen verblüfft.
Eine Freude ist Hobsbawms Humor. Etwas nervig habe ich die Selbstbeschreibung seines Sprachtalents empfunden - aber vielleicht liegt das daran, das ich selbst an fünf Sprachen gescheitert bin.
Eine Warnung zum Schluss: wer das Buch gelesen hat will mehr und wird die Antiquariate etwa nach Hobsbawms dreibändiger Geschichte des "langen 19. Jahrhunderts" durchstöbern.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Glücksfall 9. Februar 2004
Von Dietrich Marquardt TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Wer an neuerer Geschichte, an umfassenden Porträts europäischer (und z.T. außereuropäischer) Länder oder einzelner Landschaften und Städte (wie Cambrigde) und an Kulturen in ihren Ausprägungen interessiert ist, hat hier einen Schatz zu heben.

Schon die Kapitel über das Frankreich und Italien der Jahrzehnte zwischen 1930 und 1995 (tatsächlich diese Zeitspanne, die er persönlich erlebt hat) sind wunderbare, kleine, geschlossene Bücher für sich. Exzellent geschrieben, leicht und nie oberflächlich ist das Buch - nach Lektüre der deutschen und englischen Fassung zu urteilen - ein feiner Genuss, vielleicht wie der Rotwein zu einem guten Essen. Es ist leider auch der etwas melancholische Blick zurück auf das, was sich immer mehr als das Goldene Zeitalter der Moderne erweist, die Zeit als "die Reichen", wie Hobsbawm bewusst vereinfachend schreibt, noch etwas abgeben mussten. Hobsbawm sieht wohl sein eigenes Leben als einen ungewöhnlichen und keineswegs vorhersehbaren Glücksfall an. Schön ist, dass er an diesem Glück andere teilnehmen lässt und ihnen Einsichten und Aussichten bietet.

Es ist eines der besten Bücher, das ich kenne. Ich hätte gerne immer einen Stapel zum Verschenken zur Hand.

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Eine hochinteressante Biographie in einem wechselvollen Jahrhundert. Seinen außer- und ungewöhnlichen Lebensweg stellt der Kosmopolit sehr anschaulich und gut lesbar dar. Stets zu verschiedenen Minderheiten zugehörig, beschreibt der in Ägypten geborene englische Jude, der weite Teile seiner Kindheit in Deutschland und Österreich verbracht hat, seinen Gang durch das "Zeitalter der Extreme". Neben privaten Entwicklungen und Neigungen (so z. B. die Darstellungen zum Jazz) wird stets der historische Kontext mit einbezogen. Vor allem für allgemein an der Geschichte des 20. Jahrhunderts interessierten Lesern bietet sich so eine kurzweilige und hochinteressante Lektüre. Kurzum: Hobsbawms Autiobiographie kann ich nur empfehlen!
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