Der mehrfach ausgezeichnete Ökonom mit Oxford Professur und Direktor des Zentrums für afrikanische Ökonomien an der Universität Oxford, Peter Collier, untersucht in seiner Studie warum Demokratisierungsversuche in den ärmsten Ländern immer wieder scheitern müssen und wie erfolgreiche Konzepte aussehen könnten. Eine Milliarde Menschen leben in den ärmsten Ländern der Erde und Collier zeigt, wie schwer es ist die Handlungsanleitungen für eine Verbesserung des asymmetrischen Verhältnisses zwischen den reichen Industrienationen und den Ländern "der untersten Milliarde" zu geben. Dabei hat er keine wirklichen Theorien zur Hand, sondern er zeigt ungeschönt die entwicklungstechnischen Fehlentwicklungen, beruft sich auf die Fakten, die in der Geschichte immer dazu geführt haben, dass der wachsende Wohlstand der einen Seite immer zu Lasten der anderen gegangen ist. Da die wirklichen Schwierigkeiten bisher offenbar unterschätzt wurden, plädiert Collier dafür, dass neue Strategien gesucht werden. Er fragt sich, ob die Durchführung von Wahlen in Ländern der Dritten Welt, sie eine Diktatur oder einen Bürgerkrieg hinter sich haben, ein Garant für demokratische Verhältnisse sind und kommt dabei zu dem Schluss, dass in der Konsequenz diese fatalen Demokratisierungsversuche sowie die westlichen Entwicklungshilfen oder Militäreinsätze zur Friedenssicherung oft zu mehr Armut und Krieg, statt zu Wohlstand und Frieden führen. In vielen Ländern wird dadurch die Korruption gefördert, die politische Gewalt nicht eingedämmt. Die gesellschaftlichen und ethnischen Zerwürfnisse werden nicht minimiert, sondern eher noch vertieft.
Das fokussierte Problem der Länder "der untersten Milliarde" besteht in der Regel darin, das ihre Gesellschaften zu groß und zu klein sind - zu groß, weil sie zu unterschiedlich sind, um "bei der Erzeugung öffentlicher Güter zusammen zu arbeiten und zu klein, da sie bei der Bereitstellung des wichtigsten öffentlichen Guts, der Sicherheit, diesen Größenvorteil nicht nutzen können".
Bei allen Versuchen eine liberale Diktatur in diesen Ländern einzuführen vergessen westliche Politiker, dass auch wir diesen Schritt aus der Diktatur in die Demokratie nicht in einem Sprung geschafft haben. Mit dem Understatement eines Wissenschaftlers, der mit Sicherheit weiß, das seine Methode auch nicht das Allheilmittel ist, entwickelt er diverse Kombinationsmodelle in dem Bemühen um einen radikalen , in dem Bemühen um eine Demokratisierung armer Staaten, wohl wissend, dass sich Demokratien in multiethnischen Gesellschaften schwer realisieren lässt.
Die reichen Länder haben fraglos den Willen die armen zu unterstützen - wenn auch aus Eigennutz, aber wie soll das erfolgreich geschehen? Bei der Suche nach neuen Strategien, bei der Vermeidung von Fehlern, bei seinem Plädoyer für eine neue wirksame Entwicklungspolitik kommt der Autor dann auch zu fragwürdigen Spekulationen, wie dem Überdenken des Subsidiaritätsprinzips mit Hilfe begrenzter militärischer Interventionen, die bei mir auf erheblichen Vorbehalt stoßen. Trotzdem regen die zusammengetragenen Fakten du Zahlen zum Nachdenken an und belegen, dass der Frieden in "Postkonfliktgebieten" besonders gefährdet ist.