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4.0 von 5 Sternen
WILD TOWN, Wilde Story!, 10. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Stadt (Taschenbuch)
Zunächst:
Ich habe lediglich die Originalausgabe WILD TOWN in englischer Sprache gelesen, weiß also nichts über die übersetzerischen Qualitäten dieser Ausgabe zu sagen. Das Buch WILD TOWN (= Gefährliche Stadt) habe ich mir vor Jahren zugelegt, aber erst vor kurzem gelesen, somit sind die inhaltlichen Eindrücke noch sehr präsent. Zuvor las ich auch andere Jim Thompson Stories und stelle immer wieder fest, wie gut er es schafft, seine herrlich schrägen Charaktere sowie Situationen, Augenblicke etc. in nur wenigen Worten/auf wenigen Seiten treffsicher zu beschreiben. Sein Erzähltempo ist flüssig, es wird niemals langweilig und in aller Regel beendet er ein Kapitel mit einem markanten Satz, der nur die Lust steigert, umzublättern. Diese Rezeptur hält Thompson's Romane für meinen Geschmack bis heute "frisch", obwohl das Gros bereits in den 50er Jahren geschrieben wurde, so auch "Wild Town".
Die "Gefährliche Stadt" heißt Ragtown und ist ein texanisches Provinznest. Vor Jahren fand hier der zugewanderte (und seither ewige "Fremdkörper") Mike Hanlon Öl, womit er sich eine "goldene Nase" verdiente. Opfer eines Unfalls geworden, verbringt er allerdings schon eine ganze Zeit im Rollstuhl, was ihn nicht daran gehindert hat, die attraktive Joyce zu heiraten. Joyce genießt den Reichtum ihres Mannes, ist außerhäusig allerdings auch den Freuden gegenüber aufgeschlossen, die ihr Mann ihr mit all seinem Geld nicht bereiten kann. So hat sie auch ein Auge auf David 'Bugs' McKenna, den neuesten Zugang in WILD TOWN. McKenna, der Anti-Held dieser Geschichte, geht keinem Ärger aus dem Weg, ohne sich darüber im Klaren zu sein, provoziert er ihn, wohin auch immer er geht. Folglich ist er schon ein wenig herum gekommen und führt sich auch in Ragtown gleich artgerecht ein: Er wandert ein! Aus dem Gefängnis losgeeist wird er vom obersten Cop vor Ort, Lou Ford. Ford jedoch verweist ihn keinesfalls der Stadt - die möglicherweise eine Abneigung gegen potentielle Unruheherde haben könnte -, sondern beschafft ihm einen Job in dem einzigen Gebäude, das in Ragtown an Größe, wie an Stil alle anderen in den Schatten stellt: In Mike Hanlon's Hotel. Hier wird noch ein Detektiv gesucht und für 'Bugs' McKenna (mit seiner bisherigen Lebensgeschichte) ist es eine echte Chance. Doch ist er auf der Hut, Sheriff Lou Ford ist ein Fuchs, der nicht nur das eine oder andere Geheimnis erfolgreich verbirgt, sondern der auch zukünftig immer dann und da auftaucht, wann und wo man ihn am wenigsten erwartet. Warum sollte Ford ihm, 'Bugs', eine Chance geben? Warum ist auch Joyce Hanlon sofort der Meinung, daß er der Richtige für diesen Job ist? Und warum zögert nicht einmal der Geschäftsman Mike Hanlon selbst, ihn sofort einzustellen? Noch während 'Bugs' die Stadt mit ihren eigentümlichen Charakteren zu analysieren versucht, versieht er seinen Dienst als Hoteldetektiv, ist dabei offen für die Avancen des skurrilen Zimmermädchens Rosa, doch eigentlich ist die hübsche Amy diejenige Frau, die ihn seit Jahren so richtig zu beeindrucken vermag. Nur leider ist sie, aus traditionellen Gründen, Sheriff Lou Ford schon so gut wie versprochen. Alles von dem wird jedoch eines Nachts schlagartig zur Nebensache, als sich eine Katastrophe ereignet ... mit potentiellen Konsequenzen für 'Bugs'. Der Hotelmanager - wie üblich um diese Zeit schon alkoholisiert - sucht ihn auf, um ihn davon zu unterrichten, daß er einen weiteren Hotelangestellten namens Dudley verdächtigt, $ 5.000 unterschlagen zu haben. Er legt 'Bugs' nahe, in dessen Funktion als Detektiv, Dudley doch einmal einen Besuch abzustatten, was 'Bugs' widerwillig auch tut und dann kommt es zu einem schrecklichen Unfall mit tödlichem Ausgang für Dudley. 'Bugs' Mckenna trifft zwar keine Schuld, jedoch war er dabei und es gibt keine Zeugen. Wie soll 'Bugs' sich jetzt verhalten? Wie einen Verdacht von sich fernhalten? Noch während er nach einer Antwort sucht, trifft der erste Brief eines anonymen Erpressers ein ... wer kann wissen, daß er in jener Nacht in Dudley's Zimmer war, wem in Ragtown, kann 'Bugs' überhaupt trauen ... ? Wie eh und je sieht er einer ganzen Menge Ärger entgegen ...
"Gefährliche Stadt" ist jedem zu empfehlen, der gern kurzweilige Krimis liest, darüber hinaus jedem, der schon den einen oder anderen Thompson Roman gelesen hat und auch für "Neueinsteiger" ist dieses Buch als guter Start geeignet -- theSilentNoirFreak
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