Aus der Amazon.de-Redaktion
Wer im Mittelalter durch die Wälder reiste, verlor mitunter nicht nur sein Hab und Gut, sondern auch sein Leben. Schön, dass man heute bequem und vor allem gefahrlos die Welt per Mausklick durchstreifen kann -- aus der sicheren heimischen Festung. Sicher? Schon nach wenigen Seiten Gefährliche Netze ertappt man sich dabei, dass man den Modemstecker aus der Telefondose zieht. Reischls Motto ist "Erstmal Angst machen" und das fällt ihm mit Beispielen aus dem wirklichen Leben nicht schwer. Viren, Hacker, Datenspionage -- wer Angst hat, passt besser auf und so erfährt der Leser so manche Schauergeschichte aus der digitalen Zwischenwelt. Doch bleibt Gefährliche Netze hier nicht stehen, sondern erklärt auf untechnische und verständliche Weise die Hintergründe, Vermeidungs- und Lösungsstrategien der Webgefahren. Zahlreiche Internetadressen mit zusätzlichen Quellen und Programmen vervollständigen die Aufklärungsarbeit.
Erfahrene Nutzer der Netze werden aus Reischls Buch wenig neue Informationen ziehen können und wer vorsichtig ist und kurz nachdenkt, bevor er Passwörter und Kreditkartennummern verschickt, vermeidet viele der vorgestellten Fallen. Dennoch ist Gefährliche Netze ein lehrreiches Buch, dessen manchmal etwas "cooler" Stil aus "nix is fix", "superdoll" und "Normalos" zwar Geschmacksache ist, aber dadurch einen angenehmen Kontrast zu trockenen Technikwerken präsentiert.
"Die Diebe der Zukunft werden weder Strumpfmasken noch Pumpguns brauchen. Sie werden eine ruhige Kugel schieben und die Kohle mit fremder Leute PIN-Codes, Kenn- und Passwörtern machen." So hört sich informativer Lesespaß für jedes Alter an. --Wolfgang Tress
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Dass Internet und E-Mails keine allzu sicheren Kommunikationsmittel sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch wo genau liegen die Gefahren? Und wie kann man sich gegen sie schützen? Zwar gibt es zahlreiche Fachpublikationen und Internet-Foren, die sich mit den Themen Datenschutz und Online-Sicherheit beschäftigen; um eine einsteigergerechte Aufarbeitung des Stoffs bemühen sich jedoch die wenigsten.
Gerald Reischl hat die wichtigsten Informationen rund um Internet- und Handy-Sicherheit zusammengetragen und in seinem Buch Gefährliche Netze zusammengefasst. Dank eines weitgehenden Verzichts auf Fachchinesisch können auch Laien seinen Ausführungen gut folgen. Hinter den teilweise amüsanten Formulierungen verbirgt sich jedoch gut recherchiertes Faktenwissen, dessen Umfang und Genauigkeit beeindrucken. Selbst routinierte Internet-Surfer können aus dem Buch noch ihren Nutzen ziehen. Eines darf man allerdings nicht erwarten: sensationelle Enthüllungen. Reischl fasst vielmehr den aktuellen Wissensstand zusammen; entstanden ist dabei eine eher serviceorientierte Publikation.
Abgehandelt werden fast sämtliche Sicherheitsprobleme, die die digitale Kommunikation uns in den letzten Jahren beschert hat. Dabei stellt sich heraus, dass Gefahren durchaus nicht nur von Hackern und Virenprogrammierern drohen. Auch Privatfirmen, Mobilfunkbetreiber und staatliche (Sicherheits-)Organe beteiligen sich intensiv am Datenklau: Der gläserne Bürger ist keine Zukunftsvision, er ist längst Realität. Als denkbare Auswege bieten sich entweder die totale Abstinenz bezüglich elektronischer Kommunikation oder aber aktive Gegenwehr an. Die erste Möglichkeit dürfte in Zukunft immer schwerer durchzuhalten sein, die zweite erfordert fundiertes Wissen. Dementsprechend zeigt Reischl nicht nur Gefahrenpunkte auf, sondern bietet auch gleich -- sofern möglich -- Schutzmaßnahmen an. Ob es um E-Mails, Cookies, Viren, Verschlüsselung, Online-Spionage oder Handys geht: Fast immer gibt es Wege, drohenden Gefahren zu begegnen.
Gefährliche Netze ist ein unverzichtbarer Ratgeber für alle, die auf moderne Kommunikationsmittel wie das Internet oder den Mobilfunk nicht verzichten wollen, jedoch nicht bereit sind, dafür zugleich auf ihre Privatsphäre und ihre Sicherheit zu verzichten. --Holger Otto