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Gefährliche Liebschaften
 
 
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Gefährliche Liebschaften [Taschenbuch]

Pierre A. Choderlos de Laclos
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Artemis & Winkler (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3538059144
  • ISBN-13: 978-3538059146
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Gefährliche Liebschaften
OT Les liaisons dangereuses OA 1782 DE 1783Form Briefroman Epoche Aufklärung
Choderlos de Laclos schildert im Briefroman die Machenschaften der Libertins, skrupelloser Verführer in den aristokratischen Salons des Ancien Régime. In einer Gesellschaft, die annimmt, alles menschliche Verhalten sei logisch und gesetzmäßig, also rational erfassbar, systematisieren sie ihre Intrigen und Verführungskünste zum eigenen Nutzen. Als Wissenschaftler der Erotik führen sie psychologische Experimente durch. Der Roman gehört einer antirationalistischen Strömung des späten 18. Jahrhunderts an und entwirft ein zynisches Bild einer nur noch instrumentalisierten Vernunft.
Inhalt: Die Sittsamkeit mimende Marquise von Merteuil will sich an ihrem ehemaligen Geliebten Gercourt rächen. Der Vicomte von Valmont, auch ein ehemaliger Liebhaber, soll ihr helfen, indem er Gercourts naive Braut Céline verführt. Valmont will jedoch die keusche und tugendhafte Frau von Tourvel erobern. Merteuil wählt den jungen Chevalier Danceny für Céline. Die beiden verlieben sich. Als Célines Mutter Valmont bei Tourvel verleumdet, geht Valmont auf den Plan der Marquise ein und verführt Céline. Frau von Tourvel vernachlässigt er nicht; nach langem Sträuben gibt sie ihm nach. Die Marquise sieht in Valmonts Verhältnis zu seiner neuen Eroberung Gefühlsduselei, es kommt zum Bruch. Valmont spielt Danceny gegen die Marquise aus; sie gibt diesem die Briefe des Vicomte. Nach dem Duell gibt der sterbende Valmont Dancey seinen Briefwechsel mit der Marquise. Sie wird geächtet und flieht von den Blattern gezeichnet nach Holland.
Aufbau: Der Roman besteht aus Briefwechseln der beiden Libertins Valmont und Merteuil sowie der an ihrem Experiment Beteiligten. Die Ereignisse und Personen werden von unterschiedlichen Seiten beleuchtet und die Methode der erotischen Manipulation enthüllt. Die Libertins beherrschen die Etikette der höfischen Gesellschaft und ahmen, je nach Empfänger ihrer Briefe, deren Sprache nach. Durch die gemischte Reihenfolge der Schreiben werden dem Leser Täuschungsmanöver und Zweideutigkeiten offen gelegt; selbst Charaktertypen wie die Tugendhafte (Tourvel) und die Naive (Céline) erscheinen neben den Libertins nicht authentisch. Choderlos de Laclos hat seine Libertins komplex entworfen. Ihr Genuss ist rein intellektueller Art. Sie reduzieren Liebe auf eine Technik der Verführung, ihre Opfer auf Objekte und somit auch sich selbst. Ihr Erkenntnisdrang ist selbstzerstörerisch. Der Autor stellt dem Roman zwei Vorworte voran, die sich widersprüchlich mit der Authentizität der Briefe auseinander setzen. Mancher Leser mag sich die Frage stellen, ob nicht auch er vom Autor »verführt« wird.
Wirkung: Wegen seiner moralischen Unklarheit löste der Roman bei der Veröffentlichung einen Skandal aus. Lange galt er vorrangig als moralisch verwerflich. 1979 wurde er in die »Bibliothèque de la Pléade« aufgenommen. Gefährliche Liebschaften wurde mehrfach verfilmt, darunter von Roger Vadim (1959), Stephen Frears (1989) und Milos Forman (1990). R. S. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Pierre Choderlos de Laclos’ Briefroman ›Gefährliche Liebschaften‹ löste bei seinem Erscheinen 1782 wegen seiner moralischen Unentschiedenheit einen Skandal aus, wohingegen man ihn heute durchaus auch als frühes Plädoyer für die – wenn auch schief gegangene – Befreiung der Frau lesen kann.«
Die Rheinpfalz 31.01.2009

»Die Vielfalt der sozial kodierten und von Wolfgang Tschöke hervorragend übersetzten Stilebenen und Tonlagen nimmt den Leser von Anfang an gefangen…«
Maike Albath, Der Tagesspiegel

»Der Türspalt, der den deutschen Blick auf das einzigartige Werk gestattet, ist ein bißchen weiter geöffnet.«
Martin Mosebach, Frankf­urter­­ Allgem­­einen­­ Zeitun­­g

»Ihm [Wolfgang Tschöke] nun gelingt das Kunststück, die Eigenheiten der Figuren anschaulich zu fassen und ohne störende Archaismen die Komplexität und Eleganz des Französischen der Aufklärung ins Deutsche zu bringen.«
Carolin Fischer, Literarische Welt

»Wolfgang Tschöke hat diese schillernde Kriegsfibel nach Bonin, Heinrich Mann, Kauders und Walter Widmer neu übersetzt […] und es ist ihm meisterlich gelungen.«
Willi Winkler, Süddeutschen Zeitung

»Tschökes Übersetzung hat zwar einen rauen Klang, passt sich so aber der französischen Präzision besser an. Die vertrackten Pläne der Figuren, gespiegelt in der Artistik ihrer Sprache, vermag seine Übersetzung durch Exaktheit wiederzugeben. […] Nimmt man das elegant geschriebene und kenntnisreiche Nachwort von Elke Schmitter hinzu, so könnte der Roman durch diese Edition, nachdem sich in letzter Zeit nur Kinobesucher damit beschäftigt haben, wieder Leser gewinnen.«
Hannelore Schlaffer, Stuttgarter Zeitung -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zeitloser Briefroman über Liebe und Tod in Paris i. J. 1782, 4. Juni 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Liebschaften. (Taschenbuch)
Hat Pierre Choderlos de Laclos das Wissen um die fatalen Intrigen im Pariser Adel des 18. Jahrhunderts aus eigener Erfahrung gewonnen, entsprang dieser geniale Briefroman seiner Phantasie oder trifft gar beides zu? Der Leser kommt nicht umhin, sich diese Frage zu stellen. Sie wird nicht beantwortet, es bleibt jedoch genügend Raum für Spekulationen. Laclos` Briefroman "Gefährliche Liebschaften" wurde 1782 anonym veröffentlicht Roman und löste einen heftigen Skandal aus. Das ist nicht verwunderlich, schaut Laclos doch schonungslos in die Seelen der Pariser Gesellschaftskreise, die, sich langweilend, Intrigen zur eigenen Belustigung schmieden und dabei das ihrem Wesen ureigene Böse offenbaren. Da ist die Marquis de Merteuil, die durch lebenslange Erfahrung tiefen Einblick in die menschliche Natur, insbesondere in bezug auf die Liebe, gesammelt hat und nun gemeinsam mit dem Vicomte de Valmont, ihrem ehemaligen Geliebten, daran geht, nahestehende Personen rücksichtslos zu verletzen, sich an ihnen zu rächen oder sie einfach nur lächerlich zu machen. So wird die junge Cecile Volanges ein unschuldiges Opfer, da der ehemalige Geliebte der Marquis de Merteuil, der Comte de Gercourt, das junge unschuldige Blut dem älteren vorzog und Cecile zu heiraten beabsichtigt.. Da wird eine fromme, tugendhafte, verheiratete junge Frau, Madame de Tourvel, schonungslos dazu getrieben, all ihre Werte und ihren Glauben an Gott für die Liebe zu opfern und damit ihr ureigenes Wesen zu verleugnen. Bei diesen gefährlichen Liebschaften leiden jedoch nicht nur die Opfer. Auch die Akteure, die Marquis und der Vicomte de Valmont, werden durch ihre eigenen Machenschaften in einen Strudel des Verderbens gerissen. Laclos` "Gefährliche Liebschaften" sind in der wunderschönen Sprache des 18. Jahrhunderts geschrieben, jedoch gänzlich verständlich. Er versteht es, allen Charakteren seines Romans, die dem Leser jeweils nur über die Briefe zugänglich werden, ein ihm ganz eigenes persönliches Leben einzuhauchen. Dieses geschieht durch die wunderbare Art, in der er jede Figur auf ihre eigentümliche Weise Briefe schreiben läßt. Sind diese Briefe nun authentischen Quellen nachempfunden? Kann ein Mann so tief in die weibliche Seele blicken? Kann ein Mann sich solche abgrundtiefen Intrigen herbeiphantasieren, die auch noch psychologisch so imposant fundiert sind? Mir kamen beim Lesen der "Gefährlichen Liebschaften" mehr Erkenntnisse über die menschliche Natur und die Liebe als in irgendwelchen Psychologie-Ratgebern. . Es ist ein beeindruckendes, wahrlich zeitloses Buch, das zeigt, daß die Menschen schon vor zweihundert Jahren über dieselben Erkenntnisse verfügten wie wir heute. Es ist übrigens auch ganz hervorragend verfilmt worden, mit John Malkovich, Michelle Pfeiffer, Uma Thurman und Glenn Close in den Hauptrollen.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein ungewöhnliches Leseerlebnis..., 6. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Liebschaften. (Taschenbuch)
Ein ungewöhnliches Leseerlebnis stellt dieser ebenso faszinierende wie packende Briefroman Choderlos de Laclos' dar. In diesem Skandalbuch des 18. Jahrhunderts wird die Handlung ausschließlich durch den regen Breifwechsel der handelnden Figuren untereinander erzählt. Zugegeben, klingt verwirrend, überzeugt aber auf geradezu ungeahnte Art und Weise.

Es stimmt schon: Auch ich habe natürlich zuerst den wunderbaren und zurecht hochgelobten Film Stephen Frears' gesehen und bin dadurch erst auf diesen lange vergessenen Roman aufmerksam geworden. Aber tatsächlich geht die literarische Vorlage weit über den Inhalt des Filmes heraus! Ungleich präziser sind hier die Stimmungsschwankungen der Beteiligten, wesentlich tiefer die Gefühle, viel präziser die Zeichnung der Charaktere.
Besonders deutlich wird dies in der Verzweifelten tatsächlichen(!) Liebe Valmontes zur Frau von Tourvel, die sich im Film kaum andeutet, dort am Ende eher plötzlich hervorbricht. Und wie intensiv lässt uns der Autor (der übrigens nur mit diesem einen Werk aus der völligen Unbedeutsamkeit seiner übrigen Werke hervorragt) an den Gefühlen der Figuren teilhaben, wie tief lässt er den Leser in deren Inneres blicken!

Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem ans Herz legen. Wer diese Geschichte nicht kennt, sollte sie unbedingt lesen. Und wer bereits den Film geliebt hat, wird hier in seiner Bewunderung noch eine unvermutete Steigerung erfahren...

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen das beste Buch der franzoeschischen Literaturgeschichte, 25. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Liebschaften. (Taschenbuch)
Die Academy francaise waehlte vor einiger zeit die hundert besten Buecher, die je in Frankreich geschrieben worden sind. An erster Stelle war nicht wie von vielen erwartet ein Roman von Balzac,Gide, Maupassant, Flaubert, Sarte oder Camus, sondern "Gefaehrliche Liebschaften". Daraufhin entschied ich mich endlich, das Buch zu kaufen, um zu sehn was an der Sache dran ist. Und ich muss zugeben, es ist eines der besten Buecher ,die ich je gelesen habe. Zeitlos und spannend was man zum Thema Liebe, Begierde und Betrug finden kann.
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