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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeitloser Briefroman über Liebe und Tod in Paris i. J. 1782, 4. Juni 1999
Von Ein Kunde
Hat Pierre Choderlos de Laclos das Wissen um die fatalen Intrigen im Pariser Adel des 18. Jahrhunderts aus eigener Erfahrung gewonnen, entsprang dieser geniale Briefroman seiner Phantasie oder trifft gar beides zu? Der Leser kommt nicht umhin, sich diese Frage zu stellen. Sie wird nicht beantwortet, es bleibt jedoch genügend Raum für Spekulationen. Laclos` Briefroman "Gefährliche Liebschaften" wurde 1782 anonym veröffentlicht Roman und löste einen heftigen Skandal aus. Das ist nicht verwunderlich, schaut Laclos doch schonungslos in die Seelen der Pariser Gesellschaftskreise, die, sich langweilend, Intrigen zur eigenen Belustigung schmieden und dabei das ihrem Wesen ureigene Böse offenbaren. Da ist die Marquis de Merteuil, die durch lebenslange Erfahrung tiefen Einblick in die menschliche Natur, insbesondere in bezug auf die Liebe, gesammelt hat und nun gemeinsam mit dem Vicomte de Valmont, ihrem ehemaligen Geliebten, daran geht, nahestehende Personen rücksichtslos zu verletzen, sich an ihnen zu rächen oder sie einfach nur lächerlich zu machen. So wird die junge Cecile Volanges ein unschuldiges Opfer, da der ehemalige Geliebte der Marquis de Merteuil, der Comte de Gercourt, das junge unschuldige Blut dem älteren vorzog und Cecile zu heiraten beabsichtigt.. Da wird eine fromme, tugendhafte, verheiratete junge Frau, Madame de Tourvel, schonungslos dazu getrieben, all ihre Werte und ihren Glauben an Gott für die Liebe zu opfern und damit ihr ureigenes Wesen zu verleugnen. Bei diesen gefährlichen Liebschaften leiden jedoch nicht nur die Opfer. Auch die Akteure, die Marquis und der Vicomte de Valmont, werden durch ihre eigenen Machenschaften in einen Strudel des Verderbens gerissen. Laclos` "Gefährliche Liebschaften" sind in der wunderschönen Sprache des 18. Jahrhunderts geschrieben, jedoch gänzlich verständlich. Er versteht es, allen Charakteren seines Romans, die dem Leser jeweils nur über die Briefe zugänglich werden, ein ihm ganz eigenes persönliches Leben einzuhauchen. Dieses geschieht durch die wunderbare Art, in der er jede Figur auf ihre eigentümliche Weise Briefe schreiben läßt. Sind diese Briefe nun authentischen Quellen nachempfunden? Kann ein Mann so tief in die weibliche Seele blicken? Kann ein Mann sich solche abgrundtiefen Intrigen herbeiphantasieren, die auch noch psychologisch so imposant fundiert sind? Mir kamen beim Lesen der "Gefährlichen Liebschaften" mehr Erkenntnisse über die menschliche Natur und die Liebe als in irgendwelchen Psychologie-Ratgebern. . Es ist ein beeindruckendes, wahrlich zeitloses Buch, das zeigt, daß die Menschen schon vor zweihundert Jahren über dieselben Erkenntnisse verfügten wie wir heute. Es ist übrigens auch ganz hervorragend verfilmt worden, mit John Malkovich, Michelle Pfeiffer, Uma Thurman und Glenn Close in den Hauptrollen.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein ungewöhnliches Leseerlebnis..., 6. Dezember 2002
Ein ungewöhnliches Leseerlebnis stellt dieser ebenso faszinierende wie packende Briefroman Choderlos de Laclos' dar. In diesem Skandalbuch des 18. Jahrhunderts wird die Handlung ausschließlich durch den regen Breifwechsel der handelnden Figuren untereinander erzählt. Zugegeben, klingt verwirrend, überzeugt aber auf geradezu ungeahnte Art und Weise. Es stimmt schon: Auch ich habe natürlich zuerst den wunderbaren und zurecht hochgelobten Film Stephen Frears' gesehen und bin dadurch erst auf diesen lange vergessenen Roman aufmerksam geworden. Aber tatsächlich geht die literarische Vorlage weit über den Inhalt des Filmes heraus! Ungleich präziser sind hier die Stimmungsschwankungen der Beteiligten, wesentlich tiefer die Gefühle, viel präziser die Zeichnung der Charaktere. Besonders deutlich wird dies in der Verzweifelten tatsächlichen(!) Liebe Valmontes zur Frau von Tourvel, die sich im Film kaum andeutet, dort am Ende eher plötzlich hervorbricht. Und wie intensiv lässt uns der Autor (der übrigens nur mit diesem einen Werk aus der völligen Unbedeutsamkeit seiner übrigen Werke hervorragt) an den Gefühlen der Figuren teilhaben, wie tief lässt er den Leser in deren Inneres blicken! Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem ans Herz legen. Wer diese Geschichte nicht kennt, sollte sie unbedingt lesen. Und wer bereits den Film geliebt hat, wird hier in seiner Bewunderung noch eine unvermutete Steigerung erfahren...
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
das beste Buch der franzoeschischen Literaturgeschichte, 25. April 2001
Von Ein Kunde
Die Academy francaise waehlte vor einiger zeit die hundert besten Buecher, die je in Frankreich geschrieben worden sind. An erster Stelle war nicht wie von vielen erwartet ein Roman von Balzac,Gide, Maupassant, Flaubert, Sarte oder Camus, sondern "Gefaehrliche Liebschaften". Daraufhin entschied ich mich endlich, das Buch zu kaufen, um zu sehn was an der Sache dran ist. Und ich muss zugeben, es ist eines der besten Buecher ,die ich je gelesen habe. Zeitlos und spannend was man zum Thema Liebe, Begierde und Betrug finden kann.
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