Als aktive Tierschützer kommen leider auch wir immer wieder in Situationen gefährlichen Hunden zu begegnen, die nicht durch Gitter von uns getrennt sind. Dies geht auch für Feuerwehrrettungskräfte, Tierärzte, Polizeibeamte, Tierheimleiter, Tierpfleger und alle Tier- und Menschenrettungskräfte.
Oft sind es keine wirklich "bösen" Hunde (die wir übrigens in langjähriger Praxis selten kennengelernt haben, obwohl wir genügend Beißereien beiwohnten), sondern Tiere, die durch Angst oder Paniksituationen für die Tierretter oder Tierpfleger gefährlich wurden.
Ob im Tierheim ein Gassiegeher plötzlich angegriffen wird, ein unerfahrener Tierpfleger in Gefahr geriet, ob Hundehalter um Hilfe baten, weil der eigene Hund sie angriff, ob ein Hund durch die Schocksituation eines Verkehrsunfalls bissig wurde, bei der Suche nach einem entlaufenen Hund, der sich selbst irgendwo festgesetzt hat und in Panik um sich beißt, ob ein Hund auf der Autobahn eingefangen werden muss oder "einfach nur" bei einer Hundebeißerei im Tierheim, einer Tierauffangstation, einer tierheimähnlichen Einrichtung oder der Situation, dass Tierschützer einen Hund beurteilen sollen, der vom Halter angeboten wird, weil er gebissen hat. All dies sind Situationen, die schnell gefährlich für die Tierbetreuer und die Tiere werden können. Für all diese Personen ist das Buch ein MUSS.
Auch wenn der ungeschulte oder unsportliche Tierfreund nicht alle Techniken aus diesem Buch selbst anwenden kann und sollte, bietet es erstaunliche Tipps im Umgang mit gefährlichen Hunden und trägt immens dazu bei, dass Tiere NICHT !!! schwer verletzt oder getötet werden müssen (oder Tierpfleger wegen vermeidbarer Verletzungen wochenlang für die Tierpflege ausfallen ;-))und man kann deutlich feststellen, wie sehr die Tiere den Autoren am Herzen liegen, wenn man das Buch richtig liest.
Ganz besonders wichtig finden wir den Teil für JEDERMANN, der Hinweise darüber gibt, wie man verhindert, dass ein Hundebiss durch falsches Verhalten des Gebissenen noch schwerere Folgen hinterlassen kann, denn genau solche Dinge MUSS man vor der gefährlichen Situation verinnerlichen. Allein dieser Teil ist es wert, dass jeder, der mit Hunden beruflich oder ehrenamtlich zu tun hat, das Buch liest.
Das Buch ist gut gegliedert, verständlich geschrieben, reich bebildert, auf Wesentliches beschränkt und weist herausgestellt auf Gefahrensituationen auch für das Tier hin. Einzig der Preis lässt uns noch etwas schlucken, denn er mag abschreckend für einige Leute sein, die es dringend lesen sollten. Da wir aber kein anderes Buch dieser Art gefunden haben und die Erscheinung eines solchen Buches mehr als überfällig war, können wir damit leben und hoffen, dass auch der Streifenpolizist und der Briefträger es sich kaufen (hier sind auch die Dienststellen gefragt ein solches Buch anzuschaffen und zur Verfügung zu stellen).
Wir hatten mit Kollegen von Herrn Hanstein zu tun, die einen Einsatz führten, wo 5 "gefährliche" Hunde gesichert werden mussten und sind froh, dass diese Hunde - DANK dieser Einsatztruppe und der hervorragenden Vorarbeit der Autoren - alle noch am Leben sind und so hoffentlich die Chance erhalten nun in bessere Hände als die ihrer Vorbesitzer zu geraten. Dies ist dem Fachwissen, aber auch dem tierlieben Herzen der Einsatzkräfte zu verdanken und wer aus diesem Buch eine "brutale Vorgehensweise" entnimmt, hat es nicht richtig gelesen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Herr Hanstein und Kollegen weiterhin ihr Fachwissen auch mit Tierschützern teilen und gemeinsam weiterentwickeln und hoffen, dass das "modifizierte Hundefangnetz" noch vielen Hunden das Leben retten wird.