Es ist ein gefälliger und auch klarer Roman, er ist hinreichend präzise, spannend und ebenso geschickt in der Beschreibung seiner Personen, sei es die Gefühlslage, das Verhalten oder Aussehen oder auch die Zusammenhänge zwischen allem. Seine Sätze, wie ein abgeschossener Pfeil bleiben in der Luft, von der ersten bis zur letzten Seite und treffen letztendlich ins Schwarze. Er reizt die Phantasie. Es geht ans Herz, ans Eingemachte. Erotik pur. In einer nicht real gelebten Beziehung, die aber die tatsächliche und wirkliche lange nur in der Vorstellung begleitet bis diese ihm durch akzeptieren Übergriff entgleitet. Selbst andere kurze Beziehungen können dieser vorgestellten nichts anhaben. Und seine offenen Beschreibungen scheinen als Enzyme oder Katalysatoren aufblühender Phantasie. Aber das ist es nicht allein. Ja, es ist nur eine Begleiterscheinung auf der Suche nach dem Ich. Die hohe Reflexion über das eigene Leben, über Pläne und Träume, über Realitäten, Verletzungen und nicht Erreichtes oder Aufgegebenes für andere. Über das was einem nachgetragen wird, im Traum, scheinbar als virtuelle Hoffnung. Und es ist immer der Mangel, der einen definiert und bestimmt. Etwas, was nicht da ist, ist, was einen ausmacht, ist das was Anlass kritischer Außenbetrachtung ist und letztendlich dazu führt, das Paare sich nach zu langem kennen doch gern die Aufforderung: „Ändere Dich!" mitgeben. Und dabei vergessen, dass es immer der Mangel ist, der behoben werden müsste. Im Anfang ohne Beachtung, im Laufe der Zeit von deutlicher Wichtigkeit. Und der bleibt, es gibt keinen Menschen ohne Mangel. Und was soll man da ändern. Es ist das bereits vergangene Leben. Vergangenheit bleibt, mit ihr und in ihr sind wir erwachsen, älter geworden.
Und der Tod begleitet das Leben und hält am Ende fest, dass es mehr gibt, als nur den "üblichen" Erfolg im Leben.
Ein lesenwertes Buch, macht süchtig. Weglegen, nein danke.