»Es ist spannend, in dem Buch zu blättern und zu lesen; es ist aufregend, die verschiedenen Gedichte kennen zu lernen und erleuchtend, die Interpretationen des Autors zu erfahren. Für Interessierte ist es eine Fundgrube, für Lehrer und Pfarrer. Lehrende und Suchende eine wunderbare Sammlung zu Gottes-Fragen.« (
Posaunenchor, Karl-Heinz Saretzki )
"Das „Zentrum des religionspädagogischen Handelns“ in Gemeinden und im schulischen RU besteht, so L., in der „Frage nach Gott, genauer: die Frage nach der Gottesbeziehung der Kinder und Jugendlichen“ (9). Dass das Reden über Gott „zuallererst ein Sprachproblem“ ist (10) und daher die stets neue Suche „nach einer angemessenen Sprache in der Annäherung an Gott“ zu einer entscheidenden Grundfrage an den RU heute darstellt (12), bestätigt L. wohl aus eigener Erfahrung.
Also: „Warum nicht Rat suchen bei denjenigen, die sich wie niemand sonst intensiv mit Sprache beschäftigen?“ (14). Warum also nicht die Dichter fragen?
Diesem Befragen und Bedenken gilt dieses Buch. „Es will die Nachfrage stellen, ob, wo und wie SchriftstellerInnen in ihrer sprachlichen Annäherung an die Gottesfrage Vorbild oder Hilfestellung dafür geben, wie TheologInnen und ReligionspädagogInnen ihrerseits angemessen und wirkungsvoll von Gott sprechen, vielleicht zu Gott sprechen können“ (ebd.).
In nähere Betrachtung genommen werden dazu 48 Gedichte des deutschen Sprachraums, weithin aus dem 20. Jahrhundert. Texte, „die entweder repräsentativ für eine bestimmte Auseinander-
setzungstradition mit der Gottesfrage stehen, oder aber besonders eigenständige, in ihrer Individualität herausragende Gedichte“ (29).
Jenseits einer platten „Verzweckung literarischer Texte“ versucht L. die Dichterstimmen in ihrem Eigensein zu respektieren und ernst zu nehmen. Er teilt die Textauswahl in „Gedichte zur Gottesfrage vor 1945“, „Zeugnisse zerbrechender Gottesgewissheit“, „Zwischen Gebet und Gegengebet“ und „Texte neue Annäherung an Gott“. Je vier Gedichtbeispiele bilden ein thematisches Kapitel, das neben den Deutungsversuchen auch jeweils didaktisch-methodische Überlegungen bietet mit zahlreichen praktischen Tipps, wie man effektvoll mit einem Text arbeiten kann, um den Spuren des Dichters zu folgen.
Vermutlich lässt sich mit diesen Sprach-Helfern oft mehr an Substanz des Themas vermitteln als mit manch gutgemeintem und gescheitem Theologenwort. Besonders der vierte Teil dürfte den heutigen Lebensnerv treffen, wo es um menschliche Sehnsüchte und die Begegnung mit dem Namenlosen geht. Zu Recht beeindruckt stellt L. dazu selber fest: „Nur paradoxe Sprachbilder können Gott annäherungsweise genügen“ (214).
Damit umgehen zu lernen in der Vermittlungsarbeit verhilft dieses Buch als thematischer Fundus und kompetente Anleitung gleichermaßen." (
Redaktion rabs, Reiner Jungnitsch )
"Kein Zweifel: Die Krise des Gottesglaubens in der Postmoderne spiegelt sich auch in der Literatur wider. Die traditionelle, selbstgewisse Rede von Gott trägt nicht mehr. Ist Gott deshalb für Literaten tot? Nein! Den »Widerstand gegen den Abgesang auf Gott« (33) belegt Georg Langenhorst durch sein neuestes Werk eindrucksvoll: Gott ist wieder frag-würdig geworden! Wie in Gedichten vor allem des 20. Jahrhunderts um Gott gerungen wird, veranschaulicht Langenhorst an 48 Werken verschiedener Autoren.
Man ist es bereits vom korrespondierenden Buch »Gedichte zur Bibel« her gewohnt: Auch die neueste Veröffentlichung des Nürnberger Religionspädagogen besticht durch eine übersichtlich historisch angelegte Grundstruktur, die einen gezielten Zugriff auf einzelne Gedichte oder thematische Fragestellungen ermöglicht und zugleich einen hermeneutischen Schlüssel für die Entwicklung der Gottesfrage im letzten Jahrhundert liefert: Der Spannungsbogen führt von der traditionellen Gottesrede über das Zerbrechen der Gottesgewissheit bis zu einer vorsichtigen Renaissance der gewandelten Frage nach Gott.
Im ersten Kapitel »Grundlegungen: Gedichte zur Gottesfrage vor 1945« werden ausgewählte Werke erschlossen, in denen bei allen aufkeimenden kritischen Anfragen der Gottesglaube an sich nicht bezweifelt wurde. Sie reichen von Friedrich Spee bis zu »Gottestexten aus dem Geist des Judentums«. »Zeugnisse zerbrechender Gottesgewissheit« stellt Langenhorst im zweiten Kapitel vor. Hier wird der Bogen gespannt von der Anfrage an Gott aus christlichen Kontexten über das Teilkapitel »Gedichte nach Auschwitz« bis hin zur Verabschiedung und Absage an Gott. Schon das dritte Kapitel »Gebet und Gegengebet« verdeutlicht, wie vielfältig, aber auch disparat die Gottrede in der Lyrik des 20. Jahrhunderts geworden ist. Schließlich präsentiert Langenhorst im vierten Kapitel »Texte neuer Annäherung an Gott«.
Die Namen vieler Autoren klingen bekannt (Thomas Bernhard, Ernst Jandl, Bertolt Brecht, Robert Gernhardt, Ulla Hahn, Eva Zeller ...); ungewohnt ist aber die Zusammenstellung in einem Band zur Gottesfrage. Zudem werden auch unbekanntere Texte großer Lyriker erschlossen. Ein Autorenverzeichnis sowie ein Register mit den Gedichtanfängen schließlich erleichtern den Umgang mit dem Buch und die Suche nach einzelnen Werken. (...)
Langenhorst verortet jeweils die Gedichte im Kontext des Kapitels und fügt biografische Daten zum Verfasser an. Jedes Kapitel wird mit einfallsreichen didaktisch-methodischen Impulsen abgerundet, die dieser behutsamen Didaktik verpflichtet sind. Wer bislang wenig Mut hatte, mit anspruchsvollen Texten im Religionsunterricht ab der Sekundarstufe zu arbeiten, erfährt mit diesem Buch Rückenwind und Unterstützung!" (
Katechetische Blätter 3/2004, Hans Mendl )