Kurzbeschreibung
"Ein Wiesel / saß auf einem Kiesel / inmitten Bachgeriesel. / Wißt ihr / weshalb? / Das Mondkalb / verriet es mir im Stillen: / Das raffnier- / te Tier / tat's um des Reimes willen."
Klappentext
Morgensterns Gedichte zeichnen sich dadurch aus, dass die darin verborgenen Gedanken nur als Gedicht transportiert werden können, von allen jedoch wirken sie, jedenfalls auf mich, so, als ob sie sich von selbst geschrieben hätten, als ob sie geschrieben hätten werden müssen. Sie sind jedes in sich und auch als gesamtes Werk eine in sich geschlossene runde Welt, die sich die für sie gültige Dimension ein für alle Mal vorschreibt. Beethovens Musik sei, so hat Morgenstern (nicht in einem Gedicht, sondern in einem Aphorismus) geschrieben, ein Gesang Gottes vor sich selbst. Morgenstern wäre zu bescheiden gewesen, zu sagen: seine Gedichte seien Gottes Lektüre in den wenigen Stunden, in denen auf der Welt gerade Friede herrscht. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Christian Morgenstern wurde am 6. Mai 1871 in München geboren. 1892/93 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Breslau, das er bald abbrach. Er zog nach Berlin und war dort als Journalist, Kultur- und Literaturkritiker und Redakteur tätig und veröffentlichte zahlreiche Beiträge und Glossen in Zeitschriften. Sein erster von seinen insgesamt vierzehn Lyrik-Bänden In Phantas Schloß erschien 1895. In der Folgezeit beschäftigte er sich mit der Übersetzung und Herausgabe der Werke von August Strindberg und Henrik Ibsen und schrieb für Max Reinhardts Berliner Kabarett »Schall und Rauch«. Von 1903 bis 1905 war er Redakteur der Zeitschrift »Das Theater« im Verlag von Bruno Cassirer, für den er auch als freier Lektor arbeitete. 1909 schloß sich Morgenstern dem Kreis der antroposophischen Gesellschaft um Rudolf Steiner an. Am 31. März 1914 starb er in Meran / Italien an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung.