Kurzbeschreibung
Der vorliegende Band vereinigt sämtliche zu Lebzeiten veröffentlichten Gedichte Morgensterns sowie den vollständigen Nachlaß zur Galgenpoesie. Neben der humoristischen Lyrik, wie den Galgenliedern (1905), Palmström (1910) und den Kindergedichten, enthält diese Ausgabe auch den "ernsten" Morgenstern, von In Phantas Schloß (1895) bis zu Wir fanden einen Pfad (1914). Sie geht damit weit über die bislang vorliegenden Auswahlbände hinaus und bietet erstmals ein Gesamtbild seiner Lyrik für ein breiteres Publikum.
"Ein Wiesel / saß auf einem Kiesel / inmitten Bachgeriesel. / Wißt ihr / weshalb? / Das Mondkalb / verriet es mir im Stillen: / Das raffnier- / te Tier / tat's um des Reimes willen."
Klappentext
Herbert Rosendorfer ist nicht nur einer der bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, sondern auch ein begnadeter Zeichner und Bildsatiriker. Dieser Band ist eine Hommage Herbert Rosendorfers an Christian Morgenstern und seine phantastisch-skurrilen Gedichte:
Morgensterns Gedichte zeichnen sich dadurch aus, dass die darin verborgenen Gedanken nur als Gedicht transportiert werden können, von allen jedoch wirken sie, jedenfalls auf mich, so, als ob sie sich von selbst geschrieben hätten, als ob sie geschrieben hätten werden müssen. Sie sind jedes in sich und auch als gesamtes Werk eine in sich geschlossene runde Welt, die sich die für sie gültige Dimension ein für alle Mal vorschreibt. Beethovens Musik sei, so hat Morgenstern (nicht in einem Gedicht, sondern in einem Aphorismus) geschrieben, ein Gesang Gottes vor sich selbst. Morgenstern wäre zu bescheiden gewesen, zu sagen: seine Gedichte seien Gottes Lektüre in den wenigen Stunden, in denen auf der Welt gerade Friede herrscht.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.