Nach dem Lesen des Cover-Textes sind meine Erwartungen hoch gewesen, verschrieb sich doch derInterpret und Herausgeber dazu, einem sehr hohen Anspruch gerecht werden zu wollen. Quasi Rilke selbst, das Wasser zu reichen und sich ihm soweit es ginge zu nähern. Das, was dann jedoch zu hören ist, kann mit Gestammel wohl am besten beschrieben werden. Besonders in den Gedichten ist der Sprachfluss völlig abhanden gekommen. Das Zuhören wird zur ähnlichen Qual, wie das Mitfahren bei einem Fahrschüler, der ängstlich aufgeregt zwischen Vollgas und Vollbremsung hin und her tritt. Die Gewalt der Rilkeschen Sprache läßt sich doch nicht durch Betonen eines jeden vermeintlich besonders bedeutungsschweren Wortes mit pseudoausdruckstarker unsicher-leiser Stimme( so mach ich wenigstens nichts falsch )vermitteln, sondern ergibt sich doch aus dem Gesamtgemälde mit eben auch einem entsprechenden Duktus.
Wer Rilke gern zerhackstückt mag, für den ist die CD genial, für mich war sie eine echte Enttäuschung.