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Gedichte [Gebundene Ausgabe]

Stefan George
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
  • Verlag: Reclam, Ditzingen (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150500443
  • ISBN-13: 978-3150500446
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 10,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.273.656 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Klappentext

Von frühen Hymnen, die zuerst 1890 erschienen, bis zu Beispielen aus der 1928 veröffentlichten Sammlung letzter Gedichte bietet diese Auswahl einen Querschnitt durch das Schaffen Georges. Sie rundet das Bild ab durch Proben seiner Übertragungen fremdsprachiger Dichtungen, etwa Dantes, Shakespeares oder Baudelaires. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Stefan George, 1868 in Büdesheim bei Bingen geboren, war als Sohn eines wohlhabenden Weingutbesitzers nie zur Berufswahl gezwungen. Nach dem Abitur reiste er durch Westeuropa, studierte zwischendurch in Berlin u.a. Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte, traf aber vor allem mit den französischen Symbolisten zusammen. Diese Begegnung bestärkte ihn in seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem in Deutschland verbreiteten literarischen Realismus. Ab 1900 lebte er überwiegend in Deutschland: In München wurde er in der Schwabinger Boh me als Dichterfürst inszeniert und verehrt, in Heidelberg und Berlin verkehrte er in bildungsbürgerlichen Kreisen. 1927 wurde ihm der erste Goethe-Preis verliehen. George zog sich schließlich 1933 nach Minusio zurück, nachdem ihm Josef Goebbels die Präsidentschaft einer neuen deutschen Akademie für Dichtung angeboten hatte. Er verweigerte dieses Angebot und starb am 4. Dezember, betrauert von seinen Schülern und Verehrern.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dichtung&Kritik TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Ist das der Dichter, der immer alles klein geschrieben hat?" fragte mich meine Oma neulich. Ja, das ist Stefan George, der, der solch duestere Parkgedichte schrieb, der jede Zeile symbolhaft ausarbeitete, der in Heidelberg, Berlin und Darmstadt lebte, dem "Stolz" und "Ernsthaftigkeit" wichtige Begriffe waren ein Leben lang.
Stefan George lebte und wirkte um die Jahrhundertwende (zwischen ca. 1860 bis 1930). Der am Rhein geborene Dichter reiste in fruehen Jahren zuerst nach Frankreich, wo er Mallarme, Verlaine und den Kreis der Symbolisten kennenlernte, der ihn stark beeinflusste. Dann kehrte er zurueck nach Deutschland, um interessante Uebersetzungen zu verfassen (Shakespeare Sonnette, Dante...), die heute unverkennbar die dichterisch-dunklen symbolistischen Zuege Stefan Georges tragen und mit zu den besten literarischen Ergebnissen zaehlen, die George erzielte. Aber auch seine Dichtung ist unvergessen. Zunaechst waren es Verse, die gotisch duester waren, abgestorben, herbstlich, verlassen. Dann aber, im "Teppich des Lebens" auch sommerliche Verse und im "Jahr der Seele" schliesslich naturhaft-melancholische Gedichte, die meines Erachtens zu dem Besten gehoeren, was Stefan George dichterisch erreichte.
In der zweiten Haelfte seines Lebens wurde George zunehmend politisch. Ein Reich der Intellektuellen, ein griechisch-germanisches Reich der Geister wollte er bauen. Fuer mich wird er in dieser Zeit unzugaenglicher, manchmal auch fremd, so wenn er beispielsweise seinen Kreis der Juenger um sich schart, die ihm untergeben sind und ihn "den Meister" nennen, denen er befiehlt, gebietet: ob sie heiraten duerfen, ob sie noch zu ihm gehoeren oder nicht, ob ihre eigenen Dichtungen und literarischen Werke gut genug sind... oft gewinnt Stefan George nun einen herrschsuechtigen Zug und etwas pubertaer-Sektiererisches. Dennoch hat sein Kreis viel bewegt, so beispielsweise eine ueber Jahre hinweg existierende Kunstzeitschrift veroeffentlicht und viele Gedichte hinterlassen, die die Literaturszene Deutschlands massgeblich beeinflusste.
Ich persoenlich fuehle mich von Stefan George angezogen, aber auch abgeschreckt. Seine Gedichte beruehren mich, so wenn er beispielsweise ueber eine sterbende Rose auf seinem Fensterbrett schreibt, oder von Schneeszenen im Winter; sie wirken aber in ihrem Stolz, ihrer Wuerde und Kaelte auch manchmal etwas zu konstruiert. Es mangelt ihnen durch und durch an Demut - ein Charakterzug, der fuer mich beispielsweise Dichter wie Rilke oder Hoelderlin anziehend macht und fuer mich zu einer der menschlich hoechsten Gefuehlsfarben gehoert, die wir erreichen koennen.
Dennoch: Unvergesslich und unvergleichlich steht er da und dieser Band fasst seine saemtlichen Gedichte in schoenem, modernem Druck (der George nicht gefallen haette, aber fuer den modernen Leser gefaellig ist) zusammen. Lesenswert.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Vielleicht ist es schrecklich übertrieben. Aber Stefans Georges Gedichte haben mich immer schon fasziniert. Die scheinbare sprachliche Eleganz und Einfachheit seines stolzierenden Sprechens schweben in ihren engen inhaltlichen Fügungen in einer Metrik und einem Ton, der denjenigen, der die Gedichte sich selbst oder anderen laut vorspricht, zum Schweben und Singen bringt. Ja, die Gedichte Georges sind für mich Musik. Sie sind Gesang. Um mit Goethe zu sprechen: Das Schweben der Geister über den Wassern.

Und daher gehören für mich Georges Gedichte zum Wichtigsten, was die deutsche Literatur hervorgebracht und zu bieten hat.

Dieser kleine Reclamband versammelt die wichtigsten und bekanntesten Gedichte Stefan Georges, die in diesen Reigen gehören. Ihre Anmut und Strahlkraft ist für mich mit nichts anderem vergleichbar. Aber ich weiss auch, dass es noch viele andere Gedichte Georges gibt, die man, wenn man sie genauer kennt, lieben muss. Daher ist dieser Band nur ein Anfang, wenn man sich mit Georges Reimen und Sagen beschäftigen will.

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Stefan George erlebt die Liebe im Wechsel des Jahres. Seine Liebe nimmt den gleichen Charakter an, wie die aufblühende, reifende oder auch vereiste Natur. Besonders seine Herbstimpressionen sind klassisch dargestellt.

Die Geliebte erscheint nicht als Gestalt, sondern nur als Du, das den Dichter begleitet.

Die Klangfarben der Verse sind beeindruckend in ihrer Intensität.

Sieht man vom Zeilenanfang ab, schreibt George in seinen Gedichten alle Worte klein.

In seinen so genannten Zeitgedichten werden große Gestalten und Werte der Geschichte und Gegenwart gegenübergestellt. / Ich sah die nun jahrtausendalten augen/ Der könige aus stein von unsren träumen/ Von

unseren tränen schwer...sie wir wussten:/ Mit wüsten wechseln gärten.frost mit glut./ Nacht kommt für helle- buße für glück./

In Gestalten werden Führer und Verführer der Menschheit behandelt.

Die Gezeiten enthalten Liebesgedichte./ Nun lass mich rufen über die verschneiten / Gefilde wo du wegzusinken drohst:/Wie du mich unbewusst durch die gezeiten /Gelenkt- am anfang spiel und dann mein trost./

Seine späteren Lieder sind getragen von Gläubigkeit und Ursprünglichkeit.

Im Nachwort des Reclam-Heftes wird darauf hingewiesen, dass die kleine , hier vorliegende Auswahl aus Georges Werk zwar den diesbezüglichen Hunger wecke, aber ihn tatsächlich nicht stillen könne und man sich deshalb irgendwann die Gesamtausgabe des Dichters kaufen möge.

Dieser Rat überzeugt, nicht nur wenn man folgenden Vers gelesen hat:

Wenn ich heute nicht deinen leib berühre

Wird der faden meiner seele reissen

Wie zu sehr gespannte sehne.

Liebe zeichen seien trauerflöre

Mir der leidet seit ich dir gehöre.

richte ob mir solche qual gebühre.

Kühlung sprenge mir dem fieberheissen

Der ich wankend draussen lehne.

...und schließlich lässt er Shakespeare sagen:

Bald wünsch ich dich mir zum allein-empfang

Bald möcht ich, dass die welt mein glück auch glaube.

Das ist Stefan George, der seinen Schönheits- und Formsinn am französischen Symbolismus - meines Erachtens- mit Erfolg geschult hat.

Empfehlenswert.
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