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Gedichte
 
 
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Gedichte [Taschenbuch]

Rainer M Rilke , Dietrich Bode
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 324 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150096235
  • ISBN-13: 978-3150096239
  • Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 9,8 x 2,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 123.580 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Rainer Maria Rilke
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Produktbeschreibungen

Klappentext

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Über den Autor

Rainer M. Rilke (1875-1926), der Prager Beamtensohn, wurde nach einer erzwungenen Militärerziehung 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Er bereiste darauf Italien, Skandinavien und Frankreich. In Paris schloß er Bekanntschaft mit Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas. Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit, indem er unerreichte Sprach- und Kunstwerke schuf.
Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber aufgrund seiner kränklichen Konstitution in das Wiener Kriegsarchiv versetzt. Rilke starb nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Oase der tiefen Worte 14. November 2009
Format:Taschenbuch
Reclams Werkauszug von Rilkes Schaffen begleitet mich nun schon 5 Jahre. Das kleine gelbe Buch ist schon arg zerfleddert, der Umschlag fleckig und vereinzelte Seiten sind mit Anmerkungen von mir versehen. Manchmal, wenn ich im Alltag den Faden verliere, zu mir selbst, dem was ich tue oder dem Ort wo ich gerade bin, nehme ich das kleine gelbe Buch zur Hand und tauche für einige Minuten in Rilkes Oase der Worte ein, seine sinntiefen Betrachtungen, seine zarten Beschreibungen und seine liebevollen Berührungen der Dinge.
Auf rund 300 Seiten im DIN-A6 Format gelingt es dem Reclam-Verlag eine gute Werksübersicht zu geben und im Nachwort noch einen biographischen Ausflug mit gezielten Analysen und Hintergrundinformationen zu erstellen.
Rilkes Gedichte und Gedanken schweifen weit: Meditionen (Stundenbuch), poetische Sachbeschreibungen (Buch der Bilder)und immer wieder Reflexionen der eigenen Verzweiflung, dem eigenen Überflutetwerden mit Eindrücken und Erkenntnissen.
Es sind besonders Sätze wie diese, die hängen bleiben und wirken:

"Und wieder rauscht mein tiefes Leben lauter, als ob es jetzt in breitern Ufern ginge. Immer verwandter werden mir die Dinge, und alle Bilder immer angeschauter...." (S.82)

"..O wie war ich eines, nichts was rief, nichts was mich verriet; meine Stille war wie eines Steines, über den der Bach sein Murmeln zieht..." (S.74)

"Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. Sie sprechen alles so deutlich aus: Und dieses heisst Hund und jenes heisst Haus und hier ist Beginn und das Ende ist dort. .... Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern. Die Dinge singen hör ich so gern. Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm. Ihr bringt mir alle die Dinge um." (S.20)

"Das ist Sehnsucht: wohnen im Gewoge und keine Heimat haben in der Zeit. Und das sind die Wünsche: leise Dialoge tagtäglicher Stunden mit der Ewigkeit." (S.16)

"Der Tod ist gross. Wir sind die Seinen lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns," (S.91)

Besonders interessant ist Rilkes Ahnung und Herbeisehnung des Untergangs der Zivilisation, noch bevor sie ihren eigentlichen Höhepunkt erreicht hat. Man mag kaum glauben, dass ein Überdruss an den allgemeinen Errungenschaften und Verhältnissen um das Jahr 1900 herum, schon diese Endgültigkeit erreicht haben kann. Eine Tiefe, die etwas zeitloses hat, könnten doch die nachfolgenden Betrachtungen durchaus auch in der Gegenwart entstanden sein:

"....Das Erz hat Heimweh. Und verlassen will es die Münzen und die Räder, die es ein kleines Leben lehren. Und aus Fabriken und aus Kassen wird es zurück in das Geäder der aufgetanen Berge kehren, die sich verschliessen hinter ihm.
Alles wird wieder gross sein und gewaltig. Die Lande einfach und die Wasser faltig, die Bäume riesig und sehr klein die Mauern; und in den Tälern, stark und vielgestaltig, ein Volk von Hirten und von Ackerbauern." (S.55)

In Reclams Werkauszug fehlen selbstverständlich auch Rilkes berühmtes Herbstgedicht "...Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.." und seine vielzitierte, kierkegaardsche Selbstbeschreibung in Anbetracht des Unendlichen nicht:
"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn. Ich kreise um Gott, um den uralten Turm, und ich kreise jahrtausendelang; und ich weiss noch nicht, bin ich ein Falke, bin ich ein Sturm oder ein grosser Gesang."

Mit dem "grossen Gesang" lag Rilke, was die Bedeutung seines Werkes in der Folgezeit anging, auf jeden Fall richtig.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.

Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste Stunde steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt."

Rainer Maria Rilke geborgen 1875, gestorben 1926, gehört zu den eigenwilligsten, schönsten und herausragendsten Lyrikern der deutschen Sprache. Obwohl in allen seinen Werken das "ewig Wehende" steckt, hat er dieses schöne und wunderliche Gefühl auf ein großes, faszinierendes Spektrum ausgeweitet und es immer wieder symbolisch, hermetisch oder romantisch inszeniert.

"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang."

Dies Gedicht stammt aus dem Das Stundenbuch, dem, wie ich finde, lyrischsten Gedichtband von Rilke, der in diesem Band hier auch großzügig enthalten ist. Allerdings geht es mir bei Rilke so, dass beinahe jedes Gedicht schön ist und viele fehlten dann doch hier; ich empfehle daher entweder die Zweitausendeinsausgabe der Werke, wo sogar noch die Prosa enthalten ist oder den [ASIN:3458173331 Inselband]] der Gedichte.

"Ich bin derselbe noch, der kniete
vor dir in alterndem Gewand:
der tiefe dienende Levite,
den du erfüllt, der dich erfand.
Die Stimme einer stillen Zelle,
an der die Welt vorüberweht, -
und du bist immer noch die Welle,
die über alle Dinge geht."

Ansonsten verweise ich noch auf meine Rezensionen bei den einzelnen Bänden, hier aufgeführt und der Chronologie der Werke folgend: Mir zur Feier, "Stundenbuch", Das Buch der Bilder, Neue Gedichte, Duineser Elegien. Die Sonette an Orpheus, außerdem noch die kleineren Bände "Das Marien-Leben" und "Requiem".

"Stiller Freund der vielen Fernen, fühle,
wie dein Atem noch den Raum vermehrt.
Im Gebälk der finstern Glockenstühle
laß dich läuten. Das, was an dir zehrt,

wird ein Starkes über dieser Nahrung.
Geh in der Verwandlung aus und ein.
Was ist deine leidendste Erfahrung?
Ist dir Trinken bitter, werde Wein.

Sei in dieser Nacht aus Übermaß
Zauberkraft am Kreuzweg deiner Sinne,
ihrer seltsamen Begegnung Sinn.

Und wenn dich das Irdische vergaß,
zu der stillen Erde sag: Ich rinne.
Zu dem raschen Wasser sprich: Ich bin."
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ingmar
Format:Taschenbuch
Ein Meister des expressionistischen Lebensgefühls!
Die meisten Kritiker sehen in Rilke wohl nicht ganz zu Unrecht den größten expressionistischen Lyriker deutscher Sprache!

Wirklich schöne und treffende Bilder liefert uns Rilke auch in diesem Band in der ihm eigenen wortgewaltigen Sprache, und bleibt dabei auch für Anfänger der Thematik meist relativ verständlich.

Leider kennen ihn die Meisten heutzutage ja nur durch das Gedicht: "Herr, es ist Zeit,/ der Sommer war sehr groß,/ ... (das Gedicht wird ja regelmäßig auch als das schönste HErbstgedicht angesehen). Dass Rilke aber durchaus noch zu Anderem in der Lage war, zeigt auch dieser Band.

Meiner Meinung nach kein besserer, aber doch leichter verständlicher und der Allgemeinheit besser zugänglicher Autor als andere bekannte expressionistische Lyriker jener Zeit, z.B. der ihm durchaus nicht unähnliche Georg Trakl, der doch oft ziemlich eigensinnige, subjektive, schwer zugängliche Lyrik geschrieben hat.

Sicher wird Rilke oft zurecht dafür bemängelt, dass er wenig Zugeständnisse an die z.B. poliltischen Begebenheiten seiner Zeit machte. Stattdessen würde er in seiner eigenen Welt leben, usw. Das ist sicher richtig. Aber Tatsache ist auch, dass Rilke immer ein sehr ungewöhnlicher Mensch war, ein Einzelgänger, der vor allem seinem Gefühl huldigte, mehr von seinen Sinnen als von seinem Gehirn inspirieren ließ, seinen eigenen, subjektiven Erfahrungen einen hohen Rang einräumte. Seine Kunst ist daher sehr innerlich.
ALs Künstler ist das aber durchaus legitim. Tatsächlich hat er sich dadurch ja auch zum Kopf einer neuen bewegung gemacht, die maßgeblich von ihm inspiriert und geprägt wurde.

Leider ist der Meister ja wegen seiner kränklichen Konstitution viel zu früh gestorben. Dafür ist seine Dichtung aber unsterblich geworden!
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