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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Guter Querschnitt durch Benns Lyrik,
Von sonaleu (Aarau) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Gedichte (Taschenbuch)
Gottfried Benn - Arzt und Dichter - lebte von 1886 - 1956. Er begann als Expressionist und bereits hier klang seine Stimme deutlich aus dem Chor der vielen hervor. Später fand Benn seinen eigenen Weg und Stil und wird so zu DEM Deutschen Dichter der Moderne, dessen Einfluss auf die Literatur weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein spürbar bleibt.Der vorliegende Band bieten einen Querschnitt durch Benns lyrisches Schaffen. Die Auswahl beginnt mit einigen von Benns berühmten "Morgue-Gedichten", die in ihrer lakonischen Art, dem Menschen seine eigene Materialität und Vergänglichkeit vor Augen zu führen, immer noch schockierend wirken, und enthält zahlreiche der berühmtesten Gedichte Benns, so z. B. "Astern", "Das Ganze" und "Chopin". Einge der Gedichte erschliessen sich dem Leser eher leicht, die meisten aber erfordern viel Überlegung und Hintergrundwissen - Benns Beschäftigung mit der Philosophie Nietzsches und mit den Naturwissenschaften hat Einfluss auf seine Lyrik, so dass es nicht einfach ist, Benns Horizont zu verstehen. Der Herausgeber lässt den Gedichten noch ein Benn-Vortrag aus dem Jahre 1955 folgen. Hier erklärt Benn wichtige Aspekte seiner Auffassung von Poesie. Dieser Text und ein umfangreiches Nachwort des Herausgebers Christoph Perels erhellen manche Zusammenhänge und machen die Beschäftigung mit Benns Gedichten noch interessanter. Weshalb nicht fünf Sterne? Der Herausgeber hat Benns lyrisches Schaffen in vier Zeitabschnitte eingeteilt: 1912 - 1921; 1922 - 1932, 1933 - 1946 und 1947 - 1955. Warum gerade diese Zeiteinteilung gewählt wurde, bleibt weitgehende unbegründet, aus dem Nachwort von Christoph Perels lässt sich einiges dazu erschliessen, aber man hätte sich doch gewünscht, sowohl Einteilung als auch Auswahl wären besser begründet worden. Auch sonst vermisst man genauere editorische Hinweise: So ist z. B. - mit wenigen Ausnahmen - nicht ersichtlich, wann genau und wo ein einzelnes Gedicht erstmals erschienen oder wann es entstanden ist. Auch könnte die Literaturhinweise einmal wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Insgesamt: empfehlenswert für alle, die sich ein Bild über das lyrische Schaffen Benns machen wollen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gottfried Benn "Gedichte",
Von faithfull (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Gedichte (Taschenbuch)
Schnell ist man fasziniert von den Texten Benns. Schnell findet man hinein, nur schwer wieder heraus. Nach Ende der Lektüre hat man ein mulmiges Gefühl. Man ist schockiert und fasziniert zugleich. Die Ausgabe bringt Gottfried Benn´s Gedichte in einem guten Format heraus. Die Schriftgröße ist gut und das Buch handlich.Etwas stören die wilden Brüche in den Seiten, wenn eben noch ein Gedicht auf der Seite anfangen musste. Meines Erachtens handelt es sich dabei auch nicht um alle Benn´schen Gedichte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es gibt nur zwei Dinge: die Leere und das gezeichnete Ich,
Von Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Gedichte (Taschenbuch)
Der Lyriker Gottfried Benn (1886-1956) wird als moderner Klassiker der Dichtung eingestuft. Sein Werk gehört durch seine Sprachkraft und seine theoretischen Reflexionen zur literarischen Avantgarde seiner Zeit.Der Lyriker hat stets einen sozialen Auftrag für sein Werk abgelehnt. Er verspricht nichts, ruft keine Massen auf, legt lediglich Ergebnisse seiner Zwänge vor. Benn läd, wenn überhaupt, allenfalls zu Besichtigung einer Sackgasse ein. Seine Gedichte beinhalten eine Menge sozialkritisches Material, doch dies ist letztlich nicht das Thema des Dichters. Benns politisches Engagement in der NS- Zeit bestand darin, dass er nicht mitmachte, die Gegenwelten nicht zu verkleistern suchte, sondern Kunst produzierte, reine Kunst, so rein wie Kunst sein kann, nicht zuletzt, weil er der Überzeugung war, dass reine Kunst durch ihre bloße Existenz für Humanismus zeugt. Um das Können des großen Spachvirtuosen zu dokumentieren, habe ich folgendes seiner Gedicht ausgewählt. Nur zwei Dinge Durch so viele Formen geschritten, durch Ich und Wir und Du, doch alles blieb erlitten durch die ewige Frage: wozu? Das ist eine Kinderfrage. Dir wurde erst spät bewußt, es gibt nur eines : ertrage -ob Sinn, ob Sucht, ob Sage- dein fernbestimmtes: Du musst. Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere, was erblühte, verblich, es gibt nur zwei Dinge :die Leere und das gezeichnete Ich. Benns analytisch- scharfsinnige Betrachtungen, so etwa in seinem Gedicht " Chopin", schmälern die Poesie seiner Verse erstaunlicherweise keineswegs. Empfehlenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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