Reclamhefte passen nun wirklich in jede Hosen- oder Jackentasche und es kann nicht verkehrt sein, immer eine Notration von Kästners Gedichten bei sich zu tragen.
Wenn dann noch so sorgfältig ediert wurde, wie in diesem Fall, lohnt sich die Anschaffung gar mehrmals, um auch auf dem Nacht- oder Couchtisch noch ein Exemplar liegen zu haben.
Die meisten Gedichte des berühmten Dresdener Autors entstanden in den Zwanziger Jahren in Berlin. Dort arbeitete Kästner, Jahrgang 1899, als Redakteur für verschiedene Zeitungen, verbrachte viel Zeit in Kaffeehäusern und auf den pulsierenden Straßen der Metropole.
Er verfasste in jenen Jahren unzählige Artikel, die meisten seiner legendären Kinderbücher und eben jene lakonischen Verse, die sich zum Teil als geradezu visionär erwiesen. Kästner war kein Zweck-Pessimist, sah aber sehr klar das drohende politische Unheil durch die Nazis voraus.
Die Liebe spielt in Kästners "Gebrauchslyrik" ebenfalls eine große Rolle. Seinem komplizierten Verhältnis zu Frauen trägt er in seinen Gedichten mit oft beißendem Spott Rechnung.
Viele der Gedichte Erich Kästners haben bis heute keinerlei Staub angesetzt. So kann man sie immer wieder lesen und im besten Sinne auftanken: Denn die Lektüre Kästners erfrischt und entspannt, manchmal beißt und zwickt sie aber auch, weil er ein so guter Menschenbeobachter war, dass man sich desöfteren auch selbst ertappt fühlt.
So eignet sich dieser kleine und doch umfangreiche Kästner-Band zum Kennenlernen wie zum Wieder-entdecken gleichermaßen!