Es ist etwas Merkwürdiges um diese Gedichte. Sie erinnern anfangs an jene Zeitgenossen, die endlos reden und doch nie zu Potte kommen. Die Titel passen darüber hinaus anfangs oft nicht recht zu den Inhalten, es gibt gelegentliche handwerkliche Mängel und die Inhalte sind seltsam nichtssagend.
Ich las und las und las und fragte mich zunehmend, was ich da eigentlich lese, worüber die Dichterin eigentlich schreibt. Das wird allerdings mit zunehmender Länge besser.
Die Naivität Droste-Hülshoffs ist gelegentlich schwer zu ertragen, etwa im Regengedicht: "Da , ein Fleck, ein Loch am Himmel, bist du endlich doch gebrochen / Alte Wassertonne, hab ich endlich dich entzwei gesprochen". Aber wahrscheinlich gibt es auch hier wieder Zeitgenossen, die das noch amüsant finden.
Wer Verse schreibt wie "Und jede Glocke ist frisiert so fein / wie unser Engelchen im Schrein" oder "Pah! Frösch und Hechte können mich nicht schrecken", der vermittelt in der Tat den Eindruck, als könne er auch sonst kein Wässerchen trüben. Das mag für den Menschen sprechen, für die Lyrik sicher nicht.
Die Betulichkeit und Harmlosigkeit dieser Verse lösen fürwahr keine emotionalen Begeisterungsstürme aus.
Sicher, bedrohlich wird's auch: "Und immer näher krächzet / das Galgenvolk heran". Achtung, die Krähen kommen. Schlimmer wird's sogar noch, wenn der "Heidemann steigt", also der Nebel wallt.
Es sind solche kindisch-bäuerischen Sprachvergessenheiten wie "Galgenvolk" für einen Schwarm Krähen, die die Lyrik Drostes naiv-kindlich erscheinen lassen und sie aus dem ernsthaften Wettbewerb ausschließen.