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Gedichte (Bibliothek Suhrkamp)
 
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Gedichte (Bibliothek Suhrkamp) [Gebundene Ausgabe]

Nelly Sachs , Hilde Domin
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 141 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 15 (20. März 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518015494
  • ISBN-13: 978-3518015490
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,9 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 84.682 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Nelly Sachs
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Am 10. Dezember 1891 wurde Nelly Sachs in Berlin geboren. 1965 erhielt sie den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, ein Jahr später den Nobelpreis für Literatur. Nelly Sachs starb am 12. Mai 1970 in Stockholm.

 »Ihr lyrisches und dramatisches Werk gehört jetzt zu den großen Klagen der Literatur, aber das Gefühl der Trauer, welches sie inspirierte, ist frei von Haß und verleiht dem Leiden der Menschheit Größe. Wir ehren Sie heute als Trägerin einer Botschaft des Trostes, die all jenen gilt, die am Schicksal der Menschheit verzweifeln.«  Ingvar Andersson, Laudatio Verleihung des Nobelpreises  

»Unter Schmerzen zu altern«, schrieb Olof Lagercrantz in seinem Nachruf auf Nelly Sachs, »und zu zerschellen am Übermaß an Leid wird eine Erfahrung für immer mehr Menschen. Das bedeutet, daß Nelly Sachs zu den Dichtern gehört, die wir in Zukunft am allermeisten brauchen.«


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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Dichterin sui generis, 13. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Gedichte (Bibliothek Suhrkamp) (Gebundene Ausgabe)
Ich wusste, dass Nelly Sachs 1967 den Nobelpreis für ihre Lyrik entgegen nehmen konnte, ihre Gedichte und ihre Biographie kannte ich nicht. In einer Buchhandlung habe ich nach einem einfühlsamen Spruch für eine Kondolenzkarte gesucht. So bin ich auf den von Hilde Domin (1909 - 2006) in der Reihe "Bibliothek Suhrkamp" 1977 erstmals herausgegeben Band (15. Auflage im Jahre 2004) gestossen.

Wohl besitzt Liebe den Blick,

der durch Gebeine fährt wie ein Blitz

und begleitet die Toten

über den Atemzug hinaus -

In meinen Augen ist Nelly Sachs eine ganz und gar originäre Dichterin, die sich nicht auf eine spezifisch literarische, insbesondere lyrische Tradition abstützt. Ihre zentralen Punkte sind Liebe, Zuhause, Heimat, Verlust, Wahrhaftigkeit, Gnade und Auferstehung, Heil. Selbstverständlich schrieb Nelly Sachs nicht im luftleeren Raum. Ihre Biographie schleuste sie beinahe vollkommen am literarischen Berlin der Zwanzigerjahre vorbei. Immerhin erschien 1921 auf Vermittlung von Stefan Zweig ein neoromantischer Band Gedichte, den sie aber später verwarf. Nelly Sachs hatte mit Selma Lagerlöf einen ausgedehnten Briefwechsel, der 35 Jahre anhielt und ihr und ihrer Mutter 1940 indirekt zur Flucht nach Schweden verhalf. Nelly Sachs lebte bis zu ihrem Tod im Jahre 1970 in einer ärmlichen Zweizimmerwohnung in Stockholm. Man sagt, dass sie sich nach dem Nobelpreis neue Möbel geleistet habe. In Deutschland wurde sie erst in den Sechzigerjahren bekannt (mit Unterstützung von Magnus Enzensberger). Interessant an Sachs' Lyrik finde ich die scheinbare Schwerelosigkeit und Universalität - jeder kann etwas anderes darin sehen.

die Liebe ist eine Sandpflanze

die im Feuer dient

und nicht verzehrt wird -

Ihre Sprache bezog Nelly Sachs aus den Klassikern und Romantikern ihrer Elternbibliothek (u.a. Novalis und Hölderlin), ihre Metaphorik aus der Bibel, den deutschen Mystikern und den aufgeklärten jüdischen Weisheitsbüchern von Martin Buber. Insofern gibt es eine zweite Ebene in den Gedichten von Nelly Sachs, die sich erst erschliesst, wenn man die in allen Gedichten gleich bleibenden Metaphern im Überblick und Quervergleich kennt. Ihr gleich bleibender Assoziationsappell führt den Leser zu ihrem emotionalen Kosmos. Das verlangt eine eingehende Beschäftigung mit der Dichterin, der sich meines Erachtens lohnt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen ... "in der Winde verlorenem Gesicht" oder: "Wie es ist/ Der Himmel übt an dir/ Zerbrechen", 6. Januar 2012
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gedichte (Bibliothek Suhrkamp) (Gebundene Ausgabe)
"Welt, frage nicht die Todentrissenen

wohin sie gehen,

sie gehen immer ihrem Grabe zu."

"Nach Auschwitz", schrieb Adorno, "darf man kein Gedicht mehr schreiben." Eine Aussage, die er zwar revidierte, die aber wie ein Damoklesschwert ohne Faden über den deutschen Dichtern hing.

Nelly Sachs, Erich Fried und Paul Celan taten es trotzdem: Sie schrieben Gedichte. Auch viele andere taten dies im Nachkriegseuropa. Aber während viele Deutsche Autoren dabei die Vergangenheit zu umgehen suchten, machten sich ein in Rumänien geborener Deutscher, ein nach England emigrierter Österreicher und eine Deutsch-Schwedin daran, die Trümmer der Zivilisation und die Trümmer ihres jüdischen Volkes aufzusammeln und den Staub zu durchleuchten.

"Wer von uns darf trösten?

Gärtner sind wir, blumenlos gewordene

Und stehen auf einem Stern, der strahlt

Und weinen."

Nelly Sachs kam noch zweimal nach ihrer Emigration nach Deutschland. Beim ersten Mal wurde sie psychisch krank, beim zweiten Mal ging es schon etwas besser. In dieser Person, dem Schicksal und Wirkung dieser Frau mag man, wie in einer schwachen Ahnung des eigenen Bewusstseins, sehen, was Auschwitz für die Welt bedeutete, was es für Überlebende bedeutete; Leute, wie Nelly Sachs, die zu begreifen versuch(t)en, indem sie es nicht könn(t)en:

"Und Sonne und Mond sind weiter spazierengegangen -

zwei schieläugige Zeugen, die nichts gesehen haben."

"O ihr Finger,

Die ihr den Sand aus Totenschuhen leertet

Morgen schon werdet ihr Staub sein

in den Schuhen Kommender!"

Nelly Sachs Lyrik ist eine ungebundene. Wie eine Flagge im Wind, nur einigen wenigen Metaphern, wie Wind und Staub und Sturm untertan. Mit einem leicht-schweren Tanz zwischen Metapher und Ausdruck, hat sie eigentlich nur an vier oder fünf großen Gedichten geschrieben; kaum einer ihrer Texte trägt einen Titel und man kann die einzelnen Stücke jeweils einem der vier-fünf Themen anhängen. So besteht die Stärke und Kraft ihrer Lyrik auch weniger aus Gedichten, als aus Zeilen, Ausschnitten, Bildern und Akzenten.

"denn das Schicksal

hat das Rad der Zeit

vermummt -

hebt sich

an seinen Atemzügen.

[']

schwarz flaggen die Schornsteine

das Grab der Luft."

"Wie leicht

wird Erde sein

nur eine Wolke Abendliebe

wenn schwarzgeheizt Rache

vom Todesengel magnetisch

anzgezogen

an seinem Schneerock

kalt und still verendet."

Vielleicht stammt die beste Definition des Eindrucks und der Wirkung ihrer Dichtung unbeabsichtigt von ihr selbst:

"Minute,

darin das Weltall

seine unlesbaren Wurzeln schlägt"

Nelly Sachs ist weder eine kryptische, noch eine Dichtern des Bildes. Sie ist eine Dichterin der Schemen und eine Sammlerin der Metaphern und der Mythologie ihres Alptraums. Es kann manchmal harter Tobak sein sie zu lesen, und manchmal kann es mythisch, unergründlich und wie ein Weltall unbegehbar sein. Doch auf jeden Fall ist die Lektüre in Momenten eine Stille, die das Wort Demut in die prächtigste Wahrheit legt, die man aus Staub und Wind bauen kann.

"Frieden

du großes Augenlid

das alle Unruhe verschließt

mit deinem himmlichen Wimpernkranz

Du leiseste aller Geburten."
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14 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gedichte, 22. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Gedichte (Bibliothek Suhrkamp) (Gebundene Ausgabe)
Ich bin eine italienische Schülerin und ich habe "Gedichte" von Nelly Sachs auf Deutsch gelesen;ist wirklich ein wunderschönen Buch;ich habe es in den Weihnachtsferien gelesen, und ich habe die Poesie, die Reflexionen und den Charakter von Nelly Sachs verstanden und schätzen gelernt.Ihre Persönlichkeit ist so tief und süß;ich werde sicher noch viele Büchern von Nelly Sachs lesen, weil ich gelernt habe auf mein Herz und auf die anderen Leuten zu hören.
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