Adelbert von Chamisso, wie er sich später nannte, stammt aus dem französischen Adel. Seine Familie wurde durch die Französische Revolution vertrieben und Chamisso entwickelte sich zu einem Wanderer zwischen Deutschland und Frankreich. Er war ein gebildeter Mann und übersetzte Texte aus mehreren Sprachen, u.a. aus dem Französischen wie aus dem Isländischen, hatte Kontakt zu den führenden deutschen Romantikern seiner Zeit, deren Einfluss auf seine Sprache unverkennbar ist. Daneben zeugte er eine ganze Menge Kinder.
Chamissos Gedichte sind sprachlich versiert und für einen Nicht-Muttersprachler von beeindruckender stilistischer Eleganz, atmen Intelligenz und Bildung, allerdings kann man sie weder formal noch inhaltlich besonders innovativ oder aufregend nennen. Auffällig das häufige Thematisieren des Alters und das Jammern über die nachlassenden Fähigkeiten und Kräfte.
Gelegentlich hat der Autor ein paar Probleme mit dem Versmaß, was aber nicht weiter störend ins Gewicht fällt.
Kurz: Man kann Chamissos Werke heute noch lesen, muss es aber nicht. Der Leser verpasst nicht unbedingt etwas, wenn er darauf verzichtet.