Es handelt sich um eine Sammlung von Texte aus dem Nachlass - und ist damit das letzte Buch des Friedrich Dürrenmatt: Typoskripte, Vorarbeiten zu "Stoffe" sowie Essays und Erzählungen. Also ein Art "Summa".
Noch einmal stellt der Autor, der Dichter-Philosoph und Dramatiker die Frage nach dem Wesen der Welt, nach Gott und Mensch. So reflektiert Dürrenmatt über Prometheus - er, der selbst ein Prometheus, geschmiedet an den Felsen der Literatur, war.
Hier wie in der "Gedankenfuge" weiß er streitlustig und tiesinnig zu provozieren. "Nicht was einer schreibt, ist wichtig, sondern wie er kritisiert wird", heißt es an einer Stelle. Oder in "Kabbala der Physik": "Der Mensch wagt nie zu glauben, was er schon weiß, er glaubt nur, was er nicht wissen kann." Dürrenmatt setzt der Gedankenlosigkeit der Welt sein Denkgebilde entgegen, mit interessanten Einsichten, überraschenden Schlüssen und poetischen Parabeln.
Dürrenmatt hat den "Turmbau zu Babel" versucht. Nach eigener Aussage musste er ihn abbrechen, um sich von ihm zu befreien. "Was blieb, sind seine Trümmer". Dürrenmatts Trümmer sind oft mehr als anderer Leut' fertige Bauten. So kann man an der "Gedankenfuge" einmal mehr den ganzen Dürrenmatt erleben, erlesen und erforschen.