Für jemanden der selbst schon einmal durch den Selbstmord eines Kollegen oder Freundes betroffen war, ist dieses Buch sehr empfehlenwert. Die Autorin schreibt ohne Scheu über die Einweisung in eine psychiatrische Klinik, den Umgang mit Freunden und Kollegen und die Probleme mit der Depression. Als Außenstehender kann man sich kaum in die Gedankenwelt eines Depressiven hineinversetzen und Erikas Vergleich, dass die fehlenden Gefühle ähnlich sind wie bei jemandem der keinen Geschmackssinn mehr besitzt, finde ich sehr gelungen. Einige Passagen im Buch regen wirklich zum Nachdenken an, so z.B. die Beschreibung der heutigen Arbeitswelt und dem immer häufiger entstehenden Problem des Burn- und Boreouts, dem "Lügengebilde" welches in der Gesellschaft geschaffen wurde und dem Effekt, dass einige Menschen es nicht mehr schaffen oder nicht mehr wollen in dieser Welt zu leben. Dieser Bericht macht wirklich sehr nachdenklich und erst danach versteht man ein wenig, was in den Erkrankten vorgeht und was sie zu diesem letzten Schritt treibt.