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Gedanken: Über die Religion und einige andere Themen
 
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Gedanken: Über die Religion und einige andere Themen [Taschenbuch]

Blaise Pascal , Jean R Armogathe , Ulrich Kunzmann
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Gedanken
OT Pensées (sur la religion, et sur quelques autres sujets)OA 1670 DE 1710 Form Sachbuch Bereich Philosophie
Die Gedanken sind das bedeutendste philosophische Werk von Blaise Pascal. Er reflektiert darin die Seinslage des Menschen sowie die Beziehung zwischen Vernunft und Glauben. Das Buch ist aber auch eine Streitschrift für das Christentum und ein Dokument für Pascals religiöse Überzeugung.
Entstehung: Die Gedanken sind eine Sammlung von Fragmenten aus den letzten Lebensjahren des Autors, die von tiefem religiösem Bewusstsein und schwerer Krankheit gekennzeichnet waren. Acht Jahre nach seinem Tod wurde dieser Nachlass von den Geistlichen von Port-Royal erstmals veröffentlicht.
Inhalt: Pascal sieht zwischen Vernunft und Glauben keinen Widerspruch. Der Mensch muss nur wissen, wann die Anwendung der Vernunft geboten ist. Fragt er nach seinem eigenen Wesen und nach seiner Stellung in der Welt, wird ihm die Vernunft nur teilweise helfen. »Der Mensch ist sich selbst das rätselhafteste Ding der Natur, denn er kann nicht begreifen, was Körper und noch weniger was Geist ist und am wenigsten, wie ein Körper mit einem Geist vereint sein könnte.« Der Mathematiker und Naturwissenschaftler Pascal, der sich mit der Unendlichkeit der Zahlen und dem leeren Raum befasste, ging einen Schritt weiter, indem er im grenzenlosen Wissen nicht mehr einen Beweis menschlicher Größe, sondern ein Zeichen seiner Ohnmacht erkannte: »Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume macht mich schaudern.«
Pascal bemühte sich leidenschaftlich, die intellektuelle Selbstgefälligkeit der Gebildeten zu erschüttern, und mahnte sie, aus der »Wahrheit keinen Götzen zu machen«. Erst wenn der Mensch nach Gott fragt und sich seiner Gnade öffnet, wird sich ihm sein eigenes Wesen enthüllen. Gott aber sei »spürbar im Herzen und nicht in der Vernunft«. In seiner Hinwendung zu Gott benötige der Mensch die Leidenschaft des Herzens und nicht die Kühle der Vernunft. Das Herz jedoch sei Zentrum der Begierden und der Triebe und mache den Menschen zum Doppelwesen, »gleichermaßen Gott unwürdig und Gottes fähig«.
Pascal prangert die eitlen Gelüste und Zerstreuungen an, welche den Menschen mit einer vordergründigen Glückseligkeit betäuben und ihn in Unkenntnis über seine sündige Natur lassen. Für den Menschen gebe es nichts Schlimmeres als allein in einem Zimmer verweilen zu müssen, »denn was ist Unglücklichsein sonst, als unerträglich traurig sein, sobald man gezwungen wird, über sich selbst nachzudenken, und sich nicht zerstreuen kann«. Christus sei für den seit Adams Sündenfall in Unglück lebenden Menschen die Erlöserfigur, »weil wir in ihm sowohl Gott als auch unser Elend finden«. Indem der Mensch in einem imaginären Corpus Christi aufgeht, findet er als Teil des Ganzen wieder zu jener Harmonie, die Pascal auch in der Natur und der Mathematik wirken sah.
Aufbau: Eine authentische Fassung der Gedanken gibt es nicht. Je nach Herausgeber und Edition wurden die Fragmente unterschiedlich geordnet und mit anderen Kapitelüberschriften versehen. Flüchtige Gedankenskizzen, rätselhafte Aphorismen, klare Lehrsätze und längere, argumentativ durchgearbeitete Textpassagen wechseln einander ab.
Wirkung: Pascals existenzielle Fragestellung, sein psychologischer Feinsinn und seine ebenso leidenschaftlich wie geschmeidig vorgetragenen Argumente haben durch alle Epochen Leser in den Bann gezogen, darunter viele, die – wie Friedrich R Nietzsche – die religiöse Überzeugung des Autors nicht teilten. W. v. C. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Nietzsche nannte Pascal "den ersten aller Christen". Während seiner letzten Lebensjahre arbeitete der geniale französische Physiker und Mathematiker an einer Schrift zum Christentum, die jedoch unvollendet blieb. Erst acht Jahre nach seinem Tod erschienen Pascals Aufzeichnungen erstmals in einer Buchausgabe. Seine "Gedanken" gelten den großen Fragen der Menschheit und sind eindrückliche Zeugnisse eines tief im Glauben wurzelnden Geistes. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gut kombiniert, 19. Mai 2003
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gedanken: Über die Religion und einige andere Themen (Taschenbuch)
Pascal hätte sich mal mehr um die Mathematik kümmern sollen und Frankreich die Unendlichkeitsrechnung schenken, anstatt sich "Zettelchen" in die Kleider zu nähen, so etwa äußerte sich Paul Valery über ihn und gleichzeitig hielt er ihn doch für einen der größten Geister, die je gelebt haben.

Daß Blaise Pascal aber seit seinem zwanzigsten Lebensjahr keinen Tag mehr ohne Schmerzen gelebt hat, sollte man wissen.
Hier in seinen "Gedanken", einem wirklich interessanten Fragment, das er neben seiner Arbeit als Wissenschaftler schrieb, schält sich aber der Mensch Blaise Pacal heraus, der - vielleicht vergleichbar mit Novalis, dem deutschen Romantiker (ebenfalls Naturwissenschaftler!), ähnlich empfand wie er.

In einzelnen Kapiteln (teilweise fragmentarischer Natur) spricht ( besser: raisoniert ) er über Themen wie:
Elend und Größe des Menschen
Auf der Suche nach Gott
Beweise Jesu Christi

Allein unter dem Untertitel: "Was lehren die Philosopen?" kommen solche Sätze vor wie: "Ich bewundere die Kühnheit, mit der diese Leute es unternehmen, von Gott zu sprechen." Und so geht es munter fort mit Annahmen, Beweisen, Gegenbeweisen, intelligenten Frage- und Antwort-Spielen, daß es eine Freude ist.
Manchmal ist man halt auch einfach perplex.
Nur, daß er einmal sagt, daß es von entscheidender Wichtigkeit sei, zu wissen, ob die Seele unsterblich ist oder nicht( wichtiger als die Lehre von Kopernikus zu ergründen ), das sollte zu denken geben und zwar deswegen, weil man eben auch heute noch nicht wissenschaftlich genau sagen kann, was eigentlich VITA ausmacht.
Soweit sind wir also auf dem wissenschaftlichen Weg der Erkenntnisse fortgeschritten, daß wir immer noch nach dem Schlüssel zum Leben suchen?
Das gibt uns zu denken und das zeigt uns, daß Pascal eventuell im Recht ist mit seiner Meinung, daß es es eine Zukunft gibt trotz Tod und daß ein Mittler schon einmal hier auf der Erde war, der uns dieses vermittelt hat.
Nun, der Glaube ist wichtig in diesem Fall und nicht etwa das Wissen, obwohl, schön wäre es schon.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Spiel um das ewige Leben.- eine dialogische Verkündung., 22. September 2009
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Dust thou art, to dust returnest,

Was not spoken of the soul.

(Henry Wadsworth Longfellow)

In jungen Jahren widmete sich Blaise Pascal (1623-1662) ausgiebig der Mathematik, überhaupt den Naturwissenschaften. Er gilt neben Rene Descartes als der größte französische Denker des 17. Jahrhunderts. Als er mit den Schriften Montaignes vertraut wurde, erweiterte sich seine Denkweise. Hin zu dem Menschen als Teil der Natur und seinem Bewusstsein in die Metaphysik prägten ihn. Zu dem stärkte die anfängliche Ambivalenz von Vernunft und Glauben seine Hinwendung zur Religion. Dieses Werk, die Pensees, die Gedanken sind das Hauptwerk seiner philosophisch-religiösen Arbeit aus den Jahren ab 1654 und insgesamt kann man sie zu den Meisterwerken der Weltliteratur zählen, weil sie - ähnlich wie Platon, Augustinus, Montaigne - die Denkweisen der abendländischen Kultur prägten.

Mit sieben Kapiteln erzielte er eine unvergängliche Wirkung, hervorgegangen aus einem geistig-religösen Schicksal, hineingeschrieben in eine Begegnung mit dem Wesentlichen. Um dieses zu erreichen, benötigt man nicht eine Form, sondern eine Haltung, die unmissverständlich und klar in Gedanken und Worten ist. So kann es nicht stören, dass dieses Buch ein Fragment ist. Es ist zudem eine Folge von Büchern, einfachen Gedanken, Maximen und Reflektionen. Pascal erscheint in seiner Denkweise stoisch und doch kann man ein Gespräch zu Montaigne erkennen und eine Nacheiferung von Augustinus. Manche vergleichen ihn auf Grund der Verknüpfung von Mathematik und Religion mit Novalis, der neben der Dichtkunst im gleichen Sinne ausgebildeter Ingenieur war.

Pascals Vermächtnis ist eine Apologie der christlichen Religion, eine ernste Leichtigkeit, ein Spiel und eine Wette. Er denkt sich in die Natur des Menschen, kämpft um das Angesicht des verborgenen Gottes und wettet gar, vom Endlichen ins Unendliche zu denken und darin Gott zu vermuten ohne ihn zu erkennen, weil dieses zu glauben nicht schadet. Das berühmte Spiel, dem Wahren und dem Guten die Vernunft und den Willen entgegenzusetzen, endet in der natürlichen Erkenntnis, sich vor Irrtum zu schützen. Bleibt Gewinn und Verlust gleichgewichtig, muss man wetten, weil der Verlust nicht mehr ist, als auf möglichen Gewinn zu verzichten, da der Verlust nur einen unwichtigen status quo bedeutet. Mit der Wette jedoch verändert man sein Handeln, weg von einem Nichts und hin zu einem Unendlichen; ein nichtiges Wagnis getauscht gegen einen möglichen Lebensgewinn. Geprägt durch den Jansenismus musste Pascal die Unergründlichkeit göttlichen Handeln empfinden und eine Ungewißheit spüren, die mit den Kräften der Vernunft entkräftet werden sollte. Seine Ansicht, geleitet von Augustinus, vorherbestimmt zu sein in einem göttlichen Dialog des Gebens und Nehmens basiert auf die Prädestinationslehre, die bereits vor der Geburt von einem vorbereiteten Weg zur Seligkeit oder Verdammnis ausgeht.

Pascal als Wissenschaftler zu lesen ist die andere Art. Hier erscheint Wissenschaftskritik am Schluss der Wette, Wissenschaft als Gegner des Gemeinverstandes und gegen die Natur des Menschen. Pascal als Trainer zu lesen, eine weitere Art, die an das aktuelle Buch von Peter Sloterdijk erinnert. Das Leben als Übung gegen die blasse Gewohnheit zu betreiben, nicht im Gedanken, nichts Neues sei zu erfahren, sondern dass unendlich viel zu erfahren übrigbleibt. Diese Erfahrung durch Hinwendung ist damit nicht nur eine des Verstandes, "[e]s ist das Herz, das Gott fühlt, und nicht der Verstand". Salomons Weisheit, dass das Kleine bezaubert, gilt auch für Pascal. So kann man Pascal als Dichter lesen, als universellen Menschen, der zu unterscheiden weiß zwischen der Kunst und den Beweisen, zwischen der Vernunft und dem allgemeinen Irrtum und zu erkennen für wichtig hält, was das Herz notwendigerweise geneigt macht. Den ganzen Menschen zu sehen, ist seine Maxime.

Maximen und Reflektionen stehen in der Tradition großer Menschen. Sie zeugen vom Leben, der Wahrheit, der Weisheit und der Liebe. Sie sind Begleiter und Wegweiser, mehr nicht, denn sie treffen nur auf den Menschen. Und dieser steht zwischen Himmel und Hölle, denn nur dazwischen ist das Leben, wie Pascal überlieferte und dieses Leben nennt er: "das Leben der Entscheidung, welches das gebrechlichste Ding der Welt ist".

Seine Bescheidenheit in der Größe zeigt sich hier: "Mögen Sie auf die Lektüre dieses Buches einige Stunden verwenden, die Sie sonst unnütz verbrauchen, [...] vielleicht werden sie etwas finden, zum mindesten werden sie dabei nicht viel verlieren; die aber ein [...] wahrhaftes Verlangen, der Wahrheit zu begegnen, mitbringen, von denen hoffe ich, daß sie befriedigt und überzeugt sein werden".

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33 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gut denken, 4. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Gedanken: Über die Religion und einige andere Themen (Taschenbuch)
"Das ist schwierig", das sagte ein junger, offensichtlich philosophisch interessierter Franzose, als ich ihm dieses Buch in einem Cafe zeigte -- und damit hat er wohl recht. Nicht nur, dass man sich in Pascals "Pensees" durch viele Seiten mit theologischen Betrachtungen arbeiten muss, die nicht allzu weit entfernt von Augustinus liegen, Pascal macht es einem auch mit den ganz eigenen Gedanken nicht einfach. So beschreibt er, dass sich die Meinungen von Leuten mit verschiedenen Bildungsgraden jeweils umkehren. Jemand aus dem "Volk" (Pascals Wort) meint zum Beispiel, dass Kleidung, Qualität und Stil von Anziehsachen, sehr wichtig sei. Ein Gebildeter meint ganz im Gegenteil, dass so etwas nur oberflächlich ist und total unwichtig. Ein wirklich weiser Mensch wird dann dagegen wieder sehen, dass man durch bestimmte Kleidung faktisch soziale Vorteile geniesst und dass das seinen Sinn hat. Umwälzungen dieser Art, Sachen, die nicht zusammen passen, findet man überall in den "Gedanken", und nie weiss man wirklich, von welchem Ort aus Pascal spricht. Auch sind seine Themen sehr weit gestreut: Langeweile, Leidenschaften, Wissenschaft, Gesellschaft usw. Manche Fragmente sind so eingängig und kommen einem so bekannt vor, dass man sich ziemlich sicher ist, dass Pascal hier einfach populär sein will. Andere Fragmente sind so altklug, dass man meint, Pascal spielt hier einen Halbgebildeten. Und hier und da findet man Gedanken, die zum Besten gehören, was die Geschichte der Philosophie hervorgebracht hat. Man kann Pascal also nicht nur als Antwort auf Montaigne lesen, sondern er ist auch zeitlos genug, als dass er nicht auch etwas z.B. zu Themen wie Wissenschaftskritik oder der "Philosophie der Lebensform" beitragen kann (immerhin gibt es Leute, die Gemeinsamkeiten mit Derrida entdeckt haben, und Bourdieu hatte eines seiner neueren Bücher "Meditations pascaliennes" genannt ...).
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