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Gedanken und Erinnerungen [Gebundene Ausgabe]

Otto von Bismarck
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Kurzbeschreibung

1. Juli 2007
Bismarcks Gedanken und Erinnerungen, niedergeschrieben nach seiner Entlassung als Reichskanzler in den 1890er Jahren, gehören seit Jahrzehnten zu den Klassikern politischer Memoirenliteratur.
Bismarck verstand seine Erinnerungen als politisches Testament und als Kampfschrift zugleich. Er sah seine Politik des Ausgleichs im Kräftespiel der europäischen Mächte durch die neue politische Führung unter Wilhelm II. bedroht und beschwor als Hauptaufgabe des jungen, von ihm gegründeten deutschen Nationalstaates die Rücksicht auf die Interessen der europäischen Nachbarn sowie die sorgfältige Beachtung des europäischen Gleichgewichts.

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Kein Politiker aus der Zeit des deutschen Kaiserreiches ist den Menschen bis heute so in Erinnerung geblieben wie Otto von Bismarck, seines Zeichens erster Reichskanzler von 1871 bis 1890. Er war eine zentrale Figur seiner Epoche und sein Politikverständnis hat viele Weichen für die Zukunft gestellt.

Die vorliegende Neuauflage seiner selbstverfassten Lebenserinnerungen erlaubt Einblicke in Persönlichkeit und Wertvorstellungen dieses Mannes. Bismarck schildert die Ereignisse während seines politischen Engagements für Preußen, den Norddeutschen Bund und ein geeinigtes deutsches Kaiserreich. So sehr Bismarcks Außenpolitik von der fortschrittlichen Idee eines stabilen Miteinander der europäischen Staaten geprägt war -- dieser Vorstellung wurde er durch die Einbindung Deutschlands in ein umfassendes Bündnissystem gerecht --, so sehr verharrte er innenpolitisch auf dem Althergebrachten und unterstützte hartnäckig die Monarchie. Für ihn war Deutschland ohne Kaiser nicht vorstellbar und entsprechend hart -- etwa mit dem Sozialistengesetz -- ging er gegen alle diejenigen Kräfte vor, die seiner Meinung nach das Kaiserreich gefährdeten. Vor diesem Hintergrund verblaßte seine Leistung, ab 1883 eine Sozialversicherung moderner Prägung eingeführt zu haben -- und das obwohl Bismarcks damalige Ideen einer Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung bis heute Bestand haben.

Man darf bei diesem Buch nicht den Fehler machen und hier ein "neutrales" Geschichtsbuch erwarten. Die Darstellung der Ereignisse ist geprägt von der Sichtweise Bismarcks, aber hierin liegt gerade der Reiz dieses Bandes. Man kann mit seiner Hilfe eintauchen in die damalige Zeit und die Gedankengänge eines bedeutenden Staatsmannes sozusagen aus erster Hand erfahren. Und man hält auch einen echten Meilenstein der politischen Memoiren in Händen. --Joachim Hohwieler -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Gedanken und Erinnerungen
OA 1898 (2 Bde.) Form Memoiren Bereich Geschichte
Die Memoiren Otto von Bismarcks vermitteln nicht nur einen subjektiv gefärbten Einblick in Leben und Wirken des Staatsmanns, sondern zeugen auch von der großen Sprachkraft des Autors.
Entstehung: Das Werk entstand in den ersten Jahren nach seiner Entlassung (1890) unter Mitarbeit des langjährigen WegbegleitersLothar Bucher. Er sammelte das Material, das Bismarck dann in Gedanken und Erinnerungen verwertete, und hielt ihn immer wieder dazu an, seine Memoiren zu diktieren. Die bisweilen fehlende Motivation des ehemaligen Reichskanzlers äußerte sich darin, dass er jegliche Systematik vermissen ließ und teilweise sehr sprunghaft vorging. Bismarck schloss die Arbeit an dem Mammutwerk 1892 ab; die endgültige Ausgabe verzögerte sich bis in sein Todesjahr.
Inhalt: Bismarcks Gedanken und Erinnerungen geben keine geschlossene Darstellung der Zeit bis 1890. Vielmehr befasst sich der Autor über die Schilderung seiner Tätigkeit hinaus mit einzelnen politischen Fragen, die ihn zeitlebens beschäftigten, z. B. die Stellung der Krone im preußischen Verfassungsstreit, die Etablierung des Deutschen Reichs und die Erhaltung des europäischen Gleichgewichts. Das Alterswerk fasst die Prinzipien zusammen, nach denen Bismarck seine staatsmännische Strategie ausrichtete, und offenbart die Tendenz, rückblickend auch in die früheren Jahrzehnte seines Handelns das 1871 Erreichte hineinzudeuten. Besonders eindrucksvoll ist die Charakteristik von Personen und Situationen mit farbenprächtigen Metaphern, scheinbar absichtslosen Pointierungen und boshaften Doppeldeutigkeiten, die Bismarcks Gedanken und Erinnerungen bisweilen zur amüsanten Lektüre werden lassen.
Wirkung: Als das Buch kurz nach Bismarcks Tod erschien, wurde es von Zeitgenossen als Versuch des ehemaligen Reichskanzlers gedeutet, mit den darin formulierten Maximen die Politik seiner Nachfolger zu beeinflussen. Diese Interpretation fußte auf der Tatsache, dass damals das Deutsche Reich einen neuen politischen Kurs eingeschlagen hatte, der zur Zerstörung von Bismarcks außenpolitischem Werk führte. Wenngleich das Werk nur höchst eingeschränkt Zugang zu einem historisch gerechten Urteil eröffnet, erlangte es mit der Zeit in der politischen Memoirenliteratur einen besonderen Rang, der sich vor allem aus seiner sprachlichen Brillanz erklärt. N. H. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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5.0 von 5 Sternen Das politische Vermächtnis Bismarcks 30. November 2007
Format:Taschenbuch
Als man den aus dem Amt scheidenden bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber fragte, was er mit seiner zukünftigen freien Zeit anfangen will, gab dieser an, als erstes Bismarcks GEDANKEN UND ERINNERUNGEN lesen zu wollen. Daß sogar ein traditionsbewusster Bayer wie Stoiber Freude daran findet, die Memoiren des preußischen Junkers Otto von Bismarck zu studieren, ist nicht verwunderlich. Gelten doch seine dreibändigen Erinnerungen neben den Werken Friedrich des Großen als die bedeutendste literarische Leistung eines deutschen Staatsmannes.
Wie anspruchsvoll Bismarcks Erinnerungen sind, wird einem vor allem im Vergleich zu den aktuellen Memoiren deutscher Politiker deutlich. Die literarische Qualität des Bismarckschen Werkes ist Lichtjahre entfernt von dem zusammenhang- und planlosen Geschreibsel eines Gerhard Schröders ("ENTSCHEIDUNGEN") oder der schon allein stilistisch unglaublich peinlichen Autobiographie Joschka Fischers ("DIE ROT-GRÜNEN JAHRE").

Chronologisch beschreibt Bismarck unter Mithilfe seines Vertrauten Lothar Bucher seinen Werdegang und somit wichtige Stationen der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts.
Die GEDANKEN UND ERINNERUNGEN sind erwartungsgemäß höchst subjektiv. Man ist aber angenehm überrascht, daß Bismarcks Buch keineswegs die gehässige Abrechnung mit seinen Gegnern ist, die seinerzeit viele von dem jähzornigen Friedrichsruher Pensionär erwarteten.

Es sind mehrere Editionen der GEDANKEN UND ERINNERUNGEN erhältlich. Man sollte daher unbedingt darauf achten, daß man eine derjenigen erwirbt, die alle drei Bände, und nicht nur die ersten Beiden beinhaltet. Gerade Buch Drei, in dem er die Umstände seiner Entlassung schildert, ist ungemein spannend.

Ebenfalls wichtig zu erwähnen ist, daß das Werk erhebliche Kenntnisse der Materie voraussetzt. Wer z.B. mit Begriffen wie Olmützer Punktation, Huldigungsfrage, Emser Depesche oder Kissinger Diktat nichts anfangen kann, dem empfehle ich, vor der Lektüre der GEDANKEN UND ERINNERUNGEN zumindest eine der gängigen Bismarck Biografien zu lesen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragend 8. November 2010
Von Goldfeder
Format:Gebundene Ausgabe
Endlich ein Poltiker, der selbständig denkt und nicht korrupt ist bis auf die Knochen.Glasklare Einsichten erschließen sich dem Leser, auch wenn die Sätze oft lang und verschachtelt sind, etwa daß durch die Industrialisierung Deutschlands der Konflikt mit anderen Mächten vorprogrammiert ist (etwa England).Weiter werden die Interessen Rußlands sehr gut analysiert.
Durch das Nach-Denken der Gedanken des Autors kann man auch viel für die heutige Zeit lernen. Das Lesen des Buches er-
fordert zwar einiges an Arbeit, erkennt aber Zusammenhänge, die sich aus keinem Geschichtsbuch erschließen.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk der Memoirenliteratur 23. Juli 2009
Von P.A.
Format:Gebundene Ausgabe
Das Otto von Bismarck der größte deutsche Politiker und einer der letzten deutschen helden ist, wird selbst sein größter gegner ihm zugestehen müssen, was wenn nicht die persönlichen Gedanken zu seiner Politik und zu seinem Leben ist für historisch interessierte menschen lesenswert?
Vorallem wenn der verfasser über solch ein spachliches Talent verfügt wie Bismarck!

Die Karriere vom einfachen preußischen landjunker zum Schmied der deutschen Einheit ist bemerkenswert, mit willen und durchsetzungsvermögen hat es Bismarck geschafft bis an die absolute Spitze.
Sein Entscheidungen sind ausschlaggebend für Schlaglichter der deutschen geschichte wie die Revolution 1848, der deutsch-dänische krieg, und natürlich der deutsch-französische krieg 1870/71.
In diesem Buch kann man nun einmal nachlesen was sich dieser überaus wichtige Mensch denn wirklich gedacht hat, man kann so mühelos irgendwelchen fadenscheinige Sekundär/schulliteratur umgehen und sich seine eigene meinung aufbauen.

Bei Memoiren ist es ja mit der historischen Korrektheit so eine Sache, und natürlich beschönigt Bismarck (wie jeder andere auch) eher als das er verschlechtert, aber nirgends nimmt er sich die Frechheit heraus lügen zu verbreiten, er schildert die Dinge so, wie er sie sah, das mag nicht immer historisch korrekt sein, auf jeden Fall ist es ehrlich und schafft neue perspektiven.

Otto von Bismarck war aber nicht nur der kühle Machtmensch und "Kriegstreiber" wie ihn manche Gegner nannten, er war gleichzeitig ein bedeutender Schriftsteller, ein Mann mit einer großen sprachlichen/literarischen Begabung, so zählen seine Briefe zu den meisterhaftesten Beispielen dieser Literaturgattung, und auch seine Memoiren besitzen einen hohen literarischen Stellenwert.

Es ist nicht nur informativ, es macht sogar noch spaß in seinen erinnerungen zu lesen, es ist ein Stück erlebte geschichte.
Der schwierigkeitsgrad ist für historische "Frischlinge" natürlich ungemein hoch, da viel Wissen vorausgesetzt ist, man kann dieses Buch deshalb nicht als Einstieg zu Bismarck benutzen, sondern besser als vertiefung und persönliche Auseinandersetzen mit dem letzten Helden der deutschen Geschichte der völlig unbefleckt ist von den ekelhaften Spritzern des Nationalsozialismus.

Die Ausgabe von Anaconda besticht zudem mit einem wunderschönen Motiv (eine krönung für jedes Bücherregal) und einen sagenhaften preis, unbedingt zuschlagen!
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