Pressestimmen
"Das Essay von Professor Natan Sznaider gibt einen guten Einstieg in den Diskurs über jüdische Erinnerungen und Perspektiven im gegenwärtigen Europa. Natan Sznaider ist einer der wesentlichen Autoren, die man kennen muss, wenn man über die Perspektiven Europas heute mitdiskutieren will." www.aviva-berlin.de, 05.05.2008 "Das schmale Büchlein Natan Sznaiders gehört, gerade weil es provokativ auf der unauflösbaren Spannung zwischen Universalismus und Partikularismus besteht, zum Interessantesten, das die neuere, inzwischen weit verzweigte Diskussion um den 'realistischen Kosmopolitismus' in Europa [...] am Beginn des 21. Jahrhunderts hervorgebracht hat." Ulrich Beck, Literaturen, 9 (2008) "Natan Sznaider weigert sich, 'Ich bin's zufrieden' zu sagen, obwohl er an den Kosmopolitismus glaubt. Respekt." Hannes Stein, Die Welt, 16.08.2008 "Der Autor zeigt ebenso wie Ahrendt mehr Sympathie für das Modell jenseits des Atlantiks. Letztlich ist sein Buch aber ein Plädoyer, die Geschichte um die kulturellen Grundlagen Europas historisch generativ aus verschiedenen Blickwinkeln sozialwissenschaftlich aufzuschlüsseln - nur so scheint auch ein tieferes Verständnis für das gegenwärtige Ringen um eine Einheit in der Vielheit möglich. Diesem Ansatz ist allemal mehr abzugewinnen als dem Entwurf einer politischen Programmatik." Peter Fischer, vorgänge, 3 (2008) "Die Widersprüche und 'Gegenläufigkeiten' (um einen Ausdruck von Dan Diner zu gebrauchen) der historischen Erfahrung hervorzuheben stärkt Sznaiders Darstellung [...]." Michael Elm, Fritz Bauer Institut, Newsletter 33 (2008) "Es ist das Verdienst von Verf. [...] aufzuzeigen, dass Juden nicht vor die starre Alternative des Lebens im Nationalstaat Israel oder in der Diaspora gestellt sein müssen. Zumindest vor dem Zweiten Weltkrieg waren Juden 'zu universal, um partikular zu sein, und zu partikular, um universal zu sein' (115), und genau diese Zwischenstellung macht ihre universale Bedeutung für die Lebenserfahrung aller Menschen im kosmopolitisch gewordenen Europa von heute aus. Dies ist eine neue Perspektive für die Geschichte des europäischen Judentums wie für die Debatte über die 'kosmopolitische Zweite Moderne' gleichermaßen." Claas Christophersen, Das Argument, 278 (2008) "This exceptional book should be of great value to a broad audience interested in general questions of actual cosmopolitanism, the history-memory link, and Sznaider's original treatment of Arendt's contribution to an ongoing debate about competing conceptions of Jewish identity." Daniel Levy, H-Net Reviews, 01.08.2009
Kurzbeschreibung
»Kosmopolitismus« scheint eines der neuen Zauberwörter zu sein: eine gute und große Idee mit langer Begriffsgeschichte. Sie führt zurück ins Zeitalter der Hellenen, des großen Alexanders, bis hin zu Kant. Das Weltbürgertum ist nirgendwo und überall zu Hause. Der Weltbürger steht über dem Nationalstaat und seine Solidarität ist mit den Verdammten dieser Erde.Kosmopolitische Gedächtniskulturen orientieren sich an universalen Symbolen wie der »Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte« und dem Begriff des »Verbrechens gegen die Menschheit« - Schlagworte, die sich nach der konkreten historischen Erfahrung des Mordes an den europäischen Juden als kosmopolitische Grundbegriffe formierten.Der Essay zeigt, wie sich zurzeit besonders in Europa eine neue kosmopolitische Sprache und Wirklichkeit herausbildet - ein realistischer Kosmopolitismus, der sich ohne Rückgriff auf das jüdische Gedächtnis über den Judenmord definieren will.
Über den Autor
Natan Sznaider ist Professor für Soziologie am Academic College in Tel-Aviv in Israel. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kultursoziologie und politische Theorie.