Leider werden neue Weltmodelle immer von der konventionellen Wissenschaft unterdrückt, belächelt und im Keim erstickt, da die eigene Reputation vieler Wissenschaftler auf dem Spiel steht.
Zugeständnisse gibt es in dem Metier leider nicht.
Deshalb ist es für jeden Wissenschaftler ratsam, sich vor der Veröffentlichung solcher Theorien, wie der von Sheldrake, erst einmal in der "Szene" auf konventionelle Weise zu profilieren.
Sheldrake vermittelt ein Weltmodell, das ins Metaphysische abzugleiten vermag. Er bezieht sich auf höhere Organisationsformen von universellem Charakter. Oft muss er aufpassen, nicht ins anthroposophische abzugleiten, da sonst die Glaubwürdigkeit gefährdet ist.
Letztlich geht es um Morphogenetische Felder und die Annahme, das Gene und deren Produkte nicht allein für Form und Gesamtcharakter eines Organismus verantwortlich sein können.
Es werden diverse Beispiele aufgeführt.
Da es sich um eine recht komplexe Mateterie handelt, ist eine naturwissenschaftliche Beweisführung wohl auch noch auf Jahre hin ausgeschlossen.
Was aber leider oft bei Naturwissenschaftlern vergessen wird ist: Die Natur ist wesentlich komplexer als, wir es annehmen. Sei es die Physik oder die Chemie (von der Biologie garnicht erst zu reden). Da Sheldrake sich mit einem der wohl der schwierigsten -aber zugleich auch spannensten- Themen befasst, ernetet er harsche Kritik der sog. "Fachwelt".
Als Naturwissenschaftler kann ich seinen Text sehr gut beurteilen. Was Sheldrake schreibt, liegt durchaus im wissenschaftlich Möglichen. An alle anderen Naturwissenschaftler gewandt deshalb meine Warnung: man sollte immer bedenken: Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Um zum heutigen Weltbild zu gelangen, bedurfte es auch vieler falscher Theorien. Und vielleicht ist unser heutiges Weltbild auch falsch. Aber erst durch das Durchdenken vieler Theorien gelangt man zu einem Weltbild. Dieses Buch wird wegen seiner Thesen regelrecht verteufelt. Vielleicht ist es gerade dieser ketzerische Touch, der das Buch so unendlich spannend macht.
Absolut lesenswert.