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Sheldrake vermittelt ein Weltmodell, das ins Metaphysische abzugleiten vermag. Er bezieht sich auf höhere Organisationsformen von universellem Charakter. Oft muss er aufpassen, nicht ins anthroposophische abzugleiten, da sonst die Glaubwürdigkeit gefährdet ist.
Letztlich geht es um Morphogenetische Felder und die Annahme, das Gene und deren Produkte nicht allein für Form und Gesamtcharakter eines Organismus verantwortlich sein können.
Es werden diverse Beispiele aufgeführt.
Da es sich um eine recht komplexe Mateterie handelt, ist eine naturwissenschaftliche Beweisführung wohl auch noch auf Jahre hin ausgeschlossen.
Was aber leider oft bei Naturwissenschaftlern vergessen wird ist: Die Natur ist wesentlich komplexer als, wir es annehmen. Sei es die Physik oder die Chemie (von der Biologie garnicht erst zu reden). Da Sheldrake sich mit einem der wohl der schwierigsten -aber zugleich auch spannensten- Themen befasst, ernetet er harsche Kritik der sog. "Fachwelt".
Als Naturwissenschaftler kann ich seinen Text sehr gut beurteilen. Was Sheldrake schreibt, liegt durchaus im wissenschaftlich Möglichen. An alle anderen Naturwissenschaftler gewandt deshalb meine Warnung: man sollte immer bedenken: Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Um zum heutigen Weltbild zu gelangen, bedurfte es auch vieler falscher Theorien. Und vielleicht ist unser heutiges Weltbild auch falsch. Aber erst durch das Durchdenken vieler Theorien gelangt man zu einem Weltbild. Dieses Buch wird wegen seiner Thesen regelrecht verteufelt. Vielleicht ist es gerade dieser ketzerische Touch, der das Buch so unendlich spannend macht.
Absolut lesenswert.
rupert sheldrake zeigt anhand von erstaunlichen beispielen aus dem bereich der biologie, wie gegen ende des zwanzigsten jahrhunderts die mechanistische theorie der aufgeklärten, kartesianischen wissenschaft immer weniger imstande ist, zeitgenössische forschungsergebnisse hinreichend zu erklären. stattdessen postuliert er ein neues weltbild, welches nicht versucht, jegliche prozesse in der natur auf elementarste physikalische gesetze zu reduzieren, sondern auf jeder komplexitätsebene ganzheiten mit eigenem seins-grund sieht. ein beispiel dafür ist das organismische verhalten eines termitenhügels, scheinbar unabhängig von einzelnen termiten als ganzer lebender organismus zu verstehen.
sheldrake erklärt auf einfache weise, wie ein solches neues weltbild konzipiert werden könnte. allerdings scheint er gegen ende des buches zunehmend überheblicher, als ob seine theorie die einzige möglichkeit sei, zeitgenössische wissenschaft zu beschreiben. der biologische ansatz lässt jedoch zweifellos ein leichtverständlicher einstieg in die neue wissenschaft zu, und somit ist dieses werk jedem zu empfehlen, der offen für ein neues denken ist.
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