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Hier, in diesem rororo- Buch werden sowohl abendfüllende Stücke wie auch Kurzdramen aufgeführt (BETROGEN und CELEBRATION sind zwar unter abendfüllend aufgeführt, scheinen mir aber gegenüber den anderen relativ kurz zu sein).
Es sind dies: DIE GEBURTSTAGSFEIER, DER HAUSMEISTER, DIE HEIMKEHR, BETROGEN und CELEBRATION.
Außerdem wird im Anhang eine Kurzvita des Autors gebracht sowie fast alle seine Arbeiten aufgeführt, sodaß man auch sieht, wo Erstaufführungen stattgefunden haben und deutsche Aufführungen.
Was fällt auf beim Lesen von Pinters Werken?
Zum einen die vielen kurzen Sätze wie aus dem ganz natürlichen Leben, oft Wiederholungen. Das ganze nimmt dann seinen Lauf wie etwa in den Filmen mit Laurel & Hardy. Ganz richtig, oftmals wird man daran erinnert, bzw. wieder in die eigene Kindheit geführt.
Harold Pinters Großeltern kamen aus Ostpolen. Somit ist der eigenartige Humor wurzelmäßig erklärbar.
In seiner Schulzeit schon als Theaterspieler bekannt, hat er später verschiedentliche Anläufe zu einer Theaterausbildung unternommen und war auch in der Truppe des irischen Prinzipals Anew McMaster als Schauspieler tätig.
Harold Pinter ist engagierter Friedenskämpfer, hat seinerzeit den Militärdienst verweigert (unter schwierigen Umständen) und wurde bekannt als Gegner Thatchers, deren Politik er anprangerte. Er ist wohl der bekannteste Dramatiker in England und in der Folge von T.S. Eliot und Arthur Miller ebenbürtig. Wobei sein Humor, wie gesagt, besonders hervorsticht.
Seine Rede zur Verleihung des Literaturnobelpreises dieses Jahr war, gelinde gesagt, ein Hammer und bedarf der genauen Analyse, was aber tunlichst nicht geschehen wird, nehme ich mal an. Es ging dabei auch um die verantwortliche Rolle Nordamerikas in der Welt.
Was fällt noch auf?
In Harold Pinters Werken herrscht, um es einmal so auszudrücken, eine Verführung hin zur Gefangennahme ins Reich des
sprachlichen "Schlittschuhfahrens". Unweigerlich wird man sich und andere Figuren sofort wiedererkennen und amüsiert das Weitere in den einzelnen Stücken verfolgen.
Derb ist die Sprache zuweilen und anklagend, anmaßend auch und "shakespearisch" wie nie zuvor von einem nach Shakespeare, der ja seine Schauspieler süß lispeln läßt, oftmals verzaubert staunen aber auch derb dazwischenfunken kann.
Das Handwerk des Schauspielers ist die Sprache und mit d e r arbeitet Harold Pinter wie ein Internist, wie ein Chirurg durchschneidet er und näht zusammen, was zueinander gehört.Und manchmal, wie bei CELEBRATION, ein für mich außergewöhnlich berückendes Stück, bleibt ein Mensch einfach auf der Bühne zurück und schaut in die Welt, nämlich ins Leere (obwohl, eigentlich sieht er das Meer seiner Kindheit).
Dieser Autor hat seinen Nobel-Preis für Literatur verdient. Er wird gewiß nicht von jedem verehrt, das ist klar.
Das Buch ist deshalb auch eher für diejenigen geeignet, die mit Theaterstücken etwas anfangen können. Man kann sie nämlich auch lesen.
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