Zu Beginn des ersten Kapitel hatte ich schon Angst, wieder ein Buch zu erwischen, welches den USA liebedienert und Deutschland verdammt. Dem war nicht so. Aus dem befürchteten "Besser als..." wurde ein angenehmes "Anders als...", was dem Buch sehr gut steht. Allerdings nervt teilweise die unkritische Haltung von Sack, der selbst für die Auswüchse des amerikanischen Lifestyle (Waffen, Frömmlerei, Bigotterie etc.) noch Entschuldigungen findet. Den ersten großen Lacher bringt der Autor auch gleich im ersten Kaptiel, wo er die USA als Ursprung der wichtigsten kulturellen Trends in den Bereichen Literatur und Kunst in den vergangenen siebzig Jahren angibt. Ein richtiger Schenkelklopfer. Positiv ist zu vermelden, daß Adriano Sack in einem angenehmen, unterhaltenden Stil schreibt. Es macht gut Freude die Gebrauchsanweisung für die USA zu lesen.
Warum dann "nur" drei Punkte? Ganz einfach: Meiner Meinung nach legt Sack eine zu große Gewichtung auf die Ostküste der USA, gemischt mit ein bißchen Westküsten-Exotik. Das ganze Land und seine Leute zwischen den beiden Küsten wird nur ganz peripher behandelt. Man erfährt wenig bis gar nichts über den "Deep South" oder dem Mittelwesten, nichts über Alaska, die großen Seen und und und. Gut, daß bei einem so großen Land nicht alles in einer "Gebrauchsanweisung" abgehandelt werden kann ist mir klar, aber da hätte der Verlag vielleicht eine Aufteilung treffen können. Der vorliegende Band als "Gebrauchsanweisung für die USA - Östlicher Landesteil" (als Beispiel) wäre perfekt gewesen. Ich denke allerdings auch, daß Adriano Sack die perfekte Wahl gewesen wäre für die Gebrauchsanweisung für New York, merkt man doch, wie sehr er diese Stadt liebt. (Hier will ich Verena Luecken, der tatsächlichen Autorin der Gebrauchsanweisung für New York nicht zu nahe treten, ihren Band habe ich noch vor mir).