Benjamin Prüfer hat seit 2003 als Backpacker und Journalist die Länder Kambodscha, Vietnam und Laos bereist. Seit drei Jahren lebt er gemeinsam mit seiner kambodschanischen Frau und drei Kindern in Phnom Penh. Letzteres ist die Plattform, von der aus er eingedrungen ist in die Kultur und die Lebensweise der Menschen in Südostasien.
Am spannendsten sind für mich deshalb die Kapitel, die wirklich aus dem Alltag erzählen. Dazu gehören die Episoden über Vorurteile und völlig unbegründete Unterstellungen, die selbst vor seinen Kindern nicht halt machen wie diejenige über den ,kinderfressenden weißen Mann' womit er selbst gemeint ist. In einer anderen zauberhaften Geschichte erzählt er von der Geburt seiner Tochter in einer Klinik in Phnom Penh und erklärt dabei Regeln über Höflichkeit in Kambodscha und die Gefahr das Gesicht zu verlieren. Der Blick durch die europäische Brille reicht da nicht immer aus, um die Menschen zu verstehen.
Sehr interessant finde ich außerdem die Berichte in denen der Autor über religiöse Riten spricht - insbesondere den Geisterglauben und den Ahnenkult bzw. den Animismus sowie die Reinkarnation oder den Buddhismus. Der Autor schreibt dabei einfach über seiner Beobachtungen und erklärt, warum die Menschen manchmal für uns unverständlich handeln. Keine Angst, dies geschieht allerdings ganz ohne Pathos oder religiöse Eiferei.
Insgesamt umfasst das Buch 30 Geschichten. Diese sind in sich geschlossen. Man muss das Buch nicht von vorne nach hinten lesen, sondern kann beliebig springen. Die Geschichten sind eher wie Zeitungsartikel konzipiert. Wenig verwunderlich, denn der Autor ist Journalist und vermutlich sind einige seiner Geschichten auch in Tages- oder Wochenzeitungen erschienen.
Ein kurzweiliges Buch. Ich empfehle er trotz seiner ständigen Seitenhiebe auf die ,Kommunisten'.