Das Buch besteht zum Großteil aus Gruschas persönlichen Kommentaren zu Fakten und Geschichten, die man bereits kennen sollte, will man ihm folgen können. Bei dem "Feuerwerk an Zusammenhängen, Anspielungen und handfesten Informationen", als das es im Klappentext recht treffend beschrieben ist,stehen die Anspielungen eindeutig im Vordergrund, die handfesten Informationen muss man - oft mit einiger Mühe - zwischen den Zeilen hervorsuchen (und wie mir scheint, nicht deshalb, weil das Buch literarisch so durchkomponiert ist, sondern eher weil sich Gruscha nicht die Mühe gemacht hat, das Geschriebene auch nachvollziehbar zu gestalten).
Hat man sich das für die Lektüre eigentlich schon notwendige Hintergrundwissen zur tschechischen Kultur und Geschichte schon woanders angeeignet, erfährt man nicht allzu viel Neues.
Dass der Heilige Johannes von Nepomuk irgendwie in einer Intrige zwischen Papst und Kaiser umgebracht worden ist, darüber hatte ich bereits ein diffuses Wissen. Hätte Gruscha diese Intrige kurz aber informativ beschrieben, wäre ich ihm dafür sehr dankbar gewesen. Nach der Lektüre von Gruschas Nepomuk-Kapitel sind meine Vorstellungen leider genau so diffus wie vorher.
Lesern, die sich an Gruschas ausladend-assoziativem, oft recht selbstgefälligen Stil erfreuen wollen oder Freude haben an kryptischen Anhäufungen von Stabreimen und Metaphern wie "unser ewig hechelndes "h" hallt nach seinen Rechten", mögen das Buch gerne lesen. Wer auf unterhaltsame Weise etwas mehr über Tschechien erfahren will, sollte sich die Information eher woanders suchen.