Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich ein Buch zu Amsterdam aus dieser Reihe gelesen habe und die vielen netten Hintergründe zu Amsterdam, den Menschen und deren Denken und Treiben sehr spannend fand. Man erfuhr eine Menge über Stadt und Leute und das Warum und Wieso für viele Dinge, die man als Tourist beobachten kann. Das Buch zur Toskana nervt aber total! Ich konnte es nicht annähernd zu Ende lesen:
Die Autorin verliert sich in langatmigen, überdrehten Beschreibungen. Sie ist stets nur bemüht, scheinbare brillante Formulierungen zur Schau zu stellen. Und das, was an Hintergründen zu Land und Leuten erzählt wird, hilft und packt weder vor noch nach einem Toskana-Urlaub.
Das, was man erwartet hätte - nämlich mehr über das Land zu erfahren, als es geschichts- und kunst-/kulturfokussierte Reiseführer bieten (können) - bekommt man hier keinesfalls geboten. Das Buch strotzt nur so von Liebeserklärungen der Autorin, die nur dann interessant sein dürften, wenn man selbst hoffnungslos diesem Land verfallen ist. Denn Frau Bronnen verliert regelmäßig die Bodenhaftung und romantisiert ohne jegliche Selbstreflexion.
Oder wer will wirklich Absätze lesen wie folgenden (S. 84): "Es ist ein märchenhafter Morgen und ich bereue es nicht, wieder einmal zu früh aufgewacht zu sein. Dieses geheimnisvolle Licht, dieser Geruch nach Tang und diese Perle, der Platz der Wunder, der weißleuchtende Stein, der helle Sand zu meinen Füßen, daneben der Fetzen einer verblichenen Trikolore. Nicht nur der schiefe Turm, nicht nur Pisa, auch die Geschichte, die ganze Welt sind auf Sand gebaut."
Derartige gequält philosophisch anmutenden Infos lassen nur einen Schluss zu: Es lohnt nicht Bücher dieser Reihe zu kaufen, denn der Verlag scheint bei seinen "Gebrauchsanweisungen" keinerlei klare redaktionelle Leitlinien zu verfolgen. Sonst wären die Bücher zu Amsterdam und zur Toskana nicht so grundsätzlich unterschiedlich, so derart auseinander klaffend in Stilistik und Wirkung auf den Leser.
Wirklich Schade, wo das Konzept so viel versprechend klingt. Und auch wirklich Schade, dass die hier und da interessanten Dinge und Erlebnisse zur Toskana bei Frau Bronnen derart überlagert werden von ihrem scheinbaren Trieb zu dichterischen Selbstverwirklichung.