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Bei Uli Franz geht es in dieser Hinsicht erfreulich nüchtern zu. Knapp und sachlich erörtert er das Notwendige aus Kultur, Geschichte und Politik. Manchmal auch fast poetisch: "Wie ein abgewiesener Lüstling umschlich das Empire von nun an die kühle Schönheit Tibet".
Sogar ein kleiner Sprachkurs ist dabei, so geschickt, dass der Leser es kaum merkt. Aber auf einmal kann auch er tibetanisch schimpfen, kjagpa so. Den besonderen Reiz machen kleine, nützliche Hinweise zum Alltag aus. Bald schätzt man auch die genauen Beobachtungen des Autors, der nicht unnötig romantisiert: "Jugendliche beiderlei Geschlechts lieben Pullover und Pullunder in knalligen Farben, von Apfelsinengelb bis Pink." Der Geist reist mit und zieht den Körper nach. Denn trotz Yak-Fleisch und Buttertee, trotz Höhenkoller und Atemnot möchte man es dann doch gern selbst riskieren. Die Gebrauchsanweisung hat man ja. --Carl-Ludwig Reichert -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
LL. Zu der kritiklosen Tibetophilie in den Jahrzehnten nach der chinesischen Okkupation, die weder die Komplexität der tibetisch-chinesischen Geschichte noch die problematischen Aspekte der tibetischen Theokratie zur Kenntnis nehmen wollte, hat in den letzten Jahren eine Gegenbewegung eingesetzt. Dabei sind von einigen Autoren auch Negativklischees favorisiert worden. In dieser polarisierten Situation ist es so schwierig wie wünschenswert, dass eine differenziertere, in allen Richtungen kritische Haltung eingenommen wird. Das Buch von Uli Franz, das im Rahmen einer Piper-Reihe den nüchternen Titel einer «Gebrauchsanweisung» trägt und in der Mitte zwischen Reiseführer und Ländermonographie anzusiedeln ist, gibt dazu trotz der grundsätzlichen Identifikation mit den tibetischen Interessen einige Hilfe. Es informiert knapp und durchweg zuverlässig über Land und Leute, Geschichte und Gesellschaft, Ernährung und Reinkarnationsglauben, die Musik und den Kailash. Es unterschlägt die Strapazen einer Tibet-Begegnung nicht, macht aber spürbar, was auch um den Preis einer komplikationsreichen Grenzüberschreitung westliche Besucher nach Tibet locken kann. Besonders bemerkenswert: Das Buch hat kein Vorwort von der Hand des Dalai Lama. Sein Büro, eine förmliche Vorwortmanufaktur, blieb in diesem Fall unbeschäftigt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Trotzdem ist das Buch angenehm zu lesen und von grossem Wert für Leute die Tibet gerne auf eigene Faust bereisen möchten. Viele gute Tips und Tricks im Umgang mit denen die in Tibet eigentlich fehl am Platz sind...
Save Tibet.
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