Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Etwas zu viel "Sonnenschein", zu wenig Schatten, 16. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Südfrankreich (Taschenbuch)
Eigentlich ist mir das Südfrankreich-Buch von Birgit Vanderbeke schon deshalb wertvoll und sympathisch, weil sie Peter Mayle zerreisst und dem britischen Meister von Werbung und egozentrischer Selbstdarstellung mutig entgegen tritt. Trotzdem auch ein wenig Kritik an Birgit Vanderbeke: "Ihr" Südfrankreich ist einfach ZU SCHÖN! Die Menschen sind ZU LIEBENSWÜRDIG! Nachdem ich viele Jahre als Journalist und Autor in Frankreich lebe, kenne ich auch die andere Seite. Damit meine ich nicht die Freundlichkeit der Provence, sondern die Unfreundlichkeit, die Ellenbogenmantalität, den Snobismus, das ungenügende Kulturangebot, die verstopften Straßen und die schlechte Infrastruktur an der Cote d'Azur. Zu einer Liebe gehört, auch die negativen Seiten des Liebespartners zu erkennen und zu beschreiben. Dazu sollte man die rosarote Sonnenbrille einmal für eine Weile abnehmen und den politischen und sozialen Situationen etwas genauer aufs Maul schauen; z.B. dem Rassismus, dem enorm hohen Wähleranteil der Rechtsradikalen (über 30 Prozent), der miserablen Wohnungssituation, und dem schlechten Arbeitsmarkt, der von drei Monaten Tourismus abhängig ist. Trotzdem: Die poetischen Geschichten von Birgit Vanderbeke, die ich als Schriftstellerin verehre, stimmen auch, denn auch diese Menschen bilden den Süden Frankreichs. Glücklicherweise! Aber das ist regional verschieden und Südfrankreich ist groß. Michael Kuss
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Für Auswanderer, 26. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Südfrankreich (Taschenbuch)
Für Reisende ist das Buch nicht geschrieben, sondern für Auswanderer, wie die Autorin gleich zu Anfang vorausschickt (Seite 8). In aller Breite lobt sie ihre eigene Entscheidung, nach Frankreich umgezogen zu sein. Insbesondere im ersten Teil erinnert mich die Sprache an Werbetexte, so aufgesetzt flott geht es zu. Später gefällt mir der Text dann besser. Man erfährt einiges Interessantes über Südfrankreich und ebensoviel darüber, wie die Autorin Deutschland sieht. Sie spart nicht mit uneingeschränktem Lob der Südfranzosen und vor allem nicht mit klischeehaften Abwertungen der Deutschen, die mir in dieser Häufung schon übel aufgestoßen sind. Auch wenn sich insbesondere die Generation der 1956 geborenen Autorin generell durch diese Marotte auszeichnet: Das ist ein bisschen viel. Wenn Vanderbeke den Deutschen auf Seite 152 (dies wenigstens nicht ganz zu unrecht) unterstellt, sie lebten im „Genuß am Leiden und an der Selbstzerfleischung", dann ist das schon unfreiwilliger Humor, wenn sie nicht bemerkt, dass sie doch offensichtlich über sich und ihr eigenes Buch spricht. Man würde sich ein wenig mehr Gelassenheit wünschen. Das Lachen bleibt einem dann auf den Seiten 115-116 im Halse stecken, wenn sie französischen und deutschen Rassismus vergleicht (natürlich ist der deutsche unglaublich viel grausamer) und zugleich (in schiefen Formulierungen) feststellt, dass nur Deutsche solche Vergleiche anstellen, und zwar weil das Problem bei uns so viel handfester sei. Für solch unausgegorenes Zeug ist das Thema zu ernst. Insgesamt: kein gutes Buch.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
sehr unterhaltsam, 18. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Südfrankreich (Taschenbuch)
Ich lese dieses Buch immer wieder mit großem Vergnügen!
Es ist kein "klassischer" Reiseführer was der Titel,wie ich finde,auch schon suggeriert.Da ich direkt an der französischen Grenze lebe,ist Südfrankreich für mich,auch immer schon DAS Urlaubsziel gewesen(allerdings sollte man es mittlerweile,wo irgend möglich,zur Zeit der "großen Ferien" meiden).Ich finde,daß Frau Vanderbeke mit wunderbarer Leichtigkeit erklärt,warum sie sich eine neue Heimat dort geschaffen hat und kann in keiner Weise nachvollziehen,wieso wir Deutschen hier so schlecht abschneiden sollen...Unser Wetter ist schlechter-das ist Fakt!Auch das Rasissmussproblem wird keinesfalls verniedlicht!Es wird dem Abbrennen von Asylantenheimen das Verbot der Schulbusnutzung für "Nichtfranzosen" gegenübergestellt-das ist eine Auflistung und keine Bewertung!Natürlich merkt man Vanderbeke ihre Sympathie für das neue Zuhause mit seiner ganzen Andersartigkeit an-warum hätte sie auch sonst auswandern sollen?
Ich finde das Buch sehr kurzweilig,bin froh über die eingestreuten,leichten Rezepte und lese es,wie die Erzählung eines guten Freundes.
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