Gebrauchsanweisung für Leipzig liest sich wie eine herzliche Liebeserklärung an das Klein-Paris, trotz oder gerade wegen der aufgegriffenen Schattenseiten. Der Leser erfährt, was aus der ehemals so einflussreichen Buchstadt geworden ist - das dürfte nicht nur Bücherfreunde interessieren - oder vom früheren reichen jüdischen Leben, von dem noch einige Bauten zeugen.
Eine Stadt hat eine Seele, lebt mit ihren Menschen, hat eine Geschichte - und die ist in Leipzig nun wahrlich groß. Lange blickt mit einem Augenzwinkern, mit seiner unverwechselbaren Ironie auf die liberale Heldenstadt und ihre Bewohner. Der Autor streift mit dem Leser, beginnend am Hauptbahnhof, durch die Bachstadt. Zeigt ihm Passagen, Märkte und Plätze. Er widmet sich u.a. Auerbachs Keller, dem Alten Rathaus, den bezaubernden Gässchen, der pulsierenden Kulturszene und dem berauschenden Grün mit Flüssen und Seen in und um Leipzig. Mit sächsischer Herzlichkeit beschreibt er die Leipziger Mentalitäten, den Wandel der Zeit und dessen Auswirkungen auf das Stadtbild. Und zwischendrin liebenswerte, nachdenkliche, sinnige Anekdoten über Schlaumeier, Schlitzohren und eigene Erinnerungen. Für humorige, interessierte Zeitgenossen - ob Tourist, Neu-, Alt- oder Wahlleipziger auf jeden Fall ein Gewinn.