Die Lektüre dieser Gebrauchsanweisung empfehle ich in erster Linie Menschen, die in Sachen Irland völliges Neuland betreten und vorher noch nicht mit der Grünen Insel in Kontakt getreten sind. Der Autor ist allein schon aufgrund der Tatsache, daß er selbst seit Mitte der 80er Jahre in Dublin lebt ein kompetenter Schreiber über Land und Leute. Allerdings vergißt er stellenweise, daß die Zeit in der Irland "hinter dem Mond" gelebt hat bereits länger vorbei ist. Auf dem Land und hier speziell auf den Insel vor der Westküste und in den Gaeltachten haben sich natürlich noch alte Traditionen und Lebensweisen erhalten, jedoch besitzt auch das einst als hinterwäldlerisch verurteilte Irland heutzutage eine intakte Infrastruktur mit einer jungen, frischen und unternehmungslustigen Bevölkerung. Die urbanen Zentren bieten dem westlichen Besucher alles, was sein Herz begehrt. Trotz diesem Riesenschritt in Richtung Modernisierung und Globalisierung haben sich die Iren eine äußerst freundliche und unbeschwerte Art erhalten, die vor Lust am Leben nur sprüht. Das alles macht einen Besuch des Landes allein schon lohnenswert, ganz zu schweigen von Landschaft, Küste, Grün.... Zurück zu diesem Buch. Wie gesagt, Sotscheck schreibt sehr amüsant über das, was seinen ganz persönlichen Iren auszeichnet und nimmt die herrschenden Vorurteile über ihn mit lockerer Schreibe unter die Lupe. Fazit: Solide Einstiegslektüre für die Grüne Insel, man erfährt Grundlagen über Land und Leute und geht vielleicht dem ein oder anderen Fettnäpfchen im Urlaub aus dem Wege. Wer mehr über das Leben in Irland erfahren möchte, dem sei jedoch an dieser Stelle das "Irische Tagebuch" von Ralph Giordano empfohlen.