Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vom Ich zum Wir - eine Liebesgeschichte, 10. November 2008
Antje Rávic Strubel hat mit diesem begeisternd gut geschriebenen Buch ein Genre wiederbelebt, das bedauerlicherweise fast schon in Vergessenheit geraten ist: das Genre der Reiseliteratur. Die Betonung liegt hierbei auf Literatur. Denn das Buch als Reiseführer zu bezeichnen, wäre eine wirkliche Untertreibung.
Meine VorgängerInnen haben schon viel zu der Gewitztheit, Zärtlichkeit, Kindlichkeit, dem Staunen und dem Respekt gesagt, mit denen Strubel dieses Buch geschrieben hat. Hinzuzufügen wäre noch die geschlechtspolitische Sicht und die große sprachliche Schönheit. Ansonsten möchte ich alle positiven Anmerkungen zu diesem Buch nachdrücklich unterstützen. Ypsilons letzten Satz würde ich sogar noch verstärken: Es ist nicht auch, sondern vor allem ein Buch über Sehnsucht.
Wenn man dieses (als Reiseführer getarnte) literarische Buch liest, verspürt man ein Ziehen im Herz. Tastet man dem nach, stellt man ein Weh fest. Es ist wohl das, was man als Fernweh bezeichnet. Hier aber betrifft es nicht nur die Sehnsucht nach etwas in einer regionalen Ferne Liegendem (Schweden), sondern auch nach etwas Privatem, schwer Greifbarem, Namenlosem, das in einer romantisch entrückten Ferne liegt und mit dem Begriff "Schweden" irgendwie benennbar wird. Denn dieses Buch ist eine Liebesgeschichte. Und zwar eine mit doppeltem Boden, weil neben der Liebe zu Schweden auch die Liebesgeschichte zwischen der Erzählerin und einem verborgenen Du mitklingt. Es ist die Geschichte, die verschwiegen wird, die nur in Andeutungen besteht, die im Laufe der Zeit aber (beinahe) eine Eigenständigkeit erlangt und immer deutlicher wird. Liest man das Buch auch einmal so, und nicht nur als Reiseführer, wird es zu einer tatsächlichen Reise, einer Reise des Herzens: Die Erzählperspektive gleitet - vom hellen Süden kommend, in den dunkel-bizarr-erregenden Norden hinein - langsam und mit der Selbstverständlichkeit des Atmens vom Ich zum Wir hinüber.
Ein wunderschönes Buch. Bitte kaufen und verschenken.
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Das hat Schweden nicht verdient!, 21. April 2009
Oh Gott - wo fange ich an?
Normalerweise schreibe ich keine Rezensionen aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen.
Ich tu dies, um andere Menschen vor Schaden zu bewahren und das Land in dem ich lebe vor falschen Eindrücken zu schützen. Entschuldigt, falls ich wiederhole was andere eventuell schon geschrieben haben.
Ich bedaure sehr, dass ich nicht negative Punkte vergeben kann.
Es soll sich bei diesem Buch wohl um einen Reiseführer der "etwas anderen Art" handeln. Da ich die anderen Bücher der Reihe - leider oder zum Glück - nicht kenne, kann ich es nicht anders beurteilen.
Vielleicht vorweg etwas zu meiner Person, um eine Rezension beurteilen zu können.
Ich habe meine Kindheit ebenfalls in der DDR verbracht, flüchtete Anfang der Achtzigerjahre, bereise seit den Neunzigerjahren Schweden und lebe dort auch seit einiger Zeit.
In den Neunzigern habe ich mehrere Jahre als Redakteur und Lektor gearbeitet.
Zur Recherche.
Ob dieses Buch recherchiert ist, bezweifle ich. Nachdem ich beim Lesen auf fünf Fakten traf, die in der beschriebenen Form absolut falsch sind, konnte ich den weiteren Informationen nicht mehr trauen. Zum Beispiel dürfen Jugendliche erst ab 18 Alkohol trinken, egal in welcher Prozentzahl! Komischerweise wird dies von allen Schweden auch so gehandhabt. Bier und Alkohol wird auch nicht an Jugendliche verkauft. Da fragte ich mich schon, wen die Autorin auf S. 93 und dem Zeltplatz wohl getroffen haben mag? Als weiteres Beispiel sei das falsch zitierte und gekürzte Jantelag auf S. 145 genannt und die Neudefinition der Wikingerzeit durch die Autorin auf S. 28.
Zum Inhalt.
Die Beschreibungen der Zusammentreffen mit Schweden, wie auch die Darstellung von Bräuchen und Handlungsweisen sind so flach, dass ich das Gefühl hatte, die Autorin habe noch nie mit einem Schweden gesprochen. Es wird nicht versucht, darzustellen, warum Schweden so anders und uns doch manchmal so ähnlich sind. Schade.
"Geheimtipps", "Das sollten Sie mal versuchen" oder "Das sollten Sie mal mit Schweden gemeinsam erleben" fehlen vollständig. Warum lieben Härjedaler und Jämtländer nichts so sehr wie gutes und nach Möglichkeit selbst gemachtes Essen? Warum gibt es in bestimmten Monaten an machen Tagen nur Waffeln zu essen? Warum feiern die Schweden nur selten Mittsommer zur Mittsommernacht? Ich glaube, solche Informationen würden einen alternativen Reiseführer ausmachen.
Zum Stil.
Das Buch wirkt häufig krampfhaft literarisch und bemüht. Es ist achtenswert, dass die Autorin versucht Bilder zu erschaffen, jedoch tut sie dies stereotyp und vorhersehbar. Manchmal gleiten sie sogar ins Ordinäre und Unbeholfene ab.
Absatzlange Schachtelsätze sind kein Zeichen inhaltlicher Tiefe, sondern nur leserfeindlich und antiquiert.
Dass man mit so einer Schreibe Bücher verkaufen und dazu auch noch Preise verliehen bekommen kann, lässt sich nur mangels Masse erklären.
Wo andere Rezensenten Witz und sprachliche Schönheit entdeckt haben wollen, bleibt mir ein Rätsel. Jedoch - vielleicht liegt dies ja an meiner Geschlechtszugehörigkeit.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geht über einen Reiseführer hinaus, 22. Juli 2008
Man fragt sich, was einige Leutchen hier für ein Buch gelesen haben. Ich bin beruflich viel in Schweden unterwegs und kann nur sagen: dieses Buch ist ein Volltreffer. Skepsis völlig unangebracht. Wie Witz, Information und Poesie vermischt sind, ist große Klasse. Auch ist es sehr abwechslungsreich geschrieben. Nie wird einfach nur ein Thema abgearbeitet, sondern die Themen sind im Plauderton verknüpft, leicht und nie langweilig. Ich habe vieles wiedererkannt und einiges auch noch nicht gewußt. Hintergründe über die Mentalität sind hier erzählt, die auf deutsch bisher noch nicht so zu lesen waren. Besonders schön sind auch die Schilderungen von Lappland und Gotland. Wer an der Gebrauchsanweisung Norwegen schon Vergnügen hatte und mehr als ein Reisehandbuch sucht, wird hieran seinen Spaß haben.
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