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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Gebrauchsanweisung für die Verachtung von Nepalesen....,
Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal (Gebundene Ausgabe)
...müsste Krachts und Nickels Buch eher heißen!Ich bereue zutiefst, diese 12,95¤ für ihren Piper-Verlag investiert zu haben. Der schreibt auf seinem Buchdeckel, die Autoren "erzählen von den Abenteuern und dem Zauber, der vom Leben im bizarren Himalayastaat ausgeht". Am bizarrsten erscheinen mir die frustrierten, scheidungs- und midlifegeschädigten Autoren selbst: Sie danken eingangs zwar einem Freund für seine Großzügigkeit und seinen Humor, den sie in Nepal nie alleine kennengelrnt hätten (was ich mir bei ihnen gut vorstellen kann) und zu Anfang erwähnen sie auch mal großmütig-pathetisch die "erhabene Freundlichkeit des nepalesischen Volkes". Erhaben, spöttisch, eitel, etabliert, verwöhnt und selbstverliebt kommen mir die beiden Möchtegern-Reiseschriftsteller jedoch ausnahmslos im weiteren Verlauf des Buches vor - und zwar in der Art, wie sie jenem ("erschreckend armen"!) Volk in schwitzenden, habgierigen, mit vollem Munde redenden, alkoholsüchtigen Personen mit Zahnlücken, Fettbäuchen, Halbglatzen und abgewetzten Ledertaschen arrogant und besserwisserisch begegnen. Vom oftmals erwähnten Gestank, Schimmel, Müll, Staub, Schmutz und Smog ganz zu schweigen. Der Schmuckverkäufer Matthias und der Politiker Prachanda (der -mit Montblancfüller, den ihm die beiden offensichtlich nicht zugestehen/gönnen- im Gespräch oft dümmlich kichernd seinen Schnurrbart zwirbele, während sie superintelligente Fragen stellen) werden ebenso vorgeführt wie die Besucher der Lesung (die über den clever aus Frankfurt importierten Wein herfallen), der Store Manager und die ach-so-dämlich naiven Buddhaverehrer. Kann es sein, dass Kracht und Nickel schlichtweg unfähig sind, sich in die arme (und vielleicht auch durch den zur Schau gestellten Reichtum der Westler neidvolle) und spirituelle (von ihnen ganz zum Schluss als enttarnte und ausgelachte) nepalesische Gesellschaft hineinzudenken und-fühlen? Meiner Ansicht nach haben solche Menschen, die sich über die rituelle Waschung im ach-so-dreckigen Quellwasser ebenso lustig machen wie das im "nervtötend langweiligen immergleichen" Thamel "obligatorisch zu dunkel gebratene Gemüseomelette" und Chapatti in "sehr altem Fett" diese Reise und diese Buchveröffentlichung in keinster Weise verdient! Auf S.160 freuen sie sich dann, nachdem sie angeblich immer nur Linsenbrei essen mussten, über "Croissants, frisch gepressten Mandarinensaft, Spiegeleier und Latte Macchiato" in der Pumpernickel-Bakery, zu der sie mit dem Taxi fahren. Mein Vorschlag: Sollen die zwei interessanten Edel-Feinschmecker (deren Lebensdaten ich im Nepalführer dann auf 7 Seiten auf -natürlich orthografisch defizitär wiedergegebenem- Englisch aufgedrängt bekomme) einfach zu Hause bleiben! Dann können sie in frischgewaschenen Original-Jack-Wolfskinjacken in cleanen Straßencafes in München, Leipzig oder Zürich ihre europäischen Getränke und Speisen vertilgen, ohne dass sie sie mit einem hungrigen, schwitzenden, kulturfernen Nepalesen teilen müssen. Unter der Intelligenzia von Sachsen, Bayern oder sonstwo brauchen sie nicht befürchten, dass einer aus der Dritten Welt daherkommt und ihre (offensichtlich nur für sich selbst gebunkerten) Plastiktüten aufreißt und ihre Gastgeschenke so missversteht. Dann können sie mit ihren elf Kisten Wein, den Käserädern, Crackern, Pfefferchips, Dosenoliven, eingelegten Cocktailgurken und Silberzwiebeln, Remouladen und der Mayonnaise (die sie sich zwar auch mit Servietten und Pickstäbchen ohne weiteres in Kathmandu leisten können, S.39) ohne lästiges, undankbares Publikum vollstopfen - und danach können sie über sich selbst herfallen. Und abschließend noch ein Ratschlag aus original nepalesischem Munde: "Beobachte. Beobachte einfach. Die Wirklichkeit, wie sie ist und nicht, wie du sie gerne hättest." S.N. Goenka Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Juwel der Reiseliteratur! Unbedingt empfehlenswert!,
Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal (Gebundene Ausgabe)
Die Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal ist kein Reiseführer im herkömmlichen Sinne.Der Leser wird nicht gelangweilt mit Beschreibungen von Hotels, Bars und Einkaufszentren. Man legt das Buch nicht so schnell wieder aus der Hand. Die Beschreibungen von Land und Leuten, die Geschichte über den Jazzmusiker Barney Kessel, über die Essgewohnheiten der Bevölkerung, die Hippieinvasion in den Sechzigern, die hohe Kunst der Architektur, wie sie in fünfstöckigen Holzhäusern zum Ausdruck kommt, all dies ist unglaublich lesenswert. Dazu noch an jedem Kapitelanfang ein Gedicht aus Nepal, in die deutsche Sprache übersetzt. Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal ist wahrlich ein Juwel, man fühlt sich sehr gut unterhalten und leicht erhaben, ob der Vielfalt an interessanten Informationen und literarischen Bonmots. ...und man möchte so gerne wieder reisen! Vielen Dank für dieses tolle Buch! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gemischte Gefühle,
Von
Rezension bezieht sich auf: Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal (Gebundene Ausgabe)
Da ich fast zwei Monate durch Nepal reiste, war dieses Buch natürlich Pflichtlektüre. Zum einen um zu sehen, was mich erwartet, zum andern um festzustellen, wie weit sich das Geschriebene mit der Realität deckt.Um es kurz zu machen: Mein Resumee ist gemischt. Die 12 Beiträge berichten neben politischen Ereignissen und wenigen alltäglichen Dingen überwiegend von Geschehnissen bzw. Begegnungen, die sich zwar überaus amüsant ausnehmen, mit der der normale"(zumeist Trecking-)Reisende jedoch nie oder nur selten in Berührung kommen wird. Statt von Erfahrungen des Alltagslebens zu erzählen, werden Begegnungen mit westlichen Vertretern oder der eher gehobenen Schicht Nepals geschildert, deren einziges Ziel es zu sein scheint, auf zugegebenerweise liebenswürdige Art und Weise den Ausländern soviel wie möglich aus der Tasche zu ziehen. Da hilft auch das Kapitel über die Wäscherei Band Box nicht, das Bild der Nepalesen wieder gerade zu rücken. Dennoch: Das Lesen dieses Buches macht Spaß. Kracht und Nickel schreiben mit viel Selbstironie, Liebe zu ihrem Thema und ausgesprochen anspruchsvoll, so dass man schon allein an ihrer Sprache sehr viel Freude haben wird, auch wenn der Erkenntnisgewinn über das alltägliche Nepal eher gering bleiben wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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