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Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns -: Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit
 
 
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Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns -: Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit [Gebundene Ausgabe]

Christian Meier
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Siedler Verlag; Auflage: 3 (14. Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886809498
  • ISBN-13: 978-3886809493
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 172.603 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Christian Meier
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Christian Meier, emeritierter Professor für Alte Geschichte an der Universität München und Autor zahlreicher bekannter Bücher zur griechischen und römischen Antike und zu Fragen der Zeitgeschichte, erinnert uns daran, dass die Weltgeschichte quer durch die Zeiten und Räume eine große Fülle von Beispielen kennt, in denen der Glaube an die segensreiche Kraft des Vergessens beschworen und praktiziert wird.« (Neue Zürcher Zeitung, 07.07.10 )

»Der Althistoriker Christian Meier hat ein kleines, wertvolles Buch geschrieben.« (Die Zeit, 10.06.2010 )

»Ein kluges Buch über das Verdrängen von Verbrechen.« (Stuttgarter Zeitung, 25.06.2010 )

Kurzbeschreibung

Vom Nutzen und Nachteil des Vergessens

Ein zentraler Glaubenssatz unserer Zeit lautet: Um eine Vergangenheit zu »bewältigen«, muß man die Erinnerung an sie ständig wachhalten. Christian Meier, einer der bedeutendsten deutschen Historiker, stellt diese Geschichtsversessenheit in seinem brillanten Essay in Frage. Er weist nach, daß in früheren Zeiten nicht Erinnern, sondern Vergessen das Heilmittel war, mit einer schlimmen Vergangenheit fertigzuwerden.

Christian Meier ist die Weltgeschichte durchgegangen, um herauszufinden, was die Menschen früher taten, wenn sie nach Kriegen oder Bürgerkriegen Versöhnung suchten. Sein Befund ist ebenso erstaunlich wie einfach: Die Welt setzte seit den alten Griechen auf Vergessen.
Die deutschen Verbrechen der NS-Zeit aber konnten nicht vergessen werden. Die öffentliche Erinnerung an sie war und ist unabweisbar. Und bei allem Ungenügen: Die Auseinandersetzung damit hat sich gelohnt. Gilt also seitdem eine neue Regel? Wie ist etwa mit der Erinnerung an das Unrecht später gestürzter Diktaturen, zumal des SEDRegimes, umzugehen? Wäre vielleicht auch heute Vergessen eher angebracht als Erinnerung?


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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Was ist der Sinn von Geschichte? Warum beschäftigen sich Menschen mit Ereignissen der Vergangenheit und vermitteln diese, in welcher Form auch immer, an die nächste Generation? Nur die Erinnerung an Vergangenes stifte Identität, nur die Erinnerung an Vergangenes helfe einer Gemeinschaft, bereits begangene Fehler zukünftig zu vermeiden. So oder so ähnlich lauten die Standardantworten nach dem Sinn von Geschichte. Dieser Ansicht tritt der Historiker Christian Meier in seiner neuen Darstellung "Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns" entschieden entgegen. In vielen Fällen sei es gerade das verordnete Vergessen gewesen, welches das Fortbestehen von Gemeinschaften gesichert habe. Als Beispiel nennt der Althistoriker die Amnestie der Athener 403 v. Chr. Im Verlaufe einer kurzen Tyrannenherrschaft im Anschluss an den Peloponnesischen Krieg wurden 7500 Menschen getötet, eine im Anbetracht der Bevölkerungszahl der Polis ungeheure Zahl. Durch das verordnete "Nicht-Erinnern", so die ursprüngliche Bedeutung von Amnestie, sollte ein sich anbahnender Bürgerkrieg vermieden werden: "Denn die Erinnerung an Schlimmes erzeugt den Drang zur Rache; was zugleich heißen kann: zu Gerechtigkeit, einer Gerechtigkeit freilich, die allzu leicht auf parteiliche Weise gesucht wird, so daß das Bedürfnis nach Widerrache entsteht" (13). Es war, platt ausgedrückt, eine Kosten-Nutzen-Rechnung zwischen innerem Frieden und dem Bedürfnis der Opfer nach Gerechtigkeit: "Der Friede [...] wird insoweit für wichtiger gehalten als das Recht" (45) formuliert Meier thesenhaft.

In dem Themenkomplex Erinnern und Vergessen stelle Auschwitz etwas völlig Neues dar, so Meier. Ein Völkermord müsse um jeden Preis immer in Erinnerung gehalten werden, "damit nicht jemand wie Hitler aus dem Beschweigen des Mords an den Armeniern den Schluß zieht, man könne alles machen, ohne dafür büßen zu müssen" (89). Auschwitz stelle jedoch einen besonderen Sonderfall bezüglich der Erinnerungskultur dar und lasse somit keinen Schluss auf den Umgang mit Vergangenem im Allgemeinen zu. Vielmehr müsse eine Gemeinschaft immer wieder aufs Neue aushandeln, wie sie adäquat mit Vergangenheit umzugehen habe: "Es gibt keinen abstrakten Maßstab dafür. Jeder Fall ist anders. Daher ist es keinesfalls ausgemacht, daß sich seit der unabweisbar deutschen Erinnerung an Auschwitz alles anders verhält als früher. Die uralte Erfahrung, wonach man nach solchen Ereignissen besser vergißt und verdrängt als tätige Erinnerung walten zu lassen, ist noch keineswegs überholt" (97).

Fazit: Erinnerungen verschönern das Leben doch erst das Verdrängen macht es erträglich heißt es gemäß eines Sprichwortes. In leicht abgewandelter Form lässt es sich auf Meiers These anwenden: Nur das Verdrängen sichert in den meisten Fällen das friedliche Fortbestehen einer Gemeinschaft auf Kosten des Gerechtigkeitsempfinden der Opfer. Spannend zu lesen bietet "Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns" viel Diskussionsstoff für alle an der Thematik Interessierten.
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Format:Gebundene Ausgabe
"Das Gebot zu Vergessen und
die Unabweisbarkeit des Erinnerns"

Vom öffentlichen Umgang mit schlimmer Vergangenheit

von Christian Meier, Siedler Verlag

Der sperrige Titel weist auf den Autor hin: Historiker eben. Wer sich trotzdem nicht abschrecken lässt,
findet in dem schmalen Buch einen äußerst informativen und gut lesbaren Abriss, wie im Untertitel
bereits genannt, des öffentlichen Umgangs mit erlebtem Schrecken, Krieg, Mord und Unrecht.

Meier beginnt im antiken Griechenland und endet bei der deutschen Wiedervereinigung. Es geht ihm u.a.
um fragwürdige Begriffe wie "Erinnerungskultur", "Aufarbeitung" und "Vergangenheitsbewältigung".
Lesenswert!
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1 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Erst mal müß ich das Buch noch grünlicher lesen Die Frage nach dem Unterhaltungswert empfinde ich bei dem Thema als absurd
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