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Geborgenheit und Selbstvertrauen: Wie Babys und Kleinkinder ein gutes Körpergefühl entwickeln
 
 
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Geborgenheit und Selbstvertrauen: Wie Babys und Kleinkinder ein gutes Körpergefühl entwickeln [Broschiert]

Rita Steininger
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das Geheimnis zufriedener Kleinkinder

Was braucht ein Baby, um sich geborgen zu fühlen und in der Welt heimisch zu werden? Warum ist Vertrauen in die Fähigkeiten des eigenen Körpers für ein Kleinkind so wichtig? Wie können Eltern die körperliche und seelische Entwicklung ihres Kindes optimal fördern?

Klappentext

Für die gesunde Entwicklung des Kindes spielt die Körperwahrnehmung eine bedeutende Rolle. Tasten, fühlen, den eigenen Körper erfahren, sich koordiniert bewegen: Das sind wichtige Voraussetzungen, damit ein Kind sein körperliches, aber auch seelisches Gleichgewicht findet und mit Selbstvertrauen in die Welt hineinwächst.

Eltern können eine Menge dazu beitragen. Ihrem Baby vermitteln sie durch zärtlichen Hautkontakt und Schaukelbewegungen wohlige Körperempfindungen und das Gefühl der Geborgenheit. Sie brauchen dabei keine Sorge zu haben, dass sie ihr Kind verwöhnen. Später, wenn das Kind laufen gelernt hat, können sie ihm helfen, sein Körpergeschick weiter zu entwickeln - zum Beispiel, indem sie es aktiv und bewusst in alltägliche Tätigkeiten einbeziehen. Wenn sie ihrem Kind viel Bewegungsfreiheit gönnen, lernt es, seine Körperfähigkeiten ausgiebig zu erproben.

Dieses Buch bietet nicht nur praktische Anregungen für den Alltag, sondern auch eine reichhaltige Sammlung an Fühl- und Bewegungsspielen für kleine Kinder von 0 bis 3 Jahren.

Über den Autor

Rita Steininger hat Ethnologie (M.A.), Politikwissenschaft, Anthropologie und Humangenetik studiert und eine Journalistenausbildung absolviert, die ihr besonderes Interesse am Thema Kommunikation geweckt hat. Heute arbeitet sie hauptsächlich als freie Lektorin und Sachbuch- Autorin mit den Schwerpunkten Erziehung, Gesundheit und Entwicklungsförderung. Sie ist Mutter von zwei Kindern.

Auszug aus Geborgenheit und Selbstvertrauen von Rita Steininger. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einleitung

"Geborgenheit erleben wir dann,
wenn unsere körperlichen Bedürfnisse
befriedigt werden und uns vertraute
Menschen ein Gefühl von Nähe geben."
REMO H. LARGO, Kinderjahre

Rund drei Jahrzehnte sind vergangen, seitdem die Amerikanerin Jean Liedloff mit ihrem Buch "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" großes Aufsehen erregte. Noch heute sorgt das Werk in einschlägigen Kreisen für Gesprächsstoff. Die Autorin erzählt darin von ihrem zweijährigen Aufenthalt bei den Yequana-Indianern im venezolanischen Urwald. Sie fühlte sich dort von einer Atmosphäre der Zufriedenheit und Harmonie umgeben, die sie faszinierte. Nach zwei Jahren Feldforschung war sie überzeugt, die Ursache für dieses Phänomen herausgefunden zu haben: Es liege am Umgang der Indianer mit ihren Kindern. Bei diesen Menschen existiere noch ein natürliches Wissen um die ursprünglichen Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern, das in unserer zivilisierten Welt verloren gegangen sei.
Eine zentrale Bedeutung nimmt in Liedloffs Werk der Begriff "Kontinuum" ein, den die Autorin so definiert: Die Bedürfnisse und Erwartungen jedes Menschen sind durch Erfahrungen geprägt, die er im Verlauf seiner vorgeburtlichen Entwicklung gemacht hat. Diese Erfahrungen gilt es in der weiteren Entwicklung ohne Unterbrechung fortzusetzen. Nur so können unsere Bedürfnisse befriedigt und wir auf Dauer glücksfähig werden.

Liedloff unterscheidet zwischen "Kontinuum-Kindern" und "Nicht-Kontinuum-Kindern". Zu den Kontinuum-Kindern gehören nach ihrer Auffassung die Babys der Yequana und anderer traditioneller Völker. Sie werden von Geburt an ständig am Körper der Mutter getragen, bis sie selbstständig laufen können. Sie werden gestillt, wann immer sie danach verlangen, und müssen auch nachts auf den Körperkontakt mit der Mutter nicht verzichten. Diese Si tuation stimmt mit ihren vorgeburtlichen Erfahrungen im Mutterleib - Getragenwerden, Wärme und Körperkontakt - vollkommen überein. Die Kinder sind zufrieden, weil ihre Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt sind. Anders die Nicht-Kontinuum-Kinder der so genannten zivilisierten Welt: Sie müssen viele Stunden des Tages in starren Betten verbringen, wo sie statt Spür- und Schaukelerfahrungen Leere und Bewegungslosigkeit vorfinden. In dieser Situation sind sie gänzlich abgeschnitten von den Bedingungen, die ihnen aus dem Mutterleib vertraut sind. Auf diese schmerzliche Trennung reagieren sie mit Weinen, Angst und wachsender Unzufriedenheit.

Das Fazit der Autorin fällt entsprechend eindeutig aus: Die Situation der Säuglinge bei traditionellen Völkern unterscheide sich von der in unserer westlichen Welt "wie Tag und Nacht". Dieser Unterschied macht sich nach ihrer Auffassung in der weiteren Entwicklung des Kleinkindes bemerkbar. Ein Baby, das von Anfang an ständig getragen wurde, hat gelernt, seine Körperbewegungen exakt auf die seiner Mutter abzustimmen. Es hat ein gutes Körpergefühl entwickelt, seine Körperfähigkeiten optimal entfalten können und dadurch frühzeitig gelernt, selbstständig zu werden: "Das Selbstvertrauen nimmt so rapide an Tiefe und Umfang zu, dass es jedem, der nur Kinder der Zivilisation kennt, welche der vollständigen Erfahrung des Getragenwerdens beraubt sind, erstaunlich vorkommen muss."
(Liedloff 2005, S. 103)

So weit klingt das einleuchtend. Doch es ist klar, dass sich die Lebensweise der Yequana und anderer traditioneller Völker nicht eins zu eins auf unsere Verhältnisse übertragen lässt. In unserer Gesellschaft ist es kaum denkbar, dass eine Mutter ihr Kind täglich von früh bis spät bei sich am Körper trägt. Abgesehen davon treffen die Zustände, die Jean Liedloff in ihrem Buch so heftig - und wohl etwas überzogen - kritisierte, auf unsere Verhältnisse nicht wirklich zu. Welche Eltern würden etwa ihr Baby stundenlang im Bettchen liegen und schreien lassen, damit es sich möglichst rasch an die "harte Wirklichkeit" gewöhnt? Auch wir kennen Möglichkeiten, unseren Kindern durch Nähe, Zuwendung und Körpererfahrungen eine Art "Kontinuum" zu schaffen. Das Tragen mit einer Tragehilfe praktizieren bei uns längst viele Mütter - wenngleich nicht rund um die Uhr. Daneben gibt es genügend andere Möglichkeiten, Kindern ein gutes Körpergefühl zu vermitteln. Sie werden in den einzelnen Kapiteln dieses Buchs ausführlich beschrieben.

Um die grundlegenden Bedürfnisse eines kleinen Kindes zu verstehen, muss man wissen, dass drei Sinne für sein Körpergefühl eine entscheidende Rolle spielen. In Kapitel 1 dieses Buchs erfahren Sie, welche Sinne das sind und wie sie zusammenarbeiten. Kapitel 2 liefert eine kurze Beschreibung, wie sich im Mutterleib diese drei Sinne herausbilden, die nach der Geburt die weitere Entwicklung des Kindes so entscheidend beeinflussen. Von da ist der Weg zu einer liebevollen Förderung nicht mehr weit. In den Kapiteln 3, 4 und 5 finden Sie vielerlei Anregungen, wie Sie die körperliche und damit auch die seelische Entwicklung Ihres Kindes von null bis drei Jahren verstehen und behutsam unterstützen können. Seien es neue Methoden des Puckens oder sanfte Babymassagen, Beschäftigungsideen für drinnen und draußen oder Spiele zum Fühlen und Bewegen: Alle diese Möglichkeiten helfen Ihrem Kind, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln. Wichtig ist außerdem zu wissen, wie man Entwicklungsschwierigkeiten bei einem Kind erkennt und richtig handelt, um weiteren Problemen vorzubeugen. Mit diesem Wissen können Sie dafür sorgen, dass sich Ihr Kind von Anfang an geborgen fühlt und mit Selbstvertrauen in die Welt hineinwächst.
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